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28.02.2012

ING DiBa: Konzept „Azubis 50+“ ist ein Erfolg

„In meinem Alter eine neue Ausbildung zu machen, war schon anstrengend. Aber auch sehr interessant und belebend“, berichtet Adelheid Staudt. Nach neunmonatiger Arbeitslosigkeit begann sie eine Ausbildung zur Bankassistentin bei der ING DiBa. Seit 2006 sucht die Direktbank regelmäßig gezielt nach Azubis über 50. Mehr als 20 Teilnehmer haben das Programm bisher erfolgreich absolviert und sind nun bei der ING DiBa festangestellt.

Foto: ING DiBa
Foto: ING DiBa

„Gemischte Teams sind einfach erfolgreicher, das zahlt sich aus“, sagt ING DiBa-Personalleiter Matthias Robke. Darüber hinaus ist die Ausbildung von Menschen über 50 eine optimale Vorbereitung auf den demografischen Wandel, durch den die Zahl der älteren Mitarbeiter stetig zunehmen wird. Weiterer Vorteil ist, das immer mehr ältere Menschen ihre Bankgeschäfte online tätigen: Der Altersdurchschnitt der ING DiBa-Kunden liegt derzeit bei 45 Jahren - Tendenz steigend. Oft ist es hilfreich, älteren Kunden etwa gleichaltrige Berater zur Seite zu stellen, da sie sich teilweise besser auf ihre Bedürfnisse einstellen können.

Auch seitens der Azubis über 50 ist die Rückmeldung positiv: „Ich fühle mich hier sehr wohl und es hat sich für mich gelohnt, noch einen Neuanfang zu wagen“, versichert Staudt. Die Auszubildenden der ING DiBa in der Altersklasse von Frau Staudt blicken häufig auf eine ähnliche Vergangenheit zurück: Hinter ihnen liegt eine Zeit der Neuorientierung, die teilweise auch Rückschläge beinhaltet. Adelheid Staudt beispielweise hatte zuvor eine feste Arbeitsstelle als angelernte Bürokraft in der Buchhaltung. Doch im Zuge einer Zusammenlegung des Unternehmens ihres damaligen Arbeitgebers mit einem anderen Betrieb verlor sie ihre Anstellung. Danach folgten neun Monate erfolglose Suche nach einer neuen Arbeitsstelle - bis sie auf das Angebot der ING DiBa aufmerksam wurde. Hier gibt es zwei Ausbildungsmöglichkeiten speziell für Menschen über 50: Die Ausbildung zur „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ sowie die zum „Bankassistenten Schwerpunkt Immobilienfinanzierung“.

Neuanfang für Menschen über 50

Ursprünglich gehen diese Ausbildungswege bei der ING DiBa auf das Bundesprojekt „Perspektive 50plus“ zurück, in dessen Rahmen das Weiterbildungskonzept „Azubis 50+“ entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, Menschen über 50 den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern. In einem Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2005 wurde das Konzept „Azubis 50+“ ausgezeichnet und mit Fördergeldern ausgestattet. Dazu wurden Unternehmen gesucht, die diese Idee in ihren Betrieb integrieren. Weil sich die ING DiBa bereits in den Jahren zuvor für die Stärkung älterer Mitarbeiter eingesetzt hatte, war das neue Konzept hier willkommen. „Aufgrund unser positiven Erfahrungen mit der Beschäftigung von älteren Mitarbeitern standen wir diesem Projekt von Anfang an sehr offen gegenüber“, berichtet Birgit Mogler, Beraterin der Direktbank. Dazu kam, dass es die IHK-Ausbildungsberufe „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ und „Bankassistent Schwerpunkt Immobilienfinanzierung“ vorher nicht gab. Sie wurden erst 2006 ins Leben gerufen und von der ING DiBa direkt aufgenommen. Bisher hatte das Unternehmen die Telefon-Kundenbetreuer durch verschiedene Trainings und Schulungen gefördert. Nun war eine gezielte Ausbildung auf diese Tätigkeiten in der Finanzdienstleistungsbranche möglich.

Verkürzte Ausbildungsdauer und volle Integration in den Betrieb

Der Unterschied zu einer herkömmlichen Ausbildung liegt darin, dass die neuen Lehrgänge verkürzt und die Azubis stärker in das Unternehmen eingebunden sind. Dabei erstreckt sich die Ausbildung zur „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ über zwölf Monate und die zum „Bankassistenten Schwerpunkt Immobilienfinanzierung“ über nur neun Monate. Beide beginnen für die Azubis mit einem vierwöchigen Einstieg, der aus einem reinen Training in Sachen Servicekultur und Qualitätsstandards bei der ING DiBa besteht. Danach arbeiten sie drei Tage in der Woche bei der ING DiBa wobei sie unter anderem auch diverse Standorte besuchen und die verschiedenen Abteilungen kennenlernen. Die restlichen beiden Arbeitstage in der Woche verbringen sie bei einem externen Bildungsträger, wo sie auf den IHK-Abschluss vorbereitet werden. Während der gesamten Ausbildung erhalten die „Azubis 50+“ weiterhin ihr Arbeitslosengeld I oder II. Die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis ist bei diesem Programm das erklärte Ziel: „Diejenigen, die die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten einen Arbeitsvertrag bei der ING DiBa“, so Mogler.

Leistung und Motivation sind entscheidend, nicht der Lebenslauf

Das Programm „Azubi 50+“ hat sich inzwischen erfolgreich etabliert, so dass die Direktbank auch weiterhin ältere Auszubildende rekrutieren wird. Bei der Suche nimmt die ING DiBa jedoch Abstand vom klassischen Bewerbungsverfahren. Potentielle Teilnehmer für das Programm werden von der Arbeitsvermittlung ausgesucht und vorgeschlagen. Unter den Arbeitssuchenden identifizieren sie diejenigen, die passende Fähigkeiten wie Kommunikationstalent, Computerkenntnisse oder entsprechende Berufserfahrung mitbringen. Durch Informationsveranstaltungen werden diese über die Arbeitsmöglichkeiten in den entsprechenden Unternehmen wie der ING DiBa aufgeklärt. Sofern sie interessiert sind, erhalten sie von der Arbeitsvermittlung ein Coaching zur verbesserten Selbstpräsentation. In sogenannten Arbeitgeberversammlungen haben sie dann die Möglichkeit, sich den Firmen innerhalb von drei Minuten vorzustellen. Auf Grundlage dieser Präsentation lädt die ING DiBa potentielle Kandidaten für das Azubi 50+ Programm zu einem Gruppenauswahlgespräch ein. Vor diesem Gespräch müssen die Bewerbungsunterlagen einreicht werden. Im Rahmen des Gruppenauswahlgesprächs trifft die ING DiBa dann ihre Entscheidung: Wer einen Praktikantenvertrag erhält, kann seine Ausbildung starten.

Der Lebenslauf an sich ist also nicht mehr die einzige Grundlage, auf der Bewerber eingeladen werden oder nicht. Daher sind Lücken im Lebenslauf, die wie bei Adelheid Staudt durch die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz entstehen können, für die Ausbildung 50+ kein Ausschlusskriterium. Im Gegenteil: „Viele Menschen haben Brüche erlebt und die können ungeheuer wertvoll sein. Klassische Erwerbsbiografien werden aussterben“, sagt Personalleiter Matthias Robke. Für ihn spiele das Alter eines Auszubildenden keine Rolle, im Vordergrund stehe die Leistung. Das die in fortgeschrittenem Alter nicht zwangsweise nachlassen muss, bestätigt auch Mogler: „Es hat sich gezeigt, dass es älteren Wiedereinsteigern keineswegs an der nötigen Lernfähigkeit mangelt. Vielmehr gehen sie mit besonderem Interesse und Engagement an ihre Aufgaben heran. Und für uns als Dienstleister ist die Lebenserfahrung älterer Beschäftigter ein wichtiges Kapital.“

ING DiBa erhält „Diversity Preis 2011“

Im November 2011 wurde die ING-DiBa für die Initiative „Azubis 50+“ mit dem erstmals verliehenen „Deutschen Diversity Preis“ ausgezeichnet. Sie erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Innovativste Diversity Projekte“. Der Preis wird von Henkel, der Beratungsgesellschaft McKinsey sowie der WirtschaftsWoche ausgeschrieben und prämiert Arbeitgeber, Einzelpersonen und innovative Projekte, die sich für eine Arbeitskultur der Vielfalt in Deutschland einsetzen.

 
Quelle: UD

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