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Freitag, 22.September 2017

16.06.2011

Förderung von Innovationen zur Schallminderung beim Bau von Offshore-Windparks

Insgesamt acht Errichter und Betreiber deutscher Offshore-Windparks haben unter dem Dach der „Stiftung Offshore Windenergie“ eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel geschlossen, verschiedene Methoden zur Schallminderung beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen auf ihre Wirksamkeit hin zu erforschen und weiterzuentwickeln.

Foto: RWE AG
Foto: RWE AG

Folgende Unternehmen sind an diesem Projekt beteiligt: Bard Engineering, DONG Energy, EnBW Erneuerbare Energien, E.ON Climate Renewables, EWE Energie, RWE Innogy, Stadtwerke München (SWM) sowie Vattenfall. Die Federführung übernimmt RWE OLC, die Offshorelogistiktochter von RWE Innogy. Das Programm ist auf acht Monate angelegt. Die Kosten betragen rund 3,9 Mio. Euro und sollen von den Kooperationspartnern zu gleichen Teilen getragen werden. Ein Förderantrag beim Bundesministerium für Umwelt wurde ebenfalls gestellt.

Der Offshore-Feldversuch soll in der Ostsee, nahe Travemünde, durchgeführt werden. Es ist geplant, insgesamt fünf unterschiedliche Verfahren zu testen, welche die Ausbreitung des Schalls unter Wasser mindern sollen (nähere Informationen zu den einzelnen Verfahren finden Sie unter www.offshore-stiftung.de). Die Tests sollen nach einer rund viermonatigen Vorbereitungsphase voraussichtlich bereits im August dieses Jahres stattfinden. Es ist geplant, sie allesamt unter gleichen Bedingungen am „Brodtener Pfahl“ vorzunehmen. Damit wird die Vergleichbarkeit der Messreihen und Testergebnisse gewährleistet. In einem ersten Schritt wird das Institut für Technische und Angewandte Physik (ITAP) in Oldenburg ein geeignetes Schall-Messkonzept in Abstimmung mit dem Bundesamt fur Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), der Genehmigungsbehörde für Offshore-Windparks, erarbeiten.

Die Offshore-Windenergie spielt im Energiekonzept der Bundesregierung eine maßgebliche Rolle. Derzeit sind knapp 30 Windparks genehmigt, zahlreiche weitere geplant. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten werden die Anlagen in Deutschland sehr weit vor den Küsten in Gebieten mit großen Wassertiefen errichtet. Die Gründungskörper müssen mit Stahlrammpfählen im Boden verankert werden. Der dabei entstehende Schall soll zukünftig reduziert werden, um insbesondere die Schweinswale während der Errichtungsphase von Offshore-Windparks besser zu schützen.

Eine Besonderheit dieses Projektes ist die Einbeziehung möglichst vieler Planer und Betreiber deutscher Offshore-Windparks, um den Nutzen der gesamten deutschen Offshore-Industrie zugänglich zu machen. Nach Auswertung der Messergebnisse werden die Kooperationspartner ihren Abschlussbericht einschließlich Empfehlungen für einzelne Technologien sämtlichen Projektpartnern zur Verfügung stellen. Hierzu gehören auch die Genehmigungsbehörden und die Hersteller von Schallminderungsystemen. In verschiedenen Workshops sollen die Ergebnisse erörtert und das weitere Vorgehen diskutiert werden.

Wirksame Maßnahmen zur Rammschallminderung, die sich in die komplexe Installationslogistik einbinden lassen, existieren bislang noch nicht, da es sich hier um eine deutsche Besonderheit handelt. In anderen europäischen Ländern, die bereits in größerem Umfang Offshore-Windparks vor ihren Küsten errichtet haben, ist es für die Genehmigung ausreichend, die Meeressäuger über unterschiedliche Maßnahmen temporär fern zu halten: Mittels Sonar-Bojen (sog. „Pinger“) werden dort im Vorfeld der Fundament-Installation akustische Signale ausgesendet, die Meeressäuger abweisen. Walbeobachter überwachen das Umfeld des Baugebiets und geben Rückmeldung im Hinblick auf die Wirkung der Bojen. Darüber hinaus sollen mit Hilfe eines „weichen Starts“ beim Einbringen der Pfähle Fische und Schweinswale auf Distanz zum Baugebiet gebracht werden.

 
Quelle: UD / cp

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