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09.06.2011

Linde und Daimler treiben Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge voran

Der Automobilhersteller Daimler und der Technologiekonzern The Linde Group treiben den Infrastrukturaufbau für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. Die beiden Unternehmen werden in den kommenden drei Jahren 20 zusätzliche Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland errichten und damit die Versorgung der stetig wachsenden Anzahl von Brennstoffzellenfahrzeugen mit ausschließlich regenerativ erzeugtem Wasserstoff sicherstellen. Die Initiative bildet einen Brückenschlag zu den bestehenden Infrastrukturprojekten H2-Mobility und Clean Energy Partnership, die über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert werden.

Unternehmenszentrale von Linde in München. Foto: Linde
Unternehmenszentrale von Linde in München. Foto: Linde
Durch die Initiative von Linde und Daimler, die mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe verbunden ist, nimmt Deutschland bei der Wasserstoff-Infrastruktur im internationalen Vergleich die Spitzenposition ein. Mit ihr wird sich die Zahl der öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland mehr als verdreifachen. Die neuen Tankstationen sollen in den bestehenden Wasserstoff-Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung entstehen. Ziel ist es, verkehrstechnisch günstig gelegene, bestehende Standorte unterschiedlicher Mineralölfirmen zu nutzen. Damit werden erstmals alle Orte in Deutschland mit einem Brennstoffzellenfahrzeug erreichbar sein. Ein Schwerpunkt des Infrastrukturausbaus wird in Baden-Württemberg liegen, denn 125 Jahre nach der Erfindung des Automobils soll von dort auch dessen Neuerfindung ausgehen.

„In Verbindung mit der Brennstoffzelle wird Wasserstoff den Ausbau der Elektromobilität ganz wesentlich prägen", erklärte Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorsitzender des Vorstands der Linde AG. „Wir freuen uns, gemeinsam mit Daimler diese Entwicklung maßgeblich gestalten zu können. Wir verstehen uns als Impulsgeber für bereits bestehende Initiativen wie H2-Mobility und die Clean Energy Partnership (CEP) und wollen die Kommerzialisierung von Wasserstoff-Fahrzeugen gezielt unterstützen. Mit der konsequenten Weiterentwicklung der Wasserstoff-Technologie kann Deutschland eine Vorreiterrolle und die Industrieführerschaft auf dem Weg zu einer emissionsfreien Mobilität übernehmen."

„Die Brennstoffzelle bringt die Elektromobilität einen entscheidenden Schritt voran: Sie ermöglicht emissionsfreies Fahren mit großen Reichweiten bei kurzen Tankzeiten - und das nicht nur bei Pkw, sondern auch bei Nutzfahrzeugen. Gemeinsam mit Linde machen wir jetzt den nächsten Schritt: die Initialzündung in Sachen Infrastruktur. 20 neue Wasserstoff-Tankstellen werden dem Markt einen wichtigen Impuls geben", erklärte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars bei der Zieleinfahrt des Mercedes-Benz F-CELL World Drives in Stuttgart. Die erste Weltumrundung mit Brennstoffzellenfahrzeugen, die Ende Januar in Stuttgart begann, führte über vier Kontinente und 14 Länder. Jedes Fahrzeug hat dabei mehr als 30.000 Kilometer zurückgelegt. Linde begleitete als exklusiver Wasserstoff-Partner den F-CELL World Drive und stellte auf der gesamten Tour die mobile Wasserstoff-Versorgung der Null-Emissionen-Fahrzeuge sicher.

Der Aufbau und die Inbetriebnahme der neuen Tankstellen starten bereits im Jahr 2012. Die gemeinsame Initiative von Daimler und Linde steht weiteren Industriepartnern, etwa aus der Mineralöl, Energie- oder Automobilindustrie, offen.

Hintergrund: Die Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur in Deutschland

Für die erfolgreiche Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen ist der Aufbau einer öffentlichen Wasserstoff-Infrastruktur entscheidend. Erste Zentren in Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg, haben sich bereits etabliert. Von den zurzeit knapp 30 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland sind sieben in einem öffentlichen Tankstellenbetrieb integriert. Deutschland ist damit klarer Vorreiter in Europa. Bereits fünf bis zehn Tankstellen sind für eine kundenfreundliche erste Abdeckung einer Großstadt ausreichend. Die Verbindung dieser urbanen Zentren - wie etwa Berlin und Hamburg, Stuttgart und München - mit Korridoren auf den Hauptverkehrsadern stellt einen wesentlichen Schritt für einen flächendeckenden Ausbau einer öffentlichen H2-Infrastruktur dar.
 
Quelle: UD / cp

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