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Mittwoch, 22.November 2017

27.01.2010

Volkswagen will an die Spitze

Rekordabsatz trotz Konjunkturkrise - mit dieser Meldung macht der Volkswagen Konzern aktuell Schlagzeilen. Vor allem die Abwrackprämie in Deutschland und steuerliche Vergünstigungen in China führten zu einem Verkaufszuwachs von 31 Prozent auf dem deutschen sowie rund 37 Prozent auf dem chinesischen Markt. Dabei hält der Konzern konsequent an seiner Strategie 2018 fest: Der Ausrichtung des Konzerns als ökonomisch und ökologisch weltweit führendes Automobilunternehmen. Neben Investitionen in umweltschonende Technologien, gehört dazu auch Weltmärkte wie Amerika oder Japan zu erobern.

Foto: Volkswagen
Foto: Volkswagen

Erreicht werden sollen die Ziele der Strategie 2018 durch die Steigerung von Ertragskraft, Qualität, Marktentwicklung und Volumen. Ebenso sollen Kundenzufriedenheit sowie die Attraktivität VWs als Arbeitgeber erhöht werden. Vor knapp drei Jahren, im November 2007, präsentierte VW diese Strategie der Öffentlichkeit. Trotz der kurz darauf folgenden Weltwirtschaftskrise, hielt der Konzern an seinen Plänen fest. So betonte der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh, im März vergangenen Jahres gegenüber dem Nachrichtendienst Dow Jones Newswires, die Ziele der Strategie 2018 hätten unverändert Bestand und würden erreicht werden. „Dass die nahe Zukunft sowohl von der Finanzkrise als auch von der weltweiten Kaufzurückhaltung negativ geprägt ist, weiß jeder“, so Osterloh.

Sinkende Absatzzahlen sowie ein drastischer Anstieg der Refinanzierungskosten, machten dem Konzern zum damaligen Zeitpunkt besonders zu schaffen. Als Reaktion auf diese Auswirkungen entwickelte VW das Programm 18plus. Angepasst auf die damalige Krisensituation soll so an die Strategie 2018 angeknüpft und ihr Kurs auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fortgesetzt werden. Dabei setzt VW vor allem auf die Sicherung der finanziellen Stärke des Konzerns. Nachhaltiges Finanzmanagement unter strenger Risikokontrolle lautet der Auftrag: Dazu gehören vom Vorstand geregelte Vorgaben, beispielsweise zu Risikolimiten oder Finanzinstrumenten, deren Einhaltung von der sogenannten Konzern-Treasury überprüft wird. Ihre Aufgabe ist es, Kredit-, Liquiditäts- und Marktpreisrisiken auszuwerten und diese regelmäßig an den Konzernvorstand zu übermitteln. Auch bei der Auswahl der Bankpartner trifft VW Vorkehrungen: Informiert sich über Eigenkapital, überprüft die von unabhängigen Agenturen erstellten Ratings und analysiert die Zwischenberichte der Banken. Um Kosten zu reduzieren werden außerdem alle von VW geplanten Vorhaben durchleuchtet. So kann der Konzern Investitionen verschieben, aber auch, zum Beispiel durch das Zurückfahren von Sonderschichten, finanzielle Reserven aktivieren. Diese Kostendisziplin und eine umfassende Prozessoptimierung sicherten dem Konzern in Zeiten der Krise Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit, erläutert VW in seinem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

Elektroautos vorerst nur in Testflotten

Weiterer großer Baustein von 18plus ist die „Grüne Mobilität“. „Wir wollen der umweltfreundlichste Autohersteller der Welt werden“, so das verkündete Ziel im Rahmen der Managerkonferenz 2008. Alle Umwelttechnologien des Konzerns bündelt VW In den BlueMotionTechnologies. Dazu gehören die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, die Verwendung von Biokraftstoffen und vor allem die Entwicklung der Elektrofahrzeuge. In Sachen Elektromobilität will sich der Konzern jedoch noch Zeit lassen und beschränkt sich derzeit auf Testflotten. Sollte es Probleme und vielleicht sogar Schadenfälle geben, könnte die Marke Volkswagen schweren Schaden nehmen, erläuterte Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg der Nachrichtenagentur Reuters seine Befürchtungen. Voraussichtlich 2013 soll das VW-Elektoauto „e-up“ auf den Markt gebracht werden. Doch „das Segment wird weltweit erstmal eine Nische sein“, so Hackenberg.

VW Jetta, Bild: Josh Durston/flickr
VW Jetta, Bild: Josh Durston/flickr

Neues Werk in Amerika

Raus aus der Nische will der Konzern dagegen in Amerika. Volkswagen soll in den Vereinigten Staaten eine Marke werden, von der sich die breite Masse angesprochen fühlt, erklärt Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler, auf der Automesse in Detroit. Mit diesem Ziel habe das Unternehmen aber noch viel Arbeit vor sich. „Viele Amerikaner sagen bisher: Volkswagen ist interessant, attraktiv und nett, aber nichts für mich“, so Klingler. Was VW in Amerika also dringend braucht ist ein neues Image. Auf Grund der Vorgeschichte des Konzerns in Amerika hat das zeitweise gelitten. Nachdem in den 50er und 60er Jahren der VW-Käfer und der VW-Bus die USA eroberten, errichtete der Konzern in Pennsylvania ein eigenes US-Werk. Jedoch fand der dort produzierte US-Golf bei der amerikanischen Gesellschaft keinen Gefallen. Grund war vor allem seine niedrige Qualität und vielleicht auch sein Name: „Rabbit“. Besseren Anklang fand dagegen der VW-Jetta, der jedoch teuer aus Wolfsburg importiert werden musste. VW schloss 1988 das Werk in Amerika und der Konzern wurde zu einem Nischenanbieter mit einem Marktanteil von rund 2 Prozent.

Eine neues Werk, ein neues Auto und eine neue Marketingstrategie sollen das nun ändern. Errichtet wird die weltweit 62. Fabrik des Konzerns in Tennessee. Hier soll ein komplett neues VW-Fahrzeug entstehen: Der „NMS“ (new midsize sedan). Dabei wird VW vorwiegend mit amerikanischen Zulieferern zusammenarbeiten, um von Wechselkurschwankungen unabhängiger zu werden. Auch die Werbeagentur hat der Konzern gewechselt und für die künftigen Werbeaktivitäten in Amerika, die in Los Angeles ansässige Agentur „Deutsch“ beauftragt. So soll nun der Durchbruch in den USA gelingen. Gute Vorarbeit leisten dazu bereits der Jetta, dessen Dieselvariante sogar das US-Ökö-Siegel „Green Car oft the Year“ erhielt sowie der „CC“: Die Coupé-Ausführung des Passat, „kommt gegen Infinity, Volvo und andere Konkurrenten gut an“, sagt Stefan Jacoby, Chef der Volkswagen Group of America im Interview mit der „Welt“.

In der Krise investieren

Bis 2018 will VW den US-Absatz auf 800.000 Autos jährlich steigern. Allein im Werk in Tennessee sollen jährlich 150.000 Fahrzeuge entstehen. Mitten in den Zeiten der Krise war der Konzern mit dem Bau des Werks begonnen, voraussichtlich 2011 wird es in Betrieb gehen: „Ich hätte mir keinen besseren Zeitpunkt vorstellen können“, erklärt der für das Projekt verantwortliche Frank Fischer, im Gespräch mit der „Welt“. Wenn die Nachfrage wieder anziehe, sei die Fabrik fertig und produktionsbereit, so Fischer.

Dabei scheint das Vorgehen des Konzerns in Zeiten der Krise zu investieren, um danach zu profitieren, aufzugehen. So stieg VW mit rund 20 Prozent bei Suzuki ein und sicherte damit seine Markposition bei den Japanern. Zudem übernahm der Konzern Kernteile des insolventen Autozulieferers Karmann in Osnabrück, bei dem der Porsche Boxster gebaut wird. In die Porsche AG stieg VW ebenfalls während der Wirtschaftskrise mit einer Beteiligung von rund 50 Prozent ein. Insgesamt verkaufte VW 2009 weltweit etwa 6 Mio. Fahrzeuge und erzielte damit ein Plus von 1,1 Prozent. In China hat der Konzern sogar rund 37 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahr.

Der Volkswagen-Konzern ist von seiner Strategie überzeugt, das betonte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler in einem aktuellen Interview mit „autogazette.de“: „Wir haben es trotz der Krise geschafft, 2009 erneut bei Auslieferungen und Marktanteil zu wachsen. Wir halten unverändert an unserer Strategie 2018 und den damit verbundenen Zielen fest. Das heißt: Volkswagen wird zum ökonomisch, ökologisch und technologisch führenden Autobauer.“

 
Quelle: UD

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