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Mittwoch, 22.November 2017

09.12.2009

BMW hält entgegen Presseberichten an Wasserstoffantrieb fest

Ein Handelsblatt-Artikel sorgte zu Wochenbeginn für Furore. Darin hieß es, die BMW Group werde den Wasserstoffantrieb aus Kostengründen einsparen. Unsinn sei dass, versichert CSR-Sprecherin Verena Schuler im Gespräch mit UmweltDialog.

Foto: BMW
Foto: BMW

„Wir werfen mitnichten unsere Wasserstoff-Kompetenz über Bord, die wir uns über Jahre aufgebaut haben,“ so Dr. Verena Schuler weiter. Tatsächlich werde die BMW Group das Thema Wasserstoff als Antriebsoption der Zukunft in keiner Weise aufgegeben. Allerdings wollen die Münchner zunächst keine weitere Testflotte bauen. Die derzeitige Testflotte auf Basis des alten 7er BMWs habe bereits mehr als 4 Mio. Fahrkilometer absolviert und dabei reichlich Daten geliefert. Eine neue Flotte mache zu einem späteren Zeitpunkt Sinn, wenn etwa beim Thema Infrastruktur Fortschritte erzielt seien. Die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie soll während dessen bei BMW nicht ruhen: Künftig soll der Fokus auf Verbesserungen beim Tank und der effizienten Verbrennung liegen. BMW will sich nun auf die Entwicklung des Technologiesprungs "Kryodruck-Speicher" und die Weiterentwicklung der H2-Motorentechnik konzentrieren und sieht bis zu einem erfolgreichen Konzeptnachweis keinen Mehrwert in einer neuen Demoflotte auf Basis der heutigen Technologie erkennen kann.

"Wir sehen Wasserstoff nach wie vor als die Alternative, um langfristig nachhaltige individuelle Mobilität sicherzustellen. Dies gilt insbesondere für Mobilität auf mittleren und langen Distanzen. Deshalb werden auch in den bestehenden Demonstrationsprojekten,  wie z.B. der CEP, Fahrzeuge der BMW Hydrogen 7 Flotte zu F&E-Zwecken weiterbetrieben." so Hans-Christian Wagner, Projektleiter CEP bei
BMW.

Zuvor hatte das Handelsblatt unter Berufung auf BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger geschrieben, es werde vorerst keine neue Wasserstoff-Testflotte geben und die E-Mobilität drohe damit der H-Mobilität zunehmend den Rang abzulaufen. Branchenkenner kommentierten die Entscheidung der Münchner damit, dass derzeit zwar der Druck zu umweltfreundlichen Antrieben fernab des Verbrennungsmotors steige, die Weiterentwicklung der Konzepte aber immer höhere Investitionen verschlinge. Dies stelle gerade in der krisenbedingten Absatzkrise bei sinkenden Margen eine schwere Belastung dar.

Als einer der ersten deutschen Produzenten hatte sich Volkswagen sowohl gegen die Verbrennung von Wasserstoff als auch gegen die Brennstoffzellentechnik entschieden. Als Grund hatte der Konzern auf den ungeeigneten Großeinsatz verwiesen. "Obwohl Daimler ungeachtet der Skepsis an der Brennstoffzellentechnik festhält, hapert es beim Aufbau des Tankstellennetzes. Zudem ist die Herstellung und Speicherung energieaufwendig und teuer", glaubt Stefan Reindl, stellvertretender Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland

Noch im September hatten in Berlin Vertreter führender Industrieunternehmen im Beisein des damaligen Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, ein Memorandum of Understanding (MoU) unterschrieben. Darin sollen Möglichkeiten für den Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur zur Versorgung mit Wasserstoff in Deutschland geprüft werden, um die Serienfertigung von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle voranzutreiben.

 Mit diesem Memorandum of Understanding ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Kommerzialisierung dieser lokal emissionsfreien Elektrofahrzeuge vollzogen worden. Partner der Initiative "H2 Mobility" sind Linde, Daimler, EnBW, OMV, Shell, Total, Vattenfall und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH). Die Initiative ist für die Beteiligung von weiteren interessierten Unternehmen offen.

In den letzten Jahren sind in Deutschland bei der Entwicklung von wasserstoffbasierten Technologien für den Transportsektor erhebliche Fortschritte gemacht worden, wodurch Deutschland innerhalb von Europa als potenzieller Leitmarkt für emissionsfreie Mobilität identifiziert worden ist.

 
Quelle: UD

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