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26.06.2009

Ein Bär begleitet Arcandor in schweren Stunden

Die Krise bei Arcandor sorgt bundesweit für hitzige Diskussionen. Nach dem Mutterhaus hatten nun auch zahlreiche Tochterunternehmen Insolvenz angemeldet. Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze summiert sich auf rund 50.000. Die Zukunft vieler Familien weltweit hängt somit vom weiteren Schicksal des Handels- und Touristikkonzerns ab. In dieser schweren Zeit teilen die Arcandor-Mitarbeiter aber nicht nur ihre Sorgen, sondern auch ihre Solidarität. Ein in 2008 eingeführter Teddy-Bär ist hier zu einem Symbol dafür geworden.

Fotos: Suzanne von Melle und Elke Deichmann / Arcandor
Fotos: Suzanne von Melle und Elke Deichmann / Arcandor
„Leider ist die zweite Auflage der Verantwortungsteddies (500 Stück) auch in der Insolvenzmasse, so dass aufgrund der nicht getätigten Zahlung die Hermann Teddy GmbH nicht an uns liefern kann“, berichtet Dr. Alexandra Hildebrandt, Leiterin der Gesellschaftspolitik bei Arcandor. Die Geschäftsführerin der Hermann Teddy GmbH, Marion Mehling, spendete deshalb einen lebensgroßen Verantwortungsbären an Karstadt Bochum, so dass Kunden und Mitarbeiter auch einen haptischen Bezug zur Idee haben und motiviert werden, ihre Arbeit auch in schwierigen Zeiten mit Freude auszuführen.

Auch die Schweisfurth-Stifung aus München, die sich die Förderung innovativer Ideen im Sinne der Nachhaltigkeit zur Aufgabe gemacht hat, leistete Unterstützung: Vorstand Prof. Franz-Theo Gottwald spendet dem Unternehmen 20 der wertvollen Sammlerbären und berührte damit viele bei Karstadt und Arcandor. Drei dieser Bären wird Karstadt Bochum verlosen. Die Kunden werden eingeladen, ebenfalls ihr Verantwortungsstatement abzugeben. Das haben zuvor auch schon einige Prominente wie die Ehefrau des Bundespräsidenten, Eva-Luise Köhler oder Sportler Oliver Kahn getan. Doch auch Dr. Alexandra Hildebrandt die gleichzeitig Initiatorin des Teddy-Projekts mit dem Titel „Verantwortung tragen“ ist, hat Stellung bezogen: "Verantwortung tragen meint aktive Verantwortung und nicht in die Verantwortung gezogen werden. Sie kann weder delegiert noch übertragen werden. Wer sich ihrer bewusst wird, erfährt sich selbst als Lebensgestalter und nicht als Verwalter." Und für Esther Tse (CSR Asia, Arcandor) ist wichtig, "sich nie von seinen Grundprinzipien abbringen zu lassen, aber beweglich in seinen Anschauungen zu bleiben".
In einem Interview mit dem online Magazin changeX erläutert Alexandra Hildebrandt die Idee, die hinter dem Teddey-Projekt „Verantwortung tragen“ steckt: „Der Teddy verkörpert Natürlichkeit, Verletzlichkeit, Bescheidenheit und die jeweils eigene Geschichte seines Besitzers: Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten lassen sich mit dem Miniaturteddy fotografieren und zeigen „Gesicht“, denn vielfach wird Verantwortung einfach delegiert. Aber das Ablichten allein genügt nicht - es kommt auch darauf an, der Verantwortung eine „Stimme“ zu geben, sich zu ihr öffentlich zu bekennen. Damit tun sich noch immer einige Menschen schwer: So wollen einige Vertreter der bequemen „Umsonst-Mentalität“ den Bären einfach nur geschenkt haben, sich aber nicht zeigen, andere wollen lediglich aufs Foto, aber sich nicht äußern. Das sind oft auch jene, mit denen in Krisenzeiten nicht zu rechnen ist, weil das Selbst-Tun auch bedeuten würde, zur Rechenschaft, zur Verantwortung gezogen zu werden. Insofern ist die Initiative auch ein Medium der Transparenz, in dem sich Gleichgesinnte erkennen und finden.“
 
Quelle: UD

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