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12.05.2009

Zukunft mit CSR? Opel-Betriebsratschef Franz im Gespräch

Immer wieder wird in diesen Tagen über die Zukunft von Opel geschrieben und gesprochen. Wie Opel mit neuen Technologien aus der Krise steuern will. Klar ist: Opel braucht einen neuen Eigner und zusätzliches Geld. Doch wie wird die Unternehmenszukunft aussehen? UmweltDialog sprach exklusiv mit dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz über die CSR-Pläne des Autobauers.

Elektorauto Ampera, Foto: Opel/GM
Elektorauto Ampera, Foto: Opel/GM
UmweltDialog: Welche Rolle spielen für Sie Aspekte der Nachhaltigkeit bei der aktuellen Frage nach einer Zukunft für Opel?

Klaus Franz: Das Thema Nachhaltigkeit ist aktuell für alle Hersteller. Auch Opel stellt sich dieser Herausforderung: Bereits im Jahre 2011 wird Opel das Elektroauto Ampera als Serienfahrzeug auf den Markt bringen, das im Durchschnitt unter 40 g CO2 ausstoßen wird. 
 
UmweltDialog: Wird dies auch Auswirkungen auf die CSR-Politik des Unternehmens haben?

Klaus Franz: Die Nachhaltigkeit ist bereits Bestandteil unserer CSR-Politik. Aus dem Jahre 2002 gibt es eine Vereinbarung zwischen GM Europa und dem europäischen Betriebsrat (EEF), die u.a. den Aspekt der Umwelt berücksichtigt.  

UmweltDialog: Wie bewerten Sie aktuelle Signale (Investoren, Abwrackprämie…) in der Debatte um Lösungen der Lage?

Klaus Franz: Die Abwrackprämie ist durch eine Initiative des Opel Betriebsrats und der IG Metall entstanden. Damit  konnte einerseits die Konjunktur gestützt und andererseits alte Fahrzeuge vom Markt genommen und durch moderne und spritsparende Modelle ersetzt werden. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

UmweltDialog: Geht es in den Rettungsgesprächen vor allem um die Finanzierung (Investoren) oder geht es um Konzepte für die Zukunft?

Klaus Franz:  Es geht um beides - zunächst brauchen wir die finanzielle Grundlage, damit das Unternehmen in der Zukunft bestehen kann. Dazu gehört aber auch ein tragfähiges Geschäftsmodell mit zukunftsweisenden Technologien.

UmweltDialog: Wo könnten in dieser Zukunft Schwerpunkte liegen?

Klaus Franz: Wir gehen davon aus, dass die Zukunft Fahrzeugen mit alternativen Antrieben gehört, die die Umwelt weniger belasten als herkömmliche Verbrennungsmotoren und trotzdem die individuelle Mobilität der Menschen gewährleistet.

UmweltDialog: Kann Opel neue Signale setzen (E-Motoren, neue Mobilitätskonzepte etc.)?

Klaus Franz: Mit dem Opel Ampera setzen wir Maßstäbe für ein neues Antriebskonzept: 60 km Reichweite rein elektrisch - Null-Emission, mit zusätzlichem Verbrennungsmotor eine Reichweite von über 500 km und einem Durchschnitts CO2 Ausstoß unter 40 g. Da die meisten Pendler eine Strecke von weniger als 60 km von und zur Arbeit bewältigen müssen, können damit die meisten Fahrten zur Arbeit und im innerstädtischen Bereich rein elektrisch abgedeckt werden.

UmweltDialog: Sieht Opel damit eine Chance am Markt - welche?

Klaus Franz: Ja - nach bisherigen Planungen wird Opel der erste Hersteller sein, der mit solch einem Konzept auf den Markt geht. Der Umweltgedanke trifft bei immer mehr Kunden auf große Resonanz - diesem Aspekt wollen wir Rechnung tragen.

UmweltDialog: Wo sehen Sie persönlich Opel in zehn Jahren?

Klaus Franz: Opel wird einer der führenden Hersteller von umweltfreundlichen, technologisch anspruchsvollen und für alle erschwinglichen Fahrzeuge sein.

UmweltDialog: Werden Autos bleiben, was sie heute sind?

Klaus Franz: Autos werden auch in Zukunft individuelle Mobilität gewährleisten und wohl auch Statussymbol und Kultobjekt bleiben, allerdings werden sich die
Antriebskonzepte wesentlich in Richtung Umweltverträglichkeit verändern. Das Preis-Leistungsverhältnis wird bei Kaufentscheidungen immer wichtiger.

UmweltDialog: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Gerd Pfitzenmaier.
 
Quelle: UD

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