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24.03.2009

Royal Dutch Shell gibt Windenergie den Laufpass

Der Energiekonzern Royal Dutch Shell will Investitionen in alternative Energien nur tätigen, wenn deren Rendite der von Öl- und Gasinvestments entspricht, berichtet das Online-Magazin FoxBusiness.com. Wie der scheidende Vorstandschef Jeroen van der Veer anlässlich einer Telefonkonferenz sagte, seien die unbedeutende Windkraftsparte und das gestutzte Solarenergie-Geschäft Auslaufmodelle.

Foto: Shell
Foto: Shell
FoxBusiness.com berichtet, dass sich der Konzern bei alternativen Energien künftig lediglich auf Biotreibstoffe konzentrieren will. In das umstrittene Geschäft mit Kernenergie will man aber nicht einsteigen. In diesem Bereich habe man noch zu wenig Erfahrung, so Van der Veer. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage will man sich im Hauptgeschäft mit Öl und Gas daher vielmehr auf Renditen als auf investitionsintensives Wachstum konzentrieren.

"Die Rahmenbedingungen haben sich für große Konzerne wie Shell oder BP insbesondere mit dem Einbrechen der Ölpreise und den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise verschärft. Da man vor allem den Aktionären renditebezogen verpflichtet ist, schaut man, wo sich einsparen lässt", verdeutlicht ein Brancheninsider eines Schweizer Energieunternehmens auf Nachfrage. So würden immer mehr Vorhaben einer strengen Kostendisziplin unterliegen. Diese Einschätzung bestätigt sich in Hinblick auf Shell. Obwohl die Produktionsmargen seit sechs Jahren sinken und Neuinvestitionen in alternative Energiequellen Sinn ergeben würden, rudert man zurück. Davon profitieren Konkurrenten wie BP, die noch im vergangenem Jahr ehrgeizige Wachstumspläne für das Wind- und Solargeschäft angekündigt hatten. Zudem ist Shell im Irak mit einer Reihe von Problemen für Öllizenzen konfrontiert.

Einem Bericht des Handelsblatts zufolge ist Shell mit einer installierten Energieleistung von 550 Megawatt ein bedeutender Produzent von Windenergie, auch wenn das Segment nie zu den Kerngeschäftsbereichen gezählt hat. Acht der elf regenerativen Shell-Anlagen stehen in den USA. Aus Europas größter Offshore-Windfarm London Array, die Shell zusammen mit dem Energieversorger E.ON in der Themse-Mündung errichten wollte, hat sich Shell im Mai vergangenen Jahres aus Renditegründen zurückgezogen. Obwohl Shell seit 2004 bereits rund 1,7 Mrd. Dollar in erneuerbare Energieprojekte gesteckt hat - dies sind etwa zwei Prozent der gesamten Investitionen - kommen die Einsparungen nicht unerwartet. "Nachdem die Ölpreise im Sommer 2008 auf einem Höchststand waren und die Erschließung neuer Förderregionen kostenintensiv ist, war damit zu rechnen", so der Senior Oil Analyst.

Weil Shell Nicht-Kerngeschäftsbereiche abstößt, muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, Investitionen in alternative Energien von Anfang an nur aus Imagegründen getätigt zu haben. "Es fällt uns nach wie vor schwer, Wind- und Solarprojekte zu finden, die selbst unter Einschluss erheblicher staatlicher Subventionen mit unseren anderen Investitionschancen konkurrieren könnten", räumte Spartenchefin Linda Cook ein. Auch Aktionärsdruck dürfte das Shell-Management zur Verschärfung des Sparkurses veranlasst haben. Dank hoher Preise flossen in den vergangenen Jahren über 125 Mrd. Dollar Reingewinn in die Kassen. Dabei hat man 92 Mrd. Dollar in neue Öl- und Gasvorkommen investiert sowie 68 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. 2009 sollen bis zu 32 Mrd. Dollar frisch investiert werden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steht Shell bei einem Öl- und Gasgeschäft in Nigeria zudem unter Korruptionsverdacht. Darin verwickelt sein soll auch der Logistikriese Panalpina.
 
Quelle: UD / pte

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