Alter im Cache 2017-08-19 09:27:13
Alter ohne Cache: 2017-08-19 09:27:13

25.09.2008

ThyssenKrupp Steel erweitert Nachhaltigkeitskonzept

Üblicherweise orientiert sich nachhaltiges Management an der Triple-Bottom-Line „Ökonomie - Ökologie - Soziales“. Für manche Unternehmen bildet dieses Konzept den Geschäftsalltag jedoch nur unzureichend ab. Etwa für ThyssenKrupp Steel: Mithilfe von sechs neu formulierten Erfolgsfaktoren hat das Unternehmen das klassische Modell erweitert, um daraus zielgerichtetere Handlungsoptionen für das Nachhaltigkeitsmanagement abzuleiten.

Es waren ambitionierte Worte, mit denen sich Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, 2006 im Vorwort des ersten Nachhaltigkeitsberichts seines Unternehmens an die Stakeholder wandte: „Nachhaltigkeit, darunter wird üblicherweise ein Dreiklang von Umwelt, Wirtschaft und Sozialem verstanden. Dieser Ansatz greift jedoch viel zu kurz“, schrieb Köhler. „Wir haben vielmehr sechs Faktoren als Erfolgskriterien definiert: Effektivität, Effizienz, Ressourcen, Solidarität, Belastungen und Gerechtigkeit. Sie alle werden bei jeder Problematik und in jeder Entscheidungssituation in die Analyse einfließen“, so Köhler weiter.
 
Das Konzept steckte damals noch in den Kinderschuhen, hat aber durch die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts erheblich an Dynamik gewonnen. Mit der offiziellen Verabschiedung im September 2007 wurde damit begonnen, die neue Strategie systematisch im Unternehmen zu implementieren, indem ein Nachhaltigkeitsteam installiert und mit der weiteren Umsetzung betreut wurde. In der nun laufenden zweiten Phase folgt der Aufbau eines Kennzahlenpools sowie die Auswahl von Key Performance Indicators, um das Nachhaltigkeitsmanagement noch effizienter auszurichten. Wie Dr. Ekkehard Schulz, Vorstandschef des Gesamtunternehmens, betonte, steht der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens dabei eindeutig im Vordergrund: „Nachhaltigkeit ist bei ThyssenKrupp ein wichtiges Thema. Aber Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit müssen im Einklang stehen“, so Schulz bei der Einweihung des neuen Duisburger Hochofens Nr. 8 im Februar dieses Jahres.
 
Wirtschaftlicher Erfolg als Voraussetzung
 
Der wirtschaftliche Fokus wird vor allem im Hinblick auf die beiden ersten Erfolgsfaktoren „Effektivität“ und „Effizienz“ deutlich. Hinter dem ersten Schlagwort verbirgt sich die aktuelle Wachstumsstrategie, mit der ThyssenKrupp Steel sich mittlerweile in der Weltspitze etabliert hat; der Begriff „Effizienz“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die wirtschaftliche Performance des Unternehmens. Und die kann sich durchaus sehen lassen: Im Geschäftsjahr 2006/2007 erzielte ThyssenKrupp Steel mit gut 1,1 Mrd. Euro einen Rekordgewinn und konnte damit beachtlich zur Wertsteigerung des Gesamtunternehmens beitragen.
Dieser wirtschaftliche Erfolg bildet die finanzielle Basis, welche Handlungsspielräume für andere Nachhaltigkeitsfelder eröffnet. So hat ThyssenKrupp Steel zum Beispiel im Bereich Umweltschutz erhebliche Investitionen vorgenommen: Allein im Geschäftsjahr 2006/2007 betrugen die Ausgaben gut 339 Mio Euro. Nach Angaben des Unternehmens entfiel knapp die Hälfte auf den Gewässerschutz und über ein Drittel auf die Luftreinhaltung. Beim Bau des neuen Hochofens 8 etwa flossen gut 80 der 250 Millionen, die für das Projekt aufgewendet wurden, in innovative ökologische Standards wie die weltweit einzigartige Hochbahn-Entstaubung. „Mit dieser Technologie unterschreiten wir sämtliche Emissionen die Grenzwerte der gültigen Umweltrichtlinien deutlich“, erklärte Steel-Chef Köhler bei der Einweihungsfeier. Zudem gelang es, die Effizienz der Anlagen erheblich zu steigern - und das nicht nur bei Hochofen 8. „Insgesamt hat sich seit 1960 der Energieverbrauch um 40 Prozent verringert“, fügte ThyssenKrupp-Chef Schulz hinzu.
 
Schonung natürlicher Ressourcen
 
Auch die Fortschritte beim Erfolgsfaktor „Ressourcen“ zeigen, dass die neue Nachhaltigkeitsstrategie bereits greift. So wurde etwa Schachtofenschlacke, welche bis dato als Nebenprodukt der Stahlerzeugung eher den Ruf eines Abfallprodukts inne hatte, als alternativer Bauwerkstoff auf dem Weltmarkt eingeführt. „Schlackeprodukte sind Multitalente. Mit ihnen werden Pflanzen gedüngt, Häuser und Brücken gebaut“, erläutert Köhler. Dies wiederum führt zugleich zu einer erheblichen Verbesserung des Erfolgsfaktors „Belastungen“, da sich die Verwendung von Schlacke auch positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt: Von den drei Millionen Tonnen, die ThyssenKrupp 2004/05 produzierte, gingen rund 2,4 Millionen als Hüttensand an die Zementindustrie, wodurch mehr als 3,1 Mio. Tonnen Primärrohstoffe und 1,4 Mio. Tonnen CO2-Emissionen eingespart wurden.
 
Doch auch der klassische soziale Bereich, im Zuge der neuen Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Stichwort „Solidarität“ versehen, ist bei ThyssenKrupp Steel von großer Bedeutung. Das Unternehmen ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und legt großen Wert auf „good citizenship“, vor allem im Ausbildungsbereich: Seit Jahren bildet das Unternehmen mehr Jugendliche aus, als später eingestellt werden können und trägt damit zur Entlastung der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt bei. Allein 2006 wurden über 260 Auszubildende in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.
 
Der letzte Erfolgsfaktor, mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ überschrieben, beinhaltet neben einem umfassenden Compliance-Programm zur Korruptionsbekämpfung - welches seit der Einführung Ende 2006 bereits mehrere tausend Mitarbeiter durchlaufen haben - auch die leistungsgerechte Vergütung der Angestellten. „Unsere Maxime ist, dass jeder Mitarbeiter durch seine Arbeit seine Existenz nachhaltig sichern können soll“, heißt es dazu im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht. Aus diesem Grund wurden von den insgesamt im Geschäftsjahr 2006/2007 erwirtschafteten 3,9 Mrd. Euro 55 Prozent an die Belegschaft weitergegeben.
 
Quelle: UD

0 Kommentare

Ihr Beitrag

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Netiquette
Alter im Cache 2017-08-19 09:27:13
Alter ohne Cache: 2017-08-19 09:27:13