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04.08.2008

China Petroleum streicht 83.500 Stellen

Der unter staatlicher Kontrolle geführte chinesische Ölgigant China National Petroleum Corporation (CNPC) will in den kommenden drei Jahren etwa 83.500 Arbeitsplätze streichen. Wie die Financial Times unter Berufung auf eigene Angaben des Unternehmens berichtet, reagiert das Management damit auf die Ertragsrückgänge des ersten Halbjahres. Erst in der vergangenen Woche gab CNPC-Tochter PetroChina für die ersten sechs Monate einen Rückgang des Vorsteuergewinns um 39 Prozent bekannt.

"Wegen der schwierigen inländischen Subventionierungslage und dem Umstand, dass man selbst keine ausreichenden Ölreserven besitzt, geraten chinesische Unternehmen massiv in die Bredouille. So ist CNPC unweigerlich dazu gezwungen, die fehlenden Rohölanteile auf dem Weltmarkt zuzukaufen", erläutert HSH-Nordbank-Analyst Andy Sommer im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten ergibt sich wegen der staatlichen Reglementierung aber auch das Problem, dass chinesische Ölunternehmen für das raffinierte Produkt nur den deutlich geringeren Fixpreis verlangen können. Staatlichen Medienberichten zufolge bescheren die steigende Nachfrage und Rekordpreise für Öl zwar lukrative Gewinne, dennoch machen dem Unternehmen vor allem Preiskontrollen für Treibstoffe und höhere Steuern das Leben schwer. Neben den Einsparmaßnahmen rund um die Belegschaft sollen künftig auch Reisebudgets gekürzt werden. Zudem seien sowohl der Einkauf von Luxuskarossen als auch die Genehmigungen für Neubauten eingefroren.

Experten sehen dies als grundlegende Ursache für das schlechte wirtschaftliche Abschneiden des Konzerns. Schließlich werden die Preise für Benzin, Diesel sowie Kerosin in China von der Regierung festgelegt. Auf diese Weise soll vor allem die ärmere Landbevölkerung vor unerwarteten Preissteigerungen geschützt werden. "Chinesischen Ölunternehmen geht es schlecht, weil diese bereits seit Monaten tiefrote Zahlen schreiben. Wenn man nun erst einmal auf der Kostenseite kürzen will, dann ist dies ein nachvollziehbarer Schritt. Geht die Talfahrt hingegen weiter, dann war es zumindest in der Vergangenheit stets so, dass der Staat unter die Arme gegriffen hat. Ob dies hingegen ewig so weiter laufen wird, ist die große Frage. Der Druck zu einem wirtschaftspolitischen Umdenken hat sich angesichts der angespannten Lage somit zumindest nicht abgeschwächt", unterstreicht Sommer auf Nachfrage.

Aktuellen Angaben des Verbands der Petrochemischen Industrie nach haben die Raffinerien, die für CNPC und Sinopec arbeiten, in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 57,1 Mrd. Yuan (rund 5,3 Mrd. Euro) Verlust erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies fast einer Verdopplung des bereits zu dieser Zeit erwirtschafteten Minus. Allein bei der in Hongkong und Shanghai an der Börse notierten CNPC-Tochter PetroChina sind 465.000 der 1,67 Mio. CNPC-Angestellten tätig. Damit rangiert der Mutterkonzern hinter Wal-Mart und noch vor der indischen Bahn als zweitgrößter Arbeitgeber weltweit. Die Streichungspläne sollen sich vornehmlich auf Positionen außerhalb der Produktion beziehen, berichtet National Business Daily. So wolle man vor allem weniger Neueinstellungen vornehmen und befristete Verträge nicht verlängern.
 
Quelle: pte

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