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11.04.2008

Fachkräftemangel: Miele setzt auf duale Ausbildung

Nach einer Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) fehlten der deutschen Wirtschaft 2007 rund 400.000 Fachkräfte. Das bedeute umgerechnet einen Wertschöpfungsverlust von gut 23 Milliarden Euro, so der DIHK. Kein Wunder, dass die Nachwuchsrekrutierung bei vielen Unternehmen derzeit ganz oben auf der Agenda steht. Der Haushaltsgerätehersteller Miele setzt dabei auf das duale Ausbildungssystem.

Eine qualifizierte Ausbildung ist nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich von großer Bedeutung. Nach Berechnungen des DIHK hat der Fachkräftemangel der deutschen Wirtschaft im letzten Jahr einen Wachstumsverlust von gut einem Prozentpunkt beschert - angesichts des immer härter werdenden globalen Wettbewerbs eine alarmierende Entwicklung.
 
Das Problem ist auch Thomas Meyer, dem Leiter der Ausbildungsabteilung beim Haushaltsgerätehersteller Miele, nicht unbekannt. „Wir haben vor allem bei Technikern und Ingenieuren Stellen, die nicht ohne weiteres zu besetzen sind“, erklärt Meyer im Gespräch mit UmweltDialog. „Deswegen müssen wir das Personal erst entwickeln, sprich entsprechend ausbilden. Aus diesem Grund wenden wir uns verstärkt an Abiturienten, um unsere Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren“, fügt Meyer hinzu.
 
Neben der Ausbildung von klassischen Berufen wie dem Industriekaufmann oder dem Industriemechaniker wirbt das Gütersloher Unternehmen auch um den akademischen Nachwuchs. Dabei setzt Miele auf das sogenannte „duale Studium“. Kennzeichen dieser Ausbildung ist der ständige Wechsel zwischen theoretischem Unterricht an der Hochschule oder einer Berufsakademie und praktischen Phasen im Ausbildungsbetrieb. Bundesweit gibt es derzeit knapp 700 duale Studiengänge mit über 40.000 Studierenden. Voraussetzung für die Aufnahme des dualen Studiums ist die allgemeine Hochschulreife sowie der Abschluss eines Ausbildungsvertrages. Die Ausbildung dauert zwischen drei und fünf Jahren und endet mit dem jeweiligen IHK-Berufsabschluss sowie dem akademischen Grad des Bachelors, welcher die Grundlage für einen weiterführenden Masterstudiengang bildet. Um sowohl die praktische Ausbildung als auch das Studium zu schaffen, ist der Lehrplan allerdings sehr straff organisiert und stellt hohe Anforderungen an das Engagement der Auszubildenden. Dafür sorgt die Ausbildungsvergütung für weitgehende finanzielle Unabhängigkeit und auch die Karrierechancen nach der Ausbildung werden als besonders gut eingeschätzt.
 
„Für uns als Unternehmen ist dieses Konzept aufgrund der Gleichgewichtung von Theorie und Praxis geradezu optimal, da die Auszubildenden ihr erlangtes Wissen auch direkt im Arbeitsalltag umsetzen können“, erläutert Meyer. Ein gutes Beispiel dafür ist die Lehrphase bei Miele, in der die Auszubildenden des duales Studiengangs im Mitarbeiterverkauf für Staubsauger eingesetzt werden. „Das ganze funktioniert wie ein richtiges Einzelhandelsgeschäft, wo unsere gesamte Belegschaft, das sind derzeit gut 6.000 Mitarbeiter, ermäßigt Produkte von Miele einkaufen können“, erläutert Meyer. Von der Beschaffung über die Lagerung und Bestandsverwaltung bis hin zur Kundenberatung und Budgetabrechnung müssen die Auszubildenden das Geschäft selbständig führen. „Gerade während der Praxisphasen der dualen Ausbildung setzen wir auf die hohe Eigenverantwortung unserer Auszubildenden“, betont Meyer.
Bei den Auszubildenden kommt diese Philosophie gut an. „Mitte August 2001 startete meine dreijährige Ausbildung zum Diplom-Betriebswirt mit einem Praktikum in der Fertigungssteuerung“, schildert Miele-Mitarbeiter Daniel Bestvater seine Erfahrungen. „Dies ermöglichte mir erste Einblicke in industrielle Fertigung und hat mir im Laufe der Ausbildung sehr geholfen. Wer über Produkte und Prozesse von seinem Schreibtisch aus entscheiden muss, sollte sich die Fertigung selbst einmal angesehen haben, um sie besser zu verstehen“, so Bestvater.
 
Ein weiterer Pluspunkt ist die internationale Ausrichtung des dualen Studiums. „Besonders ist mir die Praxisphase in unserer Vertriebsgesellschaft in Großbritannien in Erinnerung geblieben. Neben der ansprechenden Arbeit im dortigen Produktmanagement war die Möglichkeit, sich für drei Monate in einem fremden Land zurechtzufinden, eine große Herausforderung, die mir sehr viel Spaß gemacht und mich auch persönlich sehr weitergebracht hat“, erinnert sich Bestvater.
 
Das Konzept des dualen Studiums hat sich bei Miele bewährt, denn seit der Ersteinführung 1995 wurde weit über 90 Prozent der Absolventen ein Arbeitsplatz angeboten. „Langsam kristallisieren sich sogar die ersten Führungskräfte heraus“, zieht auch Meyer ein positives Fazit. Nicht zuletzt aus diesem Grund stellt das Unternehmen im Herbst wieder 15 neue Auszubildende für das duale Studium ein.
 
Quelle: UD

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