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28.02.2008

Linde startet Bildungsprojekt „Inspiring Gases“

Aufgrund des akuten Fachkräftemangels steht das Thema Nachwuchsförderung bei vielen Firmen derzeit ganz oben auf der Agenda. So auch beim Gase- und Engineeringunternehmen The Linde Group: Mit dem Bildungsprojekt „Inspiring Gases“ will das Münchner Unternehmen nun das Interesse für die Herstellung und Nutzung industrieller Gase fördern und neue, anwendungsbezogene Unterrichtsmaterialien entwickeln.

„Chemie ist, wenn es knallt und stinkt, Physik ist, wenn es nicht gelingt.“ Auf diese treffende Formel könnte man die Erfahrung ganzer Generationen von Schülern bringen, wenn es um Vermittlung naturwissenschaftlicher Themen in der Schulzeit geht. An Lebendigkeit fehlt es im Chemie- und Physikunterricht bis heute sicher nicht, Tatsache allerdings ist, dass sich der Nachwuchs hierzulande nur wenig für naturwissenschaftliche Themen geschweige denn eine Karriere in diesem Bereich begeistert: Laut neuester Studie des Verbandes deutscher Ingenieure (VDI) blieben 2007 durchschnittlich 25.000 Ingenieurstellen im Monat unbesetzt - ein Umstand, der sich für deutsche Unternehmen schon bald zu einem signifikanten Nachteil im globalen Wettbewerb ausweiten könnte.
 
Nicht zuletzt aus diesem Grund haben sich 2005 diverse Firmen in einer Initiative zusammengeschlossen, die sich bundesweit in Bildungsprojekten engagiert: der Wissensfabrik. Ziel des Netzwerks ist es, den Standort Deutschland zukunftsfähiger und die nächste Generation fit für die Globalisierung zu machen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung naturwissenschaftlichen, technischen sowie wirtschaftlichen Denkens. Mit Erfolg: Über 60 Mitgliedsfirmen haben seit dem Start der Initiative mehr als 1.000 Bildungsprojekte auf den Weg gebracht.
 
Ein neues Projekt bei Linde ist ebenfalls diesem Netzwerk zu verdanken: Unter dem Titel „Inspiring Gases“ initiiert die Linde Group ein Projekt in Deutschland, welches das Interesse der Schüler für industriell erzeugte Gase fördern soll. „Die Idee entstand, als wir im Zuge der Übernahme von BOC das so genannte ‚Education Programme Inspiring Gases’ unserer britischen Kollegen kennen lernten“, erinnert sich Dietlind Freiberg, zuständig für Corporate Responsibility bei Linde, im Gespräch mit UmweltDialog. Auf der Suche nach Expertise fand sich schließlich die Lösung auf einer Mitgliedertagung der Wissensfabrik. Dort entstand der Kontakt mit Herrn Professor Bader, Institut für Didaktik der Chemie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Er trug die Idee an Linde heran, didaktisch aufbereitete Unterlagen für Schüler und Lehrer zu entwickeln - und zwar nicht nur über die Eigenschaften von Gasen, sondern auch über ihre industriellen Herstellung und Verwendung.
Einzigartiger Ansatz
 
In der Tat wird dieser Ansatz bislang wenig beachtet. „Heutzutage steht die theoretische Durchdringung eines Inhaltes oftmals immer noch alleine im Zentrum des Unterrichts“, erläutert Prof. Dr. Hans Joachim Bader, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Didaktik der Chemie an der Universität Frankfurt am Main. „Das heißt, dass etwa der Atombau und die Reaktionsfähigkeit eines Gases wie Wasserstoff besprochen werden, ihre technische Produktion und Verwendung hingegen kaum“, so Bader. „Dabei kann gerade der Chemie- und Physikunterricht Zugänge zu aktuellen und zukunftsweisenden Themen vermitteln, die die Schüler interessieren, etwa: Ist Wasserstoff als Kraftstoff überhaupt sinnvoll? Oder: Wie funktioniert ein Wasserstofftankstelle?“
 
Deshalb liegt der Schwerpunkt von „Inspiring Gases“ auch auf der Bedeutung industriell hergestellter Gase für die Zukunft kommender Generationen. Der Ansatz, den Bader und seine Kollegen verfolgen, ist, die Basisinformationen so aufzubereiten, dass sie ein Schüler aus der Sekundarstufe I relativ einfach nachvollziehen kann und sie zugleich auch für die Sekundarstufe II interessant bleiben. „Das ist, zugegeben, schon ein Spagat“, räumt Bader ein. „Doch unser Anspruch ist, dass sich auch interessierten Laien ein Bild von dem Thema machen können.“
 
Kostenloser Zugang
 
Nach Fertigstellung wird das Lernmaterial über die Internetseiten des Linde-Konzerns frei und kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei den didaktisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien hingegen ist geplant, sie nur im Rahmen von Schulungen an Lehrkräfte zu vergeben. Aus gutem Grund: „Wenn Lehrer einen neuen Versuch in den Unterricht einführen, kann es schon einmal passieren, dass nicht alles sofort wie gewünscht funktioniert“, erklärt Bader. „Bei unseren Schulungen zeigen wir, wie man die Geräte fachgerecht aufbaut, stehen zur Verfügung, falls sich Fragen ergeben und vermitteln den Lehrern so die Sicherheit, die sie für eine gute Umsetzung der Materie im Unterricht benötigen.“
 
Derzeit entwickelt das Team um Bader ein Lernpaket zum Thema „Wasserstoff: Energieträger der Zukunft“, welches im Frühjahr 2009 auf der Homepage der Linde Group abrufbar sein wird. Danach folgen die Themenbereiche „Sauerstoff“, „Erdgas“ und „Stickstoff“. Mittelfristig ist zudem geplant, die Materialien in mehrere Sprachen zu übersetzen und Lehrkräften auf der ganzen Welt über die Homepage der entsprechenden Niederlassungen der Linde Group kostenlos zur Verfügung zu stellen.
 
Quelle: UD

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