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31.03.2006

General Motors: Weichen wieder auf Wachstum

Ein Jahr ist es her, da war Opel mit seinem Sanierungsplan in den Schlagzeilen: Ein massiver Stellenabbau von 9.500 Jobs sollte den Autobauer aus Rüsselheim und mehr noch den Mutterkonzern General Motors (GM) in den USA aus der Krise bringen. Doch jetzt steht der Pakt wieder in Frage: "Wahrscheinlich haben wir nicht tief genug eingeschnitten," deutete Opel-Chef Hans Demant gegenüber dem WDR an. Doch es gibt Lichtblicke: GM hat in den USA wichtige finanzielle Weichen gestellt.

Für die künftige Produktion des Astra-Modells seien möglicherweise nur drei statt vier Produktionsstandorte erforderlich, was die Schließung eines Werkes bedeuten würde, so der Opel-Chef weiter. General Motors will Zeitungsberichten zufolge eine Entscheidung hierüber im Laufe des Jahres treffen. Dabei hat sich die Marke Opel in den letzten zwölf Monaten gemacht: Der Februar 2006 bescherte Opel auf dem deutschen Heimatmarkt bei den Pkw ein leichtes Plus von rund 900 Einheiten oder 0,3 Prozentpunkten gegenüber Februar 2005. Bei einem Gesamtabsatz von 22.172 Fahrzeugen lag der Marktanteil bei 10,3 Prozent, was Rang zwei unter den deutschen Marken bedeutet. Opel überholte damit DaimlerChrysler und schob sich hinter Volkswagen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Modelle Vectra (plus 21 Prozent), Zafira (plus 41 Prozent) und Combo (plus 82 Prozent). Jonathan Browning, Vice President für Verkauf und Marketing bei GME, freut sich: "Unser Verkaufsvolumen steigt kontinuierlich. 2006 steht für uns die Qualität der Verkäufe im Vordergrund gegenüber der Menge."
 
Allerdings wurden die Erfolge teuer erkauft. Das Beispiel Opel zeigt exemplarisch für die anderen deutschen Autobauer, wie hart der Verdrängungswettbewerb in der Branche ist: Vor allem japanischen und koreanischen Konkurrenten erobern immer mehr Marktanteile. Zugleich gelten die bedeutendsten Automärkte in Europa als gesättigt. Die Folgen sind Überkapazitäten, Rabattschlachten und damit einhergehend sinkende Gewinne. Aanlysten beklagen vor allem, dass Opel in großem Stil seine Fahrzeuge zu schlechten Konditionen an Fuhrparks abgegeben habe. Das habe zwar den Marktanteil erhöht, aber nicht die Einnahmen. Sollten sich die Marktbedingungen in Zukunft nicht deutlich ändern, rechnen Experten damit, dass tatsächlich eines der Opel-Werke in Bochum, Antwerpen oder im englischen Ellesmere Porth geschlossen werden könnte. Dabei senkt das 2005 beschlossene Sanierungsprogramm die Kosten jährlich um 500 Mio. Euro. Angeblich machen die Rüsselsheimer demnach keine Verluste mehr. Genaue Zahlen hierzu publiziert GM nicht. „Opel hat sich gemacht und zeigt erste Erfolge", meint auch Wolfgang Meinig, Professor an der Forschungsstelle Automobilwirtschaft gegenüber dem WDR.
 
GM gelingen Befreiungsschläge

Der harte Wettbewerb alleine erklärt also noch nicht die neuerlich angekündigte rigide Sparpolitik des Konzerns. Vielmehr ist es der Mutterkonzern GM, der derzeit seine Sorgen auch auf die Töchter umverteilt. Noch bis März etwa galt der Autobauer aus Detroit als hochgradig Bankrott-gefährdet: Vorstandsvorsitzender Wagoner hatte schließlich mit zwei Befreiungsschlägen den Konzern wieder in tiefere Fahrwasser geführt: Die erste Klippe war die Beilegung eines monatelangen Streites mit der Gewerkschaft United Auto Workers und dem Insolvenzmanagement vom Autozulieferer Delphi gewesen. Delphi, ein ehemaliges Tochterunternehmen von GM, liefert zahlreiche Autoteile vom Lenksystem bis Klimaanlage zu. Im Oktober letzten Jahres hatte das Unternehmen allerdings Insolvenz angemeldet. Ein Lieferstopp wiederum hätte die Produktion in vielen GM-Autofabriken zum erliegen gebracht. Angesichts eines Verlustes von fast zehn Milliarden Dollar pro Jahr hätte dies das Ende für GM bedeuten können, so ein Analyst gegenüber der Financial Times. Schon jetzt belastete das „Delphi-Desaster“ die Konzernbilanz mit 3,6 Mrd. Dollar Haftungsrückstellungen. GM sagte schließlich zu, 5.000 Delphi-Mitarbeiter zu übernehmen, sofern die Gewerkschaft weitere 14.000 zur Annahme einer Abfindung überrede. "General Motors hat diesen Deal unbedingt gebraucht", konstatierte Dave Zoia vom Marktforscher Ward gegenüber der FinTimes.  Der zweite Lichtblick Ende März war der Verkauf von großen Teilen seiner Finanzsparte GMAC Commercial Holding. Vierfünftel werden von der Beteiligungsgesellschaft KKR übernommen. Der Hedgefonds zahlt hierfür 1,5 Mrd. Dollar und übernimmt zudem die Hypotheken in Höhe von 7,3 Mrd. Dollar. Somit wird die General Motors Bilanz um insgesamt 9 Mrd. Dollar erleichtert.

 
Quelle: UD

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