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01.02.2006

Linde Engineering: Erfolg dank Erfahrung

Umwelttechnologien sind Exportschlager. Alleine Deutschland hat 2003 Umweltschutzgüter im Wert von 35 Milliarden US-Dollar ins Ausland geliefert, so eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Das Beispiel Linde Engineering zeigt, warum Nachhaltigkeit auch ökonomisch attraktiv ist.

Norwegens Wohlstand beruht auf Hunderten von Öl- und Gasförderanlagen auf dem vorgelagerten Schelfmeer der Nordsee. Die fossilen Energieträger werden in Anlagen aufbereitet wie der Erdgasverflüssigungsanlage in Hammerfest im Norden Norwegens. Diese wurde von Linde Engineering errichtet und ist ein Beispiel für den deutschen Exportschlager „Umwelttechnologien“:  Die Erdgasanlage Hammerfest  ist die erste Anlage der Welt, in der das im Erdgas enthaltene Kohlendioxid nicht nur physikalisch abgetrennt, sondern nach dem Prozess getrocknet, verdichtet und per Pipeline in die Lagerstätte zurückgepumpt wird - insgesamt rund 700.000 Tonnen pro Jahr.

Darüber hinaus wird die für die Erdgasverflüssigung benötigte Energie mit Hilfe von hocheffizienten Gasturbinen erzeugt, die einen im Vergleich zu herkömmlichen Turbinen um rund ein Drittel geringeren Brennstoffbedarf haben. Ebenfalls zum ersten Mal weltweit wenden wir in Hammerfest eine Technologie an, bei der alle Gase, die bei der Verladung der Produkte auf Tankschiffe entstehen, gesammelt, zur LNG-Anlage zurückgeführt und anschließend wieder verflüssigt werden. In traditionellen Anlagen werden diese über eine Fackel verbrannt und gelangen damit in die Atmosphäre.

Erfolg dank Erfahrung


Insgesamt exportiert Deutschland jährlich Umweltschutzgüter im Wert von über 35 Mrd. Dollar und hat damit seit dem Jahr 2000 seinen Welthandelsanteil in diesem Segment kontinuierlich gesteigert. Keinem anderen Land ist dies in ähnlich erfolgreicher Weise gelungen. Während in Deutschland mittlerweile fünf Prozent der Exporte des verarbeitenden Gewerbes potenzielle Umweltschutzgüter sind, liegt der Durchschnitt in den OECD-Ländern bei 3,8 Prozent.

Ein Erfolg, der vor allem auf Erfahrung beruht: Linde Engineering mit der Zentrale in Höllriegelskreuth bei München etwa betreibt bereits seit 1965 eine Fachabteilung für Sicherheit, Umweltschutz und Genehmigungsverfahren (TAS) als integralen Bestandteil bei jeder Planung, Projektierung und dem Bau von industriellen Großanlagenbau.

Das 32köpfige Expertenteam der TAS arbeitet nach einem fest definierten Vorgehensmodell: Im Vordergrund stehen dabei systematische Gefahrenanalysen, Schall- und  Lärmminderungspläne sowie die Ausstattung der Anlagen mit allen sicherheitstechnischen Ausrüstungsteilen, vom einfachen Sicherheitsventil bis hin zur kompletten Fackelanlage. Weltweit gesehen ist Linde Engineering damit eines der wenigen Unternehmen, das eine eigenständige Sicherheitsabteilung für den Anlagenbau hat.
Aus Fehlern lernen

Um Montage und Betrieb der Anlagen ohne Unfälle, Schäden für Menschen und Umwelt sowie ohne wirtschaftliche Einbußen durchzuführen, gilt der Vorbeugung und der Vermeidung von Fehlern im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses die höchste Aufmerksamkeit. Kurz: Fehlervermeidung geht vor Fehlerbeseitigung. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind aber Fehler und Unfälle in der Projektrealisierung nie auszuschließen. Haben sie Planungsänderungen und Nacharbeiten auf der Baustelle zur Folge, entstehen zusätzliche Kosten. Entsprechend bieten fundierte Fehleranalysen und angemessene Vorbeugungsmaßnahmen ein großes Einsparpotenzial.

Um die Bearbeitung von Fehlern künftig noch effizienter zu gestalten, wurde 2004 bei Linde Engineering ein neues Datenverarbeitungssystem namens „MEMVIS“ entwickelt (Mängelerfassungs-, Melde-, Verwaltungs- und Informationssystem). Es dokumentiert Fehler und Maßnahmen zu ihrer Beseitigung beziehungsweise Vorbeugung. MEMVIS wird eingesetzt, um die Behebung und Vorbeugung von Fehlern auf operativer Ebene zu unterstützen und Verbesserungsvorschläge noch schneller als bisher an verantwortliche Stellen zu leiten.

Das Ergebnis ist im Idealfall dann eine umweltfreundliche und fehlerfrei arbeitende Anlage wie die in Hammerfest. Deren verflüssigtes Erdgas kommt übrigens auch nach der Herstellung weiter umweltfreundlich zum Einsatz: Größter Abnehmer ist die norwegische Küstenschifffahrt, deren Erdgasfähren eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Schiffen mit Dieselaggregaten sind. Sie sind überall dort im Einsatz, wo Brückenbauten zur Überwindung von Fjorden und Buchten zu aufwändig und kostspielig wären.
 
Quelle: UD

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