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15.11.2005

Die Strippenzieher - Wie ThyssenKrupp dem Kabelsalat in der Schifffahrt begegnet

Kreuzfahrten sind längst mehr kein Privileg weniger Reicher. Insgesamt haben die auf dem deutschen Hochsee-Kreuzfahrtenmarkt aktiven Reedereien und Veranstalter im vergangenen Jahr 583.043 Passagiere befördert. Das entspricht einem Plus von 8,5 Prozent. Der Wettbewerb der Anbieter wird dabei immer härter. Neben Sonnenschein und Service ist besonders der Komfort entscheidend. Hier setzen die maritimen Unternehmen von ThyssenKrupp Maßstäbe und verlieren den Nachhaltigkeitsgedanken dabei nicht aus den Augen. Neue Glasfasertechniken bieten viele Features und sparen tonnenweise Rohstoffe.

Wer den Kieler Hafen besucht, der sieht auch die markante Zeichen der Howaldtwerke Deutschland. Diese Traditionswerft gehört heute zu Thyssenkrupp Marine Systems. Auf dem Werftgelände steht ein eher unscheinbarer Hangar, in dem Entscheidendes für die Zukunft der Schifffahrt entwickelt wird: Multi Service Board Network, kurz MSB, ist ein neues, hoch leistungsfähiges Kommunikationsnetzwerk, dass kaum Wünsche übrig lässt und Ressourcen schont.  Ein Glasfaserkabel, gerade einmal so „dick“ wie ein menschliches Haar, soll dabei künftig die Arbeit aller herkömmlichen Kabel an Bord verrichten.
 
Die ökologischen und ökonomischen Einsparpotenziale dieser neuen Technik sind gewaltig. Rund 60% der bisher verwendeten Kupferkabel würden so überflüssig. Bisher mussten Kabel durch das gesamte Schiff verlegt werden, aus Sicherheitsgründen sind diese Netze teilweise mehrfach und an verschiedenen Stellen verlegt. „Unter dem Strich kostet das Platz, Gewicht und nicht zuletzt Arbeitszeit, die bezahlt werden muss,“ so Michael Voss, Ressortleiter Ausrüstung bei ThyssenKrupp Marine Systems im Gespräch mit der Zeitschrift „Innovate“.
 
Am Beispiel der „MS Deutschland“ werden die Vorteile der neuen Technik deutlich: Mit 200 Metern Länge zählt dieses traditionsreiche Traumschiff heute zu den eher kleineren Kreuzfahrern. MSB könnte 100 der 180 km Kabel an Bord einsparen helfen. Unter nachhaltigen Aspekten bedeutet dies eine Einsparung von rund 20 Tonnen wertvoller Rohstoffe und 32.000 Arbeitsstunden für die entfallende Verlegung der Kupferkabel.
 
Dank seiner Leistungsfähigkeit kommen diese Glasfaserkabel auch dem Komfort der Passagiere zu Gute: Eine einzige Faser soll, so die ThyssenKrupp-Schiffbauer, theoretisch in der Lage sein, den gesamten Telefonverkehr Deutschlands zu bewältigen. An Bord könnten daher problemlos diverse Kommunikationsdienste - vom Telefon und Fax über Internet und Fernsehen bis hin zu Brandmeldern und Klimaanlage - darüber betrieben werden. Das macht die Anwendung vor allem für moderne Luxus-Kreuzfahrtschiffe interessant: Hier ist der High-Tech-Bedarf besonders hoch und die Anforderungen wandeln sich schneller. Statt kostspielig und mühsam jedes Mal neue Strippen durch das Schiff zu ziehen, ließen sich  künftig Änderungen als einfaches Software-Update realisieren.
 
Quelle: UD

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