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14.07.2004

Wer nicht schmiert, verliert? Industriekapitäne sagen der Korruption den Kampf an

Unternehmensführer aus aller Welt haben auf dem Treffen der UN-Nachhaltigkeitsinitiative Global Compact der Korruption den Kampf angesagt. 1.500 Unternehmen aus aller Welt verpflichten sich künftig neben der Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Arbeitsstandards auch dazu, „Korruption in allen Formen einschließlich Erpressung und Bestechlichkeit“ zu begegnen.

Das New Yorker Gipfeltreffen bot neben einer Rede des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva verschiedene konstruktive Roundtable-Gespräche, an denen insgesamt mehr als 400 Unternehmensführer, Regierungsvertreter und Umweltgruppen teilnahmen. Dies sei das bestbesetzte Global Compact-Treffen der UN gewesen, freute sich Generalsekretär Kofi Annan.

"Wir haben die Herausforderungen zur Veränderung des Global Compact angesprochen und erkannt, dass die Differenzen in einem konstruktiven, gemeinsamen Aktionsplan münden müssen,” so Annan auf seiner Abschlussrede "Sie haben gezeigt, dass auch in Zeiten der Unsicherheit und Angst Unternehmen, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Regierungen ihre Widerstände überwinden und auf Gemeinsamkeiten aufbauen können.“
Zuvor hatte der deutsche Leiter von Transparency International, Peter Eigen, darauf hingewiesen, dass noch vor kurzen viele Unternehmen Korruption als notwendiges Übel betrachteten, dass man schulterzuckend hinnehmen müsse nach dem Motto „Ich mag es zwar nicht, aber was soll man tun.“ Dieser Schritt jetzt sei das erste weltweite Abkommen, um Korruption und seine Folgen zu bekämpfen. Transparency International ist eine international agierende NGO, die sich dem Kampf gegen die Korruption verschrieben hat.

Korruption verursacht jährlich Schäden in Milliarden-Höhe. Nach dem Bericht des Bundeskriminalamtes hat sich die Zahl der Straftaten mit Korruptionsverdacht zwischen 2001 und 2002 um 35 Prozent sprunghaft erhöht. Bei öffentlichen Bauten etwa fließen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft jährlich bis zu fünf Milliarden Euro Schmiergelder. "Wo geschmiert wird, können seriöse Unternehmen nicht überleben," so der Frankfurter Oberstaatsanwalts Wolfgang Schaupensteiner Dabei rangieren die Deutschen im internationalen Vergleich von Transparency International gerade mal im Mittelfeld. Absoluter Spitzenreiter: Russland.
 
Quelle: UD

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