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Deutsche Unternehmen mit Kreislaufschwächen zoom

14.03.2016

Deutsche Unternehmen mit Kreislaufschwächen

Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen sehen in der Kreislaufwirtschaft eine Chance. Zwei Drittel von ihnen erwarten, dass sie eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für das eigene Unternehmen hat. Aber ebenso viele räumen ein, dass ihre Unternehmensstrategie bisher wenig bis sehr wenig auf die Kreislaufwirtschaft ausgerichtet ist. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage, die Z_punkt The Foresight Company unter 40 großen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland im Februar 2016 durchgeführt hat.

„Die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft ist ein langfristiger Transformationsprozess mit enormen Chancen für deutsche Unternehmen“, sagt Andreas Neef, Managing Partner beim Beratungsunternehmen Z_punkt The Foresight Company. Das Thema gehöre jetzt auf die Agenda der Strategie- und Innovationsabteilungen, denn die internationale Konkurrenz gehe bereits den nächsten Schritt zur konkreten Umsetzung.

Auch von politischer Seite kommen Impulse. Im Dezember hatte die Europäische Kommission ihr Circular Economy Package verabschiedet, über das die EU-Umweltminister Anfang März beraten haben. Das Paket verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer Recyclingquote von mindestens 65 Prozent ab dem Jahr 2030 und bietet gleichzeitig über sechs Milliarden Euro Fördergelder an. Jenseits dessen betont man bei Z_punkt vor allem die Chancen für Innovation und Wertschöpfung, die eine Kreislaufwirtschaft Unternehmen eröffne.

Andreas Neef ist Managing Partner von Z_punkt.
Andreas Neef ist Managing Partner von Z_punkt.

Mehr als nur Recycling

Ein Wirtschaften in geschlossenen Kreisläufen – auf den Ebenen von Ressourcen und Materialien, Produkten und Supply Chains – gehe weit über Recycling hinaus. Bei Ansätzen, den Wert von Produkten solange zu erhalten, wie dies qualitativ und wirtschaftlich möglich ist, hinke der Recycling-Weltmeister Deutschland hinterher. „Unternehmen wie Philips, eBay, Caterpillar und Renault investieren mit Erfolg in die Kreislaufwirtschaft. Aber nur wenige der Best-Practice-Beispiele wurden von der deutschen Industrie vorangetrieben“, sagt Experte Christian Rudolph. Er verantwortet bei Z_punkt seit kurzem das Thema Kreislaufwirtschaft, hat in der Vergangenheit die Europäische Kommission dazu beraten, für Deutschlands größten Automobilhersteller an Carsharing-Projekten mitgewirkt und an Geschäftsmodellen für Philips Licht-Leasing und für die Rückwärtslogistik von Fairphone mitgearbeitet.

Rudolph zählt Beispiele für funktionierende Ansätze einer Kreislaufwirtschaft auf:

  • Caterpillar bereitet in neun Remanufacturing-Werken Pumpen, Getriebe und Motoren auf, um sie in neuen Maschinen zu verbauen.
  • Renaults einziges profitables Produktionswerk ist ein Remanufacturing-Werk vor den Toren von Paris.
  • Philips bietet Geschäftskunden die Möglichkeit aufwendige Lichtsysteme zu leasen (pay per lux) statt sie zu kaufen.
  • British Airways hat im Januar verkündet, die Flotte vorzugsweise mit gebrauchten A380 zu erweitern.

Inzwischen setzen sich große internationale Unternehmen an die Spitze des Trends hin zur Kreislaufwirtschaft. So werden sich BASF Construction Chemicals (UK) oder Sharp Electronics (Europe) mit ihren Ansätzen auf der bis dato größten Messe und Konferenz zum Thema, der Resource präsentieren.

Die deutsche Wirtschaft könnte nach aktuellen Studien jährlich um zusätzliche 0,3 Prozent wachsen, wenn Rohstoffe und Produkte mittels einer Kreislaufwirtschaft besser ausgelastet würden. Privathaushalte könnten ihre Kosten für Lebensmittel, Mobilität und Wohnraum bis zum Jahr 2030 um ein Viertel senken.

Produkt-Service-Systeme entscheidend

„Mit Kreislaufwirtschaft lassen sich kurz- und mittelfristig Gewinne vor allem durch eine bessere Auslastung von Produkten generieren. Langfristig sind Produkt-Service-Systeme entscheidend“, so Rudolph. Dies erfordere den Aufbau neuer Unternehmenseinheiten und Kompetenzen, bis dann nach einigen Jahren ein neuer Wertschöpfungskreislauf entstehe.

 
Quelle: UD/pm

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