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Sonntag, 24.September 2017
Ökobilanzierungen bei der memo AG: „Ergebnisse bestätigen unsere Philosophie“
Papiersorten der memo AG.

13.02.2014

Ökobilanzierungen bei der memo AG: „Ergebnisse bestätigen unsere Philosophie“

Der Greußenheimer Versandhändler memo AG hat im vergangenen Jahr für drei memo Markenprodukte Ökobilanzen erstellt: für ein Vollwaschmittel, eine Flüssigseife und ein Multifunktionspapier. Auf dem Öko-Prüfstand konnten diese Produkte durch gute Umwelteigenschaften punkten. Die Bilanzierung selbst hat sich die memo AG einiges kosten lassen. Warum der Mittelständler diesen Aufwand auf sich genommen hat, welche Hürden er dabei zu überwinden hatte und was das Unternehmen für die Zukunft plant, wollte Umweltdialog wissen. Die memo-Nachhaltigkeitsmanager Lothar Hartmann und Evelyn Gumpp standen Rede und Antwort.

Frau Gumpp, Herr Hartmann, für die Lebenszyklusanalysen Ihrer drei memo Markenprodukte haben Sie sechs Personenmonate Zeit investiert – je Produkt. Warum haben Sie das auf sich genommen?

Hartmann: Wir wollten wissen, ob und wie wir die Umweltauswirkungen dieser drei Produkte weiter verringern können: im Herstellungsprozess, beim Transport, bei der Rohstoffauswahl, der Verpackung. Und wir wollten die Ergebnisse nutzen, um unsere Kunden besser über die Öko-Eigenschaften dieser Produkte zu informieren, untermauert mit Daten und Fakten.

Warum kamen ausgerechnet Seife, Vollwaschmittel und Papier auf den Prüfstand?

Hartmann: Das sind Produkte, die wir in großen Mengen verkaufenund die eine hohe Alltagsrelevanz haben. Sie werden täglich gebraucht. Außerdem pflegen wir zu deren Herstellern langjährige Geschäftsbeziehungen. Das hat uns die Analysen erleichtert. Denn die Produzenten hatten ja auch einigen Aufwand damit. Wir mussten sie überzeugen, dass sie ihre Produkte dadurch weiter verbessern können – und wir diese so besser vermarkten können.

Wie liefen die Lebenszyklusanalysen ab?

Gumpp: Das war bei jedem Produkt anders. Beim grafischen Papier hatten wir den Idealfall. Da hatte der Hersteller selbst schon eine Ökobilanz erstellt, auf die wir aufbauen konnten. Bei den beiden anderen Produkten sind wir zusammen mit den Herstellern in die Analysephase gegangen: haben Energie- und Stoffströme gemessen, die Umweltauswirkungen der Rohstoffe und den Wasserverbrauch unter die Lupe genommen. Nicht nur für das Produkt selbst, sondern auch für dessen Verpackung. Und das jeweils von der Rohstoffgewinnung oder der Herstellung bis zum Transport zu memo.

Wir wollten die Ergebnisse nutzen, um unsere Kunden besser über die Öko-Eigenschaften dieser Produkte zu informieren, untermauert mit Daten und Fakten.

Lothar Hartmann,Nachhaltigkeitsmanager bei der memo AG

Foto: memo AG
Foto: memo AG
 

Will man die Ökobilanz eines Produktes verbessern, muss man die Prozesse verstehen.


Evelyn Gumpp, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der memo AG

Foto: memo AG
Foto: memo AG
 

Können Sie das am Beispiel Seife mal durchspielen?

Gumpp: Bei der Seifenherstellung spielen etliche Rohstoffe mit hinein, Sonnenblumenöl zum Beispiel. Wir haben die Verarbeitungsprozesse in der Ölmühle untersucht und geschaut, wo die Sonnenblumenkerne angebaut werden. Je tiefer man die Kette zurückverfolgt, desto schwieriger ist die Datenerhebung. Ab einem gewissen Punkt mussten wir deshalb auf spezielle Datenbanken zurückgreifen – etwa für die Umweltauswirkungen des Düngers, der beim Anbau eingesetzt wird, den Wasserverbrauch oder die Emissionen der landwirtschaftlichen Fahrzeuge.

Und dann?

Gumpp: Dann haben wir analysiert, wie die einzelnen Rohstoffe verarbeitet werden. Dazu mussten wir tief in chemische Prozesse und Herstellungsverfahren einsteigen und zum Beispiel den Energieverbrauch der Abfüllungs- oder Etikettierungsanlagen und die Umweltauswirkungen des Transports messen sowie mit dem Fachpersonal reden. Will man die Ökobilanz eines Produktes verbessern, muss man diese Prozesse erst einmal verstehen.

Gab es auch schwarze Flecken – Daten, die Sie nicht erheben konnten?

Gumpp: Wir hatten ein bestimmtes Tensid aus pflanzlicher Herkunft, das in unserem Waschmittel verarbeitet wird, für das wir keine Daten erheben konnten. Das haben wir auch offen kommuniziert. Das hat jedoch den Nutzen unserer Bilanz nicht geschmälert.

Was machen Sie jetzt mit den gewonnen Erkenntnissen?

Hartmann: Wir verbessern die analysierten Produkte gemeinsam mit unseren Lieferanten. Unser Waschmittelhersteller macht schon erste Tests zur Umstellung der Verpackungen auf Recyclingmaterial. Unser Seifenlieferant untersucht, wie er einen weiteren Rohstoff künftig aus kontrolliert biologischem Anbau beziehen kann.

Und in Ihrem Unternehmen?

Hartmann: Intern haben wir die Kollegen im Vertrieb und im Kundenservice auf unseren Wissensstand gebracht, damit sie unsere Kunden besser beraten können. Wenn ein Kunde uns heute fragt: „Warum empfehlt ihr mir ausgerechnet dieses Produkt?“, können wir das mit detaillierten Daten untermauern. Auf die Öko-Vorteile der bilanzierten Produkte weisen wir auch im aktuellen Katalog und unserem Webshop sehr deutlich hin.

Haben Sie Pläne für die Zukunft?

Hartmann: Mittelfristig möchten wir gerne Ökobilanzen für unser gesamtes Markensortiment zur Verfügung stellen. Als Mittelständler können wir das aber nicht alleine stemmen. Da sind wir auf die Unterstützung unserer Lieferanten angewiesen. Die versuchen wir, dafür zu gewinnen. Das ist aber nicht immer einfach.

Was hat die memo AG als Unternehmen gelernt?

Hartmann: Unter anderem konnten wir uns viel Expertenwissen über Rohstoffe, Emissionen, Produktionsverfahren aneignen. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit den beteiligten Lieferanten enger geworden. Da gibt es eine neue Qualität. Und wir sehen uns in unserer Philosophie bestätigt: Wir achten ja stets schon bei der Listung unserer Produkte darauf, dass sie möglichst umweltverträglich sind. Die Ergebnisse unserer Ökobilanzen sind eine schöne Bestätigung, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Wir bedanken und für das Gespräch!

Ergebnisse der Ökobilanzierungen der memo AG

Detaillierte Ergebnisse der Lebenszyklusanalysen für das Vollwaschmittel „Eco Saponine“, die Flüssigseife „Natural Liquid“ Citrus sowie das Multifunktionspapier „Recycling Plus“ dokumentiert die memo AG in ihrem Nachhaltigkeitsbericht 2013/2014. Gegenüber herkömmlichen Produkten weisen die drei Eigenmarken teils deutliche Ökovorteile auf: Die Bestandteile der Pflanzenölseife etwa sind zu 99 Prozent biologisch abbaubar. Die Herstellung des Recyclingpapiers benötigt 72 Prozent weniger Energie als die Produktion eines Frischfaserpapiers. Bei der Produktion des Waschmittels wird auf Streck- und Füllmittel verzichtet, um Ressourcen und Energie zu sparen.

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht:

 

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