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22.12.2010

BSH-Werk Traunreut: Von der Fabrik im Grünen zur grünen Fabrik

Eine Million Herde und Backöfen, 950.000 Kochfelder und 250.000 Warmwassergeräte produzierte das BSH-Werk Traunreut in diesem Jahr. Dazu bedarf es viel Energie: Der Standort verbraucht so viel Strom, Erdgas und Wärme wie eine Stadt mit 4.500 Einwohnern. Feste Ziele zur Senkung des Energie und Ressourcenverbrauchs will die 2009 eingeführte Energie-Effizienz-Initiative Traunreut erreichen: Bis 2013 soll der Verbrauch um zehn Prozent gesenkt werden. Zwei Jahre nach der Einführung der Initiative sind bereits große Schritte geschafft. Wichtige Rollen spielten in diesem Jahr im Traunreuter Werk außerdem der demographische Wandel und der Fachkräftemangel.

Das BSH-Werk in Traunreut. Foto: BSH
Das BSH-Werk in Traunreut. Foto: BSH

Elf riesige Pressen, jede so groß wie ein Einfamilienhaus, bearbeiten auf dem Werksgelände in Traunreut die Stahlblechrollen. Unter großer Krafteinwirkung pressen, stanzen, biegen und formen sie die späteren Bestandteile der Hausgeräte. In einer anderen Halle wird in vier Öfen bei über 800 Grad Celsius Email geschmolzen. Damit werden die Innenbleche der Backrohre beschichtet, um später den hohen Temperaturen im täglichen Einsatz standhalten zu können. Vorgänge wie diese verursachen im Traunreuter Werk einen Gesamt-Energieverbrauch von rund 70 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Maßnahmen zeigen Wirkung

Ziel der im vergangenen Jahr gestarteten Energie-Effizienz-Initiative Traunreut ist es, den Energieverbrauch der Fabrik innerhalb von fünf Jahren um mehr als 9,5 Millionen Kilowattstunden zu senken. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden: Um 5,6 Millionen Kilowattstunden konnte der Energieverbrauch bereits gesenkt werden. Zahlreiche Einzelmaßnahmen, aber auch Investitionen waren dazu notwendig. Beispielsweise die Anschaffung einer neuen 400-Tonnen-Presse, die deutlich leistungsstärker ist als die alte, aber viel weniger Energie verbraucht. Wichtig für den Erfolg der Initiative ist vor allem, dass alle Mitarbeiter in das Energiesparprogramm einbezogen werden: Mehr als 100 Arbeitskräfte des Standortes wurden zu so genannten Energiepartnern geschult, um in ihren Bereichen mit gutem Beispiel voranzugehen und den Kolleginnen und Kollegen bei Kontrollgängen und Verbesserungsworkshops zu zeigen, wo Einsparpotenziale liegen.

Großes Potenzial bieten auch umweltfreundliche Logistikkonzepte. Zur Minderung der CO2-Emissionen und zur Entlastung des Straßenverkehrs reduziert die BSH in Traunreut außerdem den Transport per Lkw. Täglich passieren etwa 30 Laster das Werk - größtenteils mit Materiallieferungen nach Frankreich und Nordeuropa. In diesem Jahr gelang es bereits, im Bereich der Stahlanlieferung 280 Lkw weniger einzusetzen. Das Material wurde stattdessen mit der Bahn transportiert.

Umweltschutz und Energiesparen hat Tradition

Stefan Lauwitz, Fabrikleiter des BSH-Werks Traunreut. Foto: BSH
Stefan Lauwitz, Fabrikleiter des BSH-Werks Traunreut. Foto: BSH

Zwar ist die Energie-Effizienz-Initiative in Traunreut relativ neu, doch die Themen Energie und Umwelt stehen im BSH-Werk Traunreut seit vielen Jahren im Fokus. Ein Beweis dafür ist das 1999 errichtete Biomasse-Heizkraftwerk. CO2-neutral werden hier Strom und Wärme produziert und als Bestandteil des Energieverbundes Traunreut zum Teil in das öffentliche Fernwärmenetz eingespeist. 23.000 Megawattstunden der erzeugten Energie nutzt das Werk für die eigene Produktion. Seit den 90er Jahren hat der Standort Traunreut kontinuierlich ineffiziente Anlagen still gelegt und erneuert, Gebäude saniert und Heizungen modernisiert. Allein in diesem Jahr hat die BSH in Traunreut 14 Millionen Euro investiert. Auch der Wasserverbrauch in der Fabrik konnte durch Mehrfachnutzung und neue Rohrleitungen kontinuierlich gesenkt werden. „Mit diesen Maßnahmen haben wir in den vergangenen 15 Jahren unseren Wasserverbrauch um 70 Prozent, den Energieverbrauch um 40 Prozent und die CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte gesenkt“, erklärt Standortleiter Stefan Lauwitz.

Den demographischen Wandel im Fokus

Ein weiterer Handlungsschwerpunkt im Traunreuter BSH-Werk ist die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze. Als Pilotprojekt für den gesamten Konzern hat die Fabrik Traunreut das „Ergoline-Montagesystem“ eingeführt. Dieses sorgt beispielsweise durch eine Taktsteuerung für ein gleichmäßiges Arbeitstempo oder durch den Einsatz von drehmomentkompensierten Schraubern für die Schonung der Handgelenke.

Fertigung Herde: Hier können die Mitarbeiter ihre Tätigkeiten auch im Sitzen verrichten. Foto: BSH
Fertigung Herde: Hier können die Mitarbeiter ihre Tätigkeiten auch im Sitzen verrichten. Foto: BSH

Außerdem soll es möglichst viele Arbeitsplätze geben, an denen die Mitarbeiter ihre Tätigkeiten abwechselnd im Stehen oder im Sitzen verrichten können. „So können wir die Mitarbeiter über einen langen Zeitraum und auch bei steigendem Rentenalter gut in die Produktion integrieren“, erklärt Lauwitz. Denn wegen des demografischen Wandels wird der Altersdurchschnitt des Personals voraussichtlich steigen. Aktuell liegt dieser in BSH-Fabrik Traunreut bei über 40 Jahren - der Anteil der Mitarbeiter über 50 liegt derzeit bei 30 Prozent.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Neben den demografischen Wandel macht sich im BSH-Werk Traunreut auch der zunehmende Fachkräftemangel bemerkbar: „Es fällt auf, dass wir deutlich weniger Bewerbungen als früher bekommen und wir folglich eine kleinere Auswahl haben“, berichtet Standortleiter Lauwitz. Doch bisher konnten die offenen Stellen noch problemlos besetzt werden. Im Bereich der Entwicklung wurden in diesem Jahr 55 Kaufleute und Ingenieure neu eingestellt. Insgesamt beschäftigt das Werk derzeit 2.400 Mitarbeiter. „Wir wollen aber auch in Zukunft in einem voraussichtlich noch stärker umkämpften Umfeld genügend qualifizierte Ingenieure zur Verfügung haben“, sagt Lauwitz. Deshalb kooperiert das BSH-Werk Traunreut seit 2008 mit der Hochschule Rosenheim: Im Rahmen des dreieinhalbjährigen „Dualen Studiums“ zum Bachelor of Engineering in der Fachrichtung Mechatronik, absolvieren die Studenten Praxisphasen in der Traunreuter Fabrik. Seit 2009 wird auch ein viereinhalbjähriges Verbundstudium in Elektro- und Informationstechnik angeboten. Dieses baut auf eine betriebliche Berufsausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik auf und endet mit den Abschlüssen Elektroniker für Betriebstechnik und Bachelor of Engineering. Rund 60 Praktikanten und Diplomanden aus verschiedenen Schulen und Bildungsstätten sammeln pro Jahr am BSH-Standort Traunreut erste Erfahrungen für das Berufsleben. Daneben beschäftigt das Werk jährlich 60 Auszubildende, die hier Berufe wie Elektroniker, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer oder Industriekaufmann erlernen.

 
Quelle: UD

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