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Donnerstag, 19.Oktober 2017

07.04.2009

Greenpeace: Nokia ist Energie-Vorbild

Greenpeace hat die elfte Fassung seines Ratgebers "Grüne Elektronik" (Guide to Greener Electronics) veröffentlicht. Mit 7,5 Punkten behält Nokia den Spitzenplatz im Ranking und ist dabei stark im dritten Wertungsbereich "Energie". Unter anderem wird der finnische Konzern dafür gelobt, bereits ein Viertel seines Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen und punktet durch eine hohe Energieeffizienz neuer Produkte.

Foto: Nokia
Foto: Nokia
Der vierteljährliche Guide bewertet 17 führende Elektronikanbieter nach den Greenpeace-eigenen Kriterien für Energie, Elektroschritt und Giftstoffe, erläutert die Computerzeitung. So gibt es etwa  für den Einsatz von Solarenergie für PCs höhere Noten, während Schadstoffe die Beurteilung mit einem Maximum von zehn Punkten verschlechtern. Insgesamt konnte in diesem Kriterienkatalog auch diesmal wieder Nokia deutlich überzeugen. Die Finnen konnten sich von 6,9 auf 7,5 Punkte steigern. Die Jury nannte verbesserte Energieeffizienz sowie der Einsatz von Solarenergie als entscheidende Punkte.   

Aus dem roten Bereich verabschiedet hat sich Philips. Das niederländische Elektronikunternehmen springt vom 15. auf den vierten Platz im Ranking, da es auf eine groß angelegte Greenpeace-Kampagne mit mehr als 47.000 Unterstützern reagiert hat. Philips will nun finanzielle Verantwortung für das Recycling seiner Produkte übernehmen. Zwar muss erst ein funktionierendes System für Rücknahme und Recycling umgesetzt werden, doch ist Greenpeace über die positiven Signale seitens Philips erfreut - wohl nicht zuletzt, da Philips noch in der zehnten Version des Ratgebers einen Strafpunkt für seine Haltung im Wertungsbereich "E-Abfall" bekommen hatte.

Ohrfeigen für Lenovo, HP und Dell

Eine Ohrfeige gibt es diesmal für die PC-Hersteller HP, Lenovo und Dell, die Zusagen zum Verzicht auf giftige Chemikalien zurückgenommen haben und dafür Strafpunkte bekommen. "Es geht uns um die Bereitschaft, Verantwortung für Produkte zu übernehmen", betont Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin bei Greenpeace, im Gespräch. Derartige Bereitschaft hat Philips im Bereich Produktrücknahme und Recycling signalisiert und macht damit einen gewaltigen Sprung nach vorne. An der Spitze des Feldes findet sich erneut Nokia, während Nintendo wie schon zuvor seit seiner Erstberücksichtigung im Dezember 2007 das Schlusslicht im Greenpeace-Ranking bildet.

Gemäß früheren Versprechen wollten HP, Lenovo und Dell bis Ende 2009 in ihren Produkten auf PVC und bromierte Flammschutzmittel (BFRs) verzichten. Zwar produzieren sowohl Dell als auch Lenovo einige PVC- und BFR-freie Geräte, doch zum generellen Verzicht wird es ebenso wie bei HP frühestens 2010 kommen. Für diesen Rückschritt im Bereich "Chemikalien" wird jedem der drei Unternehmen ein Strafpunkt aufgebrummt. Als Vorbild in diesem Bereich sieht Greenpeace Apple. Das Unternehmen habe bereits Ende 2008 die Chemikalien fast völlig aus den Produkten eliminiert und lediglich die Zertifizierung von PVC-freien Stromkabeln sei bislang noch nicht abgeschlossen. "Wenn es Apple gelingt, auf diese Chemikalien zu verzichten, dann sollten auch die anderen führenden PC-Hersteller dazu in der Lage sein", meint Sprinz. Allerdings schafft auch Apple als bestbewerteter PC-Hersteller nur 4,7 von zehn Punkten und liegt damit in der unteren Hälfte des Ranking-Feldes. Der bisherige Spitzenreiter unter den PC-Herstellern, Fujitsu Siemens Computers, ist diesmal allerdings nicht in der Wertung. Denn mit morgen, Mittwoch, übernimmt Fujitsu das bisherige Joint Venture vollständig und es kommt zu einem Neustart des Unternehmens.

Traditioneller Verlierer: Nintendo

Geradezu traditionell am anderen Ende der Reihung findet sich der Konsolenhersteller Nintendo. "Offenbar ist ihnen das Thema 'Grüne Elektronik' egal", kritisiert Sprinz. Den vorletzten Platz belegt mit Microsoft ein weiterer Konsolenhersteller - es sind insbesondere die Xbox und ihr Zubehör, die für schlechte Wertungen in den beiden wichtigsten Punkten Chemikalienverzicht und Energieeffizienz verantwortlich sind. Allerdings schneidet der Konzern auch im kompletten Wertungsbereich E-Abfall sehr schlecht ab.
 
Quelle: UD / pte

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