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10.07.2006

Müllheizwerk Bremen umweltfreundlich modernisiert

Eine effizientere Verbrennung, geringere Emissionen sowie deutlich niedrigere Betriebs- und Instandhaltungskosten. Das erreichte die Bremer Abfallbehandlung Nord in ihrem Müllheizwerk durch konsequente Modernisierung. Herzstück des neuen Feuerungskonzeptes ist ein Vorschubrost mit patentierter Wasserkühlung, eingebaut von ThyssenKrupp Xervon Energy. Er sorgt für einen höheren Mülldurchsatz und einen besseren Müllausbrand. Vor allem aber ermöglicht er auch das Verbrennen von Brennstoffen mit hohen Heizwerten.

Gestiegener Umweltschutz, eine geänderte Abfallwirtschaft und damit eine völlig veränderte Müllzusammensetzung machten das Bremer Müllheizwerk (Baujahr 1969) ineffizient. Was heute in die Müllverbrennung geht, ist kaum mehr anderweitig verwertbar und hat meist einen hohen Heizwert. Das führt nicht nur zu höheren Verbrennungstemperaturen, sondern produziert darüber hinaus andere, enorm korrosive Rauchgasbestandteile, vor denen die Umwelt, aber auch die Anlage geschützt werden müssen.

Vorhandene Anlagen zu optimieren, sprich Verbrennungsablauf, Feuerung und den Dampferzeuger zu modernisieren und neu abzustimmen, zählt zu den Spezialitäten der Duisburger Thyssen Krupp Xervon Energy. Das Traditionsunternehmen erhielt jetzt von den Bremern zunächst den Auftrag, an den Kesseln die dort vorhandene Walzenrostfeuerung durch eine wassergekühltes Verfahren zu ersetzen. Das Modernisierungskonzept wurde zuvor gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik der Universität Essen-Duisburg entwickelt.

Patentierte Kühlung

Während die meisten und vor allem älteren Rostbauarten allein mit dieser Luftkühlung auskommen müssen, besitzt die neue Vorschubrostfeuerung eine zusätzliche patentierte Wasserkühlung. Im Inneren jedes einzelnen Roststabes sind Kühlrohre eingegossen, in denen Kühlwasser zirkuliert. Abgekühlt wird die relativ geringe Kühlwassermenge in einem geschlossenen Kreislauf über einen Wärmetauscher. Er sorgt für eine kontrollierte Wärmeabfuhr und führt die gewonnene Abwärme wieder dem Gesamtprozess zu.

Nicht allein das außergewöhnliche Kühlprinzip sorgt für hohe Effizienz. Eine ausgeklügelte Verbrennungsluftverteilung trägt ebenfalls dazu bei. Die in Bremen eingesetzten Vorschubroste bestehen aus jeweils zwei Rostbahnen. Zur optimalen Steuerung und Regelung des Verbrennungsprozesses werden die einzelnen Roststufenmodule mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefahren. Ob bei der Vortrocknung und Zündung zu Beginn, in der Hauptverbrennung oder beim Ausbrennen: ein raffiniert abgestimmtes Miteinander aus Luftzufuhr und Transportgeschwindigkeit schafft in jeder einzelnen Zone die gewünschten Prozessbedingungen. Das gewährleistet einen optimalen Ausbrand und eine hohe Energieausbeute des eingebrachten Brennstoffes. Ergebnis: Energieerzeugung und eine umweltfreundliche Entsorgung des Müllaufkommens.

Folgeaufträge

Nachdem die ersten beiden Verbrennungslinien termingerecht modernisiert waren, folgten prompt die Aufträge, Kessel 1 zu erneuern und die Verbrennungslinie 4 bis Ende 2006 zu modernisieren. Durch die Optimierung kann die Bremer Verbrennungsanlage heute Brennstoffe mit hohem Heizwert effektiver verarbeiten: Ersatzbrennstoff, Siedlungsabfälle, Industrieabfälle, Shredder-Leichtfraktionen aus Kfz-Recycling und in Beimischung sogar Klärschlämme. Die emittierten Rauchgase halten die derzeit geltenden Grenzwerte nicht nur sicher ein, sondern unterschreiten sie teilweise sogar deutlich.



 
Quelle: UD

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