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17.12.2002

15 Jahre Erdölförderung im Wattenmeer

Fast 10 Millionen Tonnen Öl wurden bisher aus dem Wattenmeer in Schleswig Holstein gefördert. Noch ist kein Ende in Sicht, denn das Reservenpotenzial ist höher als bisher erwartet.

Eine ökonomisch und ökologisch erfreuliche Bilanz zieht das Mittelplate Konsortium - RWE Dea AG als Betriebsführerin und Wintershall AG mit jeweils 50 % Anteil - nach 15jähriger Ölförderung aus dem Offshore-Feld Mittelplate. Die jährlichen Fördermengen aus der unter dem Wattenmeer vor der Westküste Schleswig-Holsteins gelegenen größten deutschen Erdöllagerstätte sind stetig angestiegen. Ein optimales Sicherheitspaket gewährleistet zuverlässigen Umwelt- und Naturschutz bei allen Aktivitäten in dem sensiblen Fördergebiet.

Auf der sieben Kilometer westlich der Küste gelegenen Bohr- und Förderinsel Mittelplate verläuft der Betrieb seit Förderbeginn im Oktober 1987 völlig störungsfrei. Bis September 2002 wurden von der weltweit einmaligen Anlage 15 Bohrungen niedergebracht und über 7 Millionen Tonnen Öl gefördert, die mit speziell konstruierten Öltransport-Leichtern zum Hafen Brunsbüttel mit seinen Raffinerieanschlüssen verschifft wurden. Die anfänglich jährlichen Förderraten von rund 250.000 Tonnen Erdöl konnte das Konsortium durch eine ständige Anpassung der Fördereinrichtungen auf der Insel und durch Erweiterung der Transportkapazitäten auf inzwischen rund 800.000 Tonnen erhöhen. Wegen der tiden- und wetterbedingt eingeschränkten Transportmöglichkeiten ist damit das Förderlimit erreicht.

Onshore-Entwicklung mit anspruchsvoller Bohrtechnik

Ergänzend zum bewährten Offshore-Betrieb fördert das Konsortium Öl aus der Lagerstätte seit Mitte 2000 auch von Land aus. Dazu entwickelten die Betreiber ein in Deutschland bisher einmaliges Bohrkonzept. Um den östlichen Teil des Ölfeldes in rund 2.000 Meter Tiefe erreichen und für eine Förderung nutzbar machen zu können, waren Bohrungen von Land aus weit abgelenkt über Bohrstrecken von 8.000 bis über 9.000 Metern erforderlich. Aus inzwischen sechs dieser High-Tech-Produktions-bohrungen - die zu den weltweit am weitesten abgelenkten Bohrungen gehören - erwarten RWE Dea / Wintershall künftig eine Jahresproduktion von rund 1,2 Millionen Tonnen.

Die integrierte Offshore- und Onshore-Entwicklung hat sich bewährt und trägt auch bereits zu einer schnelleren Ausförderung des Ölvorkommens bei. Die gesamte Fördermenge kann im Jahr 2002 erstmals die 2 Millionen Tonnen-Marke übertreffen. Damit wird die bisherige Gesamtförderung Ende 2002 rund 9,7 Millionen Tonnen Mittelplate-Öl betragen.

Die bisherigen Investitionen für das Projekt belaufen sich auf rund 430 Millionen Euro; zusammen mit den Betriebskosten ergibt sich eine Summe von weit über einer halben Milliarde Euro.

Betreiber RWE-DEA AG zieht positive Umweltbilanz

Nach neuen Bewertungen des Ölvorkommens erwartet das Konsortium förderbare Ölreserven von über 60 Millionen Tonnen anstatt der bisher angenommenen rund 35 Millionen Tonnen. Es verfolgt deshalb jetzt Pläne zur nachhaltigen Steigerung der Förderkapazität, um die höheren Reserven bei gleichzeitig verkürzter Förderdauer wirtschaftlich zu nutzen. Geplant ist eine Pipeline-Anbindung der Bohr- und Förderinsel Mittelplate an die Aufbereitungsanlagen der Landstation Dieksand in Friedrichskoog. Damit ließe sich die durch die Transportkapazitäten bisher eingeschränkte Produktion des Offshore-Betriebs beträchtlich auf jährlich 1,2 bis 1,4 Millionen Tonnen Öl erweitern. Die Onshore-Ausförderung mit Horizontalbohrungen von Land aus bleibt davon unberührt.

Einem kurzfristigen Eingriff in die Natur während der geplanten Verlegung von zwei ca. 7,5 Kilometer langen Pipelines durchs Wattenmeer steht der ökologische Gesamtnutzen des Projektes gegenüber. Jährlich könnten rund 1.000 Öltransporte mit den eingesetzten speziellen Schubverbänden entfallen. Die Umweltbilanz verbessert sich durch die höhere Produktion, mit der eine Verkürzung der Gesamtförderdauer um rund 10 Jahre mit entsprechend vorzeitigem Rückzug aus dem Wattenmeer erreicht wird. Für die vorgegebenen Prüf- und Genehmigungsverfahren erstellt das Konsortium derzeit die erforderlichen Antragsunterlagen.
 
Quelle: DEA

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