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memo AG: „Grüne“ Logistik (nicht nur) für die letzte Meile

12.09.2017

memo AG: „Grüne“ Logistik (nicht nur) für die letzte Meile

Verstopfte Straßen, Zweite-Reihe-Parker, dicke Luft, genervte Anwohner: Der Lieferverkehr hat in den vergangenen Jahren enorm zugelegt, auch durch den Onlinehandel. In vielen Städten ist es auf der sogenannten „letzten Meile“ zum Kunden bis zum Kollaps nicht mehr weit. Elektro-Lastenräder versprechen Entlastung. Der fränkische Versandhändler memo AG hat damit in Berlin und Nürnberg schon gute Erfahrungen gemacht.

In der Hauptstadt konnten die Franken seit vergangenem September erste Erfahrungen zusammen mit dem ortsansässigen Logistik-Dienstleister Velogista sammeln. Bis zu 250 Kilogramm Nutzlast können deren Kuriere auf ihren elektrischen Lastenrädern transportieren. Geliefert wird an memo-Kunden innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings. Gegenüber konventionellen Lieferfahrzeugen sind die Fahrradkuriere nicht nur nachhaltiger unterwegs, sondern auch meist deutlich schneller am Ziel: Busspuren, Parks, Einbahnstraßen und Fahrradwege stehen ihnen offen. Auf Parkplatzsuche müssen sie sich gar nicht erst machen.

E-Lastenräder überzeugen

Über zehntausend Pakete hat memo bis dato so zugestellt. Die ersten Erfahrungen seien „sehr gut“, heißt es aus dem Unternehmen. Und zwar so gut, dass jetzt auch Kunden des Versandhändlers in der Nürnberger Südstadt davon profitieren. Ob das funktionieren kann, hatte DPD Deutschland in den vergangenen Monaten in einem Pilotprojekt zusammen mit dem bayerischen Verkehrsministerium und weiteren Partnern ergründet. Die Ergebnisse haben überzeugt. Noch vor Ablauf der Projektlaufzeit hat sich der Paketdienstleister dazu entschieden, es dauerhaft fortzuführen.

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Die Zustellung mit E-Lastenrädern will memo künftig ausweiten. Derzeit sucht das Unternehmen unter anderem Logistik-Partner in Hamburg, weitere Städte sollen folgen. Nicht nur angesichts der „Dieselkrise“ und den dadurch drohenden Fahrverboten dürfte die Nachfrage nach solchen „grünen“ Logistiklösungen steigen. Schließlich entlasten die weitestgehend umweltverträglich fahrenden Elektro-Lastenräder die Innenstädte und deren Bewohner von Feinstaub- und Stickoxidbelastungen. Auch der Verkehrslärm wird durch sie deutlich reduziert, dank E-Antrieb sind sie flüsterleise unterwegs.

„Grüne“ Logistik ganzheitlich umsetzen

Nachhaltigkeit gehört für den Mittelständler seit Beginn an zum Alltag: „Die Geschäftsführung der memo AG hat Nachhaltigkeit zum Kerngeschäft des Unternehmens bestimmt“, heißt es im jüngsten Nachhaltigkeitsbericht. Dabei fokussiere man sich nicht auf einzelne Aspekte, sondern setze das Thema „ganzheitlich im Unternehmen um“. Das gilt auch für die „grüne“ Logistik. E-Lastenräder sind nur ein Baustein. Ein anderer ist die sogenannte „memo Box“ – ein Mehrweg-Versandsystem, bei dem aus Recyclingmaterial hergestellte Versandbehälter herkömmliche Pakete aus Kartonage ersetzen.

Die aus recyceltem Kunststoff gefertigten Behälter sind äußerst langlebig. Laut Unternehmensangaben haben die ersten „memo Boxen“ bereits 170 Umläufe erreicht. Das ist ein mehrfaches von dem, was eine Box mindestens erreichen muss, um im ökologischen Vergleich neben einem herkömmlichen Versandkarton zu bestehen. Durch ihren Einsatz spart der Versandhändler eigenen Angaben zufolge jedes Jahr mehr als 20 Tonnen Kartonage ein, außerdem jede Menge Paketklebeband. Seit dem Jahr 2014 ist das Mehrweg-Versandsystem mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, mithin die höchste Nachhaltigkeits-Weihe, die ein Produkt hierzulande erreichen kann.

Ressourcenschutz mit Recyclingpapier

Andere deutsche Versandhändler haben solche wieder verwendbaren Boxen bislang nicht im Angebot. Bei der memo-Kundschaft erfreuen sie sich steigender Beliebtheit. 2009 eingeführt, liegt ihr Anteil am gesamten Versandvolumen der Franken bei über 20 Prozent. Der Rest wird mit Versandkartons aus Recyclingkarton verschickt. Unvermeidbare Restemissionen, die u.a. durch den Warenversand entstehen, kompensiert memo eigenen Angaben zufolge durch Investitionen in den Klimaschutz, beispielsweise in ein Aufforstungsprojekt in Costa Rica.

Ganz auf „grün“ getrimmt sind auch weitere Geschäftsbereiche des Versandhändlers. Schon bei der Auswahl der Waren für das eigene Sortiment verzichten die Öko-Vorreiter wo immer möglich auf Plastikverpackungen; nur jedes Vierte der rund 20.000 vorgehaltenen Produkte ist in Kunststoff gehüllt. Als Hilfsstoffe für den Paketversand kommt ausschließlich Recyclingpapier zum Einsatz. Pakete aus Karton werden mit Klebebändern aus Papier statt aus Kunststoff geschnürt. Für den internen Bedarf und für die Kundenkommunikation setzt der Versandhändler ausschließlich auf Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Schon 2009 wurden die Franken dafür als „Recyclingpapierfreundlichstes Unternehmen Deutschlands“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Mit Nachhaltigkeitspreis Logistik 2017 ausgezeichnet

Es war nicht die letzte Auszeichnung, die die Franken für ihr Öko-Engagement erhielten. Für ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung etwa heimsten sie schon mehrfach Lob ein, aus Deutschland und Europa. Und der Zuspruch reißt nicht ab: In diesem Frühjahr wurde der Versandhändler von den Bundesvereinigungen Logistik (BVL) Österreich und Deutschland mit deren Nachhaltigkeitspreis Logistik honoriert. Die memo AG ist damit eigenen Angaben zufolge der erste Mittelständler, der diese Auszeichnung erhalten hat, und steht jetzt in einer Reihe mit großen Konzernen wie Audi oder Tchibo, die den Preis in den Vorjahren erhielten.

Was memo auszeichne, urteilte die Jury, sei die „Konsequenz, mit der Ökologie, Ökonomie und soziale Kriterien als Basis der Unternehmensstrategie in der Praxis umgesetzt“ würden. Das Mehrweg-Versandsystem „memo Box“ habe Vorbildcharakter. Positiv hervorzuheben sei auch die Zusammenarbeit mit dem Rad-Logistik-Unternehmen Velogista sowie die guten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. memo, so Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich, sei ein „Vorzeigeunternehmen“. Es könne kleinen und mittleren Unternehmen „gleichermaßen Ansporn und Anregung“ sein.

 
Quelle: UmweltDialog

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