Klimawandel

Klimawandel: Widerstandsfähigkeit von Kommunen stärken

Vor dem Hintergrund des Welternährungstages am 16. September hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Weltgemeinschaft dazu aufgefordert, mehr in die Widerstandsfähigkeit von Kommunen in den ärmsten Ländern der Welt zu investieren. „Grundsätzlich müssen künftig Methoden, die arme Gemeinden auf Wetterkatastrophen vorbereiten, in Entwicklungsprojekte integriert werden“, fordert Ekkehard Forberg, Friedensexperte für World Vision Deutschland.

17.10.2016

„Kleinbauern müssen in viel größerem Umfang dabei unterstützt werden, sich auf Klimaveränderungen einzustellen. Einkommensförderung, Ernährungssicherung und Umweltmanagement müssen Hand in Hand gehen. Durch Agroforstwirtschaft oder konservierende Landwirtschaft können Kleinbauern zum Beispiel mit weniger Ressourcen effektiv und nachhaltig mehr Nahrung produzieren. Es muss aber auch mehr für die Wiederbegrünung von verwüsteten Regionen getan werden“, so der Experte weiter.

Aktuell sind von den Auswirkungen El Ninos weltweit rund 60 Millionen Menschen betroffen. Fünf Milliarden US-Dollar werden für dringende Nothilfemaßnahmen sofort benötigt. Bisher wurden nur 1,9 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. In Haiti wird unterdessen aufgrund der Ernteverluste nach Hurrican Matthew mit einer neuen Ernährungskrise gerechnet.

Die internationale Gemeinschaft hat bisher viel zu wenig getan, um Menschen in den ärmsten Ländern zu stärken und widerstandsfähig gegen Klimaextreme zu machen.

World Vision macht darauf aufmerksam, dass Investitionen in die Widerstandsfähigkeit von Kommunen erheblich kostengünstiger sind, als darauf zu warten, bis eine Katastrophe eingetreten ist. Auch habe sich die Weltgemeinschaft im Nachhaltigkeitsziel 13 (SDG 13) dazu verpflichtet, die Folgen des Klimawandels für die ärmsten Menschen zu reduzieren. „Die internationale Gemeinschaft hat bisher viel zu wenig getan, um Menschen in den ärmsten Ländern zu stärken und widerstandsfähig gegen Klimaextreme zu machen. El Nino geht, aber die Betroffenen spüren weiterhin die dramatischen Folgen“, so Forberg.

„In vielen Ländern sind die Ernten durch Dürren oder Überflutungen völlig ausgefallen, sauberes Trinkwasser ist kaum oder gar nicht mehr vorhanden, so dass durch verschmutztes Wasser verursachte Krankheiten sich ausbreiten können. Es wird dringend mehr Geld benötigt, um den Menschen in den Ländern des Südens zu helfen.“ Viele Bauern und Viehzüchter waren zudem gezwungen, ihre Heimatdörfer zu verlassen, da ihre Ernten zerstört wurden und sie für ihre Familien und ihr Vieh nichts mehr zu essen fanden.

Klimawandel bedroht Frieden in vielen Ländern

Das Jahr 2016 wird voraussichtlich wieder einen Rekord brechen und als das heißeste je gemessene in die Klima-Geschichte eingehen. Nach UN-Angaben wurden in den letzten 20 Jahren 90 Prozent der Katastrophen durch Überflutungen, Stürme, Hitzewellen oder andere Wetter bedingte Ereignisse verursacht. In diesem Zeitraum verloren mehr als eine halbe Million Menschen ihr Leben, Millionen wurden verletzt, verloren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage. Der Klimawandel wird zunehmend auch zur Bedrohung für den Frieden in vielen Ländern. „Wenn Menschen verzweifelt sind, zuschauen müssen wie ihre Kinder sterben, haben sie nichts mehr zu verlieren“, betont Forberg. „El Nino ist keine einmalige Katastrophe. Extreme Wetterphänomene werden die Weltgemeinschaft künftig zunehmend vor große Herausforderungen stellen.“  

World Vision verbindet akute Krisenhilfe mit Strukturverbesserungen und Vorsorge-Maßnahmen. Bis Ende September konnten World Vision Mitarbeiter in den von El Nino betroffenen Ländern weltweit etwa vier Millionen Menschen mit Hilfsmaßnahmen erreichen, die Hälfte davon Kinder. Mit Hilfe der Wiederbegrünungsmethode FMNR (farmer managed natural regeneration) unterstützt World Vision in etwa 20 Ländern Wiederaufforstung. Dadurch konnten in vielen Regionen neue Wälder entstehen. Die Methode ist preiswert und schon noch wenigen Jahren zeigen sich Erfolge. Die Methode funktioniert auch in Wüstenregionen.

Quelle: UD/pm
 

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