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08.03.2016

Greenpeace fordert schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien

Als Folge des internationalen Klimaabkommens von Paris muss Deutschland seine Energieversorgung weit schneller komplett auf Erneuerbare Energien umstellen als bislang geplant. Um das in Paris auch von Deutschland beschlossene Ziel zu erreichen, den Temperaturanstieg deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf anderthalb Grad zu begrenzen, muss Deutschland seine Energieversorgung noch vor dem Jahr 2035 vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Dies zeigt eine Analyse des NewClimate Instituts zu den Konsequenzen des Pariser Abkommens für Deutschland im Auftrag von Greenpeace.

Derzeit jedoch sei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dabei, den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie mit einem Ausbaudeckel sogar zu bremsen, so Greenpeace. Die in Paris beschlossenen Langfristziele sind deutlich ehrgeiziger als zuvor. "Wenn Wirtschaftsminister Gabriel den Ausbau der Erneuerbaren jetzt bremst, dann reduziert er den historischen Moment Paris auf ein billiges Lippenbekenntnis. Auch Deutschland hat sich mit dem Abkommen zu mehr Klimaschutz verpflichtet", sagt Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling.

Die Analyse basiert auf der Menge CO2, die global und in Deutschland noch ausgestoßen werden darf, um das in Paris beschlossene Klimaziel zu erreichen. Nicht berücksichtigt werden dabei so genannte "negative Emissionen", etwa durch riskante und unausgereifte Techniken wie das unterirdischen Verpressen von CO2 (CCS). Unter diesen Annahmen kommt dem zügigen Ausbau von Wind und Sonnenenergie sowie einem raschen Kohleausstieg bis etwa 2025 eine zentrale Rolle zu. Deutschland wird schnell sehr viel mehr Ökostrom brauchen, damit auch die Sektoren Verkehr und Wärme mit E-Autos und Wärmepumpen klimaneutral werden. "Die Erneuerbaren Energien spielen die Schlüsselrolle in einer konsequenten Umsetzung der Pariser Klimaziele in Deutschland. Ihr Ausbau muss beschleunigt werden", so Professor Dr. Niklas Höhne, Studienautor und Leiter des NewClimate Instituts.

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Auch Land- und Forstwirtschaft sowie Verkehr müssen beim Klimaschutz liefern

Vergangenen Dezember haben sich fast 200 Staaten in Paris auf ein internationales Klimaschutzabkommen geeinigt. Die darin festgeschriebenen Langfristziele können die schlimmsten Folgen des immer spürbarer werdenden Klimawandels verhindern, etwa das Verschwinden ganzer Inselstaaten. Jedoch müssen alle Länder ihre Klimaschutzmaßnahmen deutlich verstärken, um sie zu erreichen. Industriestaaten wie Deutschland kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. "Das Klimaabkommen von Paris stellt Politik und Gesellschaft vor gewaltige Herausforderungen. Dies erfordert mehr Ehrlichkeit und entschlossenes Handeln der Bundesregierung: Gerade auch in Bereichen wie der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Verkehr, die seit Jahren so gut wie nicht zum Klimaschutz beitragen", so Böhling.

 
Quelle: UD/na

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