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Südgeorgien: Zerstörtes Ökosystem wiederherstellen zoom

04.02.2015

Südgeorgien: Zerstörtes Ökosystem wiederherstellen

Die Aktivitäten des Menschen haben der Artenvielfalt in der subantarktischen Insel Südgeorgien stark zugesetzt. Bis in die 1960er-Jahre wurde hier extensiver Walfang betrieben, ohne Rücksicht auf Verluste. Heute ist die Wiederherstellung der fragilen Umwelt ein millionenteures Projekt.

Seit rund zehn Jahren gibt es den South Georgia Heritage Trust, der dafür Sorge trägt, den Ratten, aber auch anderen zufällig und absichtlich eingeschleppten Tieren und Pflanzen, den Garaus zu machen. Mitte Januar entdeckte ein 18-köpfiges Forscherteam im entlegenen Teil der Insel wieder brütende Südgeorgien-Pitpit-Vögel. Ein großer Erfolg für das zehn Millionen Euro teure "Habitat Restoration Project".

Beispielloser Raubbau an der Natur

Die vergangenen 200 Jahre hat der Mensch auf der Insel Südgeorgien massiven Raubbau an der Umwelt betrieben. "Und das, obwohl es nirgendwo auf dem Planeten einen Platz gibt, der mit dieser Insel vergleichbar wäre", meint Steffen Biersack, Expeditionsleiter auf dem Hurtigruten-Schiff Fram, gegenüber pressetext.

"Ein fantastisches Bergpanorama, Gletscher, einer mit verschiedenen Eisbergen gesäumten Küste und Tiere, Tiere, Tiere - darunter geschätzte 400.000 Königspinguine, fünf Millionen Goldschopfpinguine, 90 Prozent des Weltbestandes an antarktischen Pelzrobben darüber hinaus große Mengen an Seeelefanten, anderen Robben und Seevögeln."

"Nach der Endeckung der Insel durch James Cook 1775 und der Mitteilung, dass hier riesige Robbenbestände leben, begann das große Schlachten. Auf die Robbenfänger folgten die Walfänger, die 1904 die erste Station hier errichteten. Sie brachten auch allerlei ungewollte Besiedler wie Mäuse und Ratten mit."

Die letzte der insgesamt sechs Stationen schloss 1965. Während dieser Zeit wurden 175.000 Wale in Südgeorgien verarbeitet, darunter 41.515 Blauwale. "Es wird geschätzt, dass heute vom ursprünglichen Walbestand nur noch vier Prozent übrig sind", so Biersack, der seit einigen Jahren als Geologe und Expeditionsleiter auf dem Hurtigruten-Schiff tätig ist.

Neben den riesigen Pinguinkolonien leben auch 90 Prozent der Pelzrobben der Antarktis in Südgeorgien.
Neben den riesigen Pinguinkolonien leben auch 90 Prozent der Pelzrobben der Antarktis in Südgeorgien.

Langsame Erholung der Umwelt

Heute leben über den Südsommer nur insgesamt 30 Personen auf dem 3.700 Quadratkilometer großen Südgeorgien. Einige Touristen kommen mit Kreuzfahrtschiffen vorbei. "Dabei wird sehr genau darauf geachtet, die Artenschutzrichtlinien einzuhalten", erklärt Biersack. Das Hurtigrutenschiff Fram gilt hier als Musterschüler in Sachen Umweltauflagen. Jeder anlandende Gast muss die Bio-Sicherheits-Regeln einhalten und per Unterschrift bestätigen.

Die Wiederherstellung des fragilen Ökosystems in Südgeorgien verschlingt Millionen, bestätigt der zuständige Beamte bei der Anlandung in Grytviken/King Edward Point. Ein Großteil des Geldes kommt aus Spenden. So wandern Erlöse aus dem Verkauf von Büchern, Postkarten oder anderen Souvenirs direkt in den Fonds.

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Rattenköder vom Helikopter abgeworfen

Der Aufwand zur Vernichtung der Nagetiere, die als Überlebenskünstler bekannt sind, ist gewaltig. In acht verschiedenen Anläufen wurden 95 Tonnen Rattenköder ausgebracht. Erst wenn bis 2017 keine Anzeichen der Anwesenheit von Nagetieren mehr vorhanden sind, kann man die Insel als rattenfrei bezeichnen.

Nach Schätzungen von Forschern wird sich die Zahl der nistenden Seevögel durch das Fehlen der Nagetiere deutlich auswirken: Etwa 100 Millionen mehr Vögel werden dann hier brüten. Für Touristen gelten heute schon sehr strenge Regeln, was die Anzahl aber auch die Anlandungsplätze angeht. Ein Großteil Südgeorgiens bleibt für sie gesperrt.

 
Quelle: UD/pte

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