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Mittwoch, 28.September 2016
Orang-Utans akut vom Aussterben bedroht zoom

03.03.2016

Orang-Utans akut vom Aussterben bedroht

Palmölproduktion, Tropenhölzer, Kohleabbau und verheerende Brände: Der Lebensraum der Orang-Utans, die nur auf Sumatra und Borneo vorkommen, wird zerstört. Trotz nationalen und internationalen Schutzgesetzen werden jährlich zwei bis drei Tausend Orang-Utans in Ölpalm-Plantagen und Kohleminen, aber auch von Kleinbauern brutal umgebracht. Orang-Utans sind akut vom Aussterben bedroht – laut UNEP (United Nations Environment Programme) könnten bereits nächstes Jahr die Bestände derart geschrumpft sein, dass sie sich aus eigener Kraft nicht erholen können.

Anlässlich des Artenschutztages Anfang März möchte VIER PFOTEN auf die drastische Situation dieser Menschenaffen aufmerksam machen. Bereits seit neun Jahren engagiert sich VIER PFOTEN für die Orang-Utans in Ost-Kalimantan. Dr. Signe Preuschoft, Leiterin des Orang-Utan Projektes bei VIER PFOTEN, sagt: „Indonesiens Wohlstand beruht auf dem Verkauf von Tropenholz und der Gewinnung von Kohle, die nur wenige Zentimeter unter dem Waldboden zu finden ist, und vor allem auch der Palmöl-Produktion."

Preuschoft fährt fort: "Allein 2015 hat Indonesien 32,5 Millionen Tonnen Palmöl produziert, 26,4 Millionen davon wurden exportiert. Zu diesem Zweck werden jährlich gigantische Waldflächen gerodet und in Ölpalm-Monokulturen umgewandelt. Palmöl ist mittlerweile das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzenöl.“

Auch die wiederkehrenden Waldbrände stellen eine große Gefahr für die Wildtiere dar. Bei den verheerenden Bränden im vergangenen Jahr allein sind 2,6 Millionen Hektar Land (Regenwald und landwirtschaftliche Nutzungsfläche) in Indonesien abgebrannt. Offizielle Zahlen darüber, wie viele Orang-Utans ihr Leben lassen mussten, gibt es nicht. Die Brände werden jedes Jahr zur Trockenzeit absichtlich gelegt – der einfachste und kostengünstigste Weg um Land zu gewinnen.

Feuer bedroht die Orang-Utans.
Feuer bedroht die Orang-Utans.

„Unsere Orang-Utan Academy auf Borneo war von den Bränden nicht betroffen, denn dort war die Trockenheit nicht so extrem. Aber es schmerzt uns sehr, dass wohl viele wildlebende Tiere anderswo im Feuer umgekommen sind. Wir erwarten, dass es in den nächsten Monaten einen Anstieg an Orang-Utan-Waisen geben wird, deren Mütter ihre Brandverletzungen nicht überlebt haben oder die nun keine Nahrung mehr finden und deshalb in Konflikte mit Menschen geraten", so Preuschoft.

Auch Brandstiftung ist seit langem ein Problem in Indonesien: „Nachdem die Regierung Brandstiftungen lange ignoriert hat, wurden die Proteste der Anrainerstaaten wegen des Rauches, der vier Monate lang von Sumatra und Kalimantan ausging und auch Menschleben gefordert hat, immer lauter, sodass mittlerweile Fälle von Brandstiftung häufiger geahndet werden", erklärt Preuschoft.

Vor diesem Hintergrund kommt nun auch Unterstützung vom VIER PFOTEN Nothilfe Team: Gemeinsam mit der Partnerorganisation Pro Natura Foundation werden im Sungai Wain Regenwald, einem Schutzgebiet in Kalimantan, Feuerschneisen gebaut. Dadurch kann die Ausbreitung weiterer Feuer minimiert und die Tiere vor Ort geschützt werden. Zusätzlich wird ein Team von Einheimischen, darunter auch Teammitglieder der Orang-Utan Academy, als freiwillige Brandbekämpfer ausgebildet.

So lässt sich das Leben als Orang-Utan genießen!
So lässt sich das Leben als Orang-Utan genießen!

In der VIER PFOTEN Orang-Utan Academy auf Borneo werden Orang-Utan-Waisen auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Sobald das Expertenteam sicher ist, dass sie ein Leben in Freiheit meistern können, werden sie in einem großen geschützten Waldgebiet wieder ausgewildert. Vom Schutz der Orang-Utans im VIER PFOTEN Projekt profitieren übrigens auch andere bedrohte Tiere wie der Sunda Nebelparder, der Nashornvogel, der Malaienbär und viele mehr. Auch diese Tiere können im geschützten Umfeld friedlicher leben.

Hier können Sie das VIER PFOTEN Orang-Utan Projekt mit einer Patenschaft unterstützen.

 
Quelle: UD/pm

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