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Mittwoch, 28.September 2016
WWF-Report: Unsere Meere sind Billionen wert

07.05.2015

WWF-Report: Unsere Meere sind Billionen wert

Lässt sich der wirtschaftliche Wert der Weltmeere berechnen? Dieser Frage ist ein neuer WWF-Report nachgegangen. Das Ergebnis: Wären die Ozeane ein Staat, wären sie die siebtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Um die wertvolle Ressource Meer künftig nur noch nachhaltig zu nutzen, hat der WWF einen Aktionsplan vorgelegt.

Die Zukunft der Menschheit hängt auch von der Gesundheit der Ozeane ab – und von ihren Gütern und Dienstleistungen. Deren Wert lässt sich berechnen, Ergebnis ist die Wirtschaftskraft unserer Weltmeere. Eine der wichtigsten „Waren“ des Ozeans ist der Fisch: Weltweit decken fast drei Milliarden Menschen mehr als 20 Prozent ihres Eiweißbedarfs durch Fisch, der überwiegend aus dem Meer stammt. Hinzu kommen „Meeres-Dienstleistungen“, zum Beispiel Tourismus, Handel und Transport durch die Schifffahrt, aber auch Forschung und Biotechnologie. „Die marine Wirtschaft schafft weltweit hunderte Millionen Arbeitsplätze“, betont WWF-Meeresschutzexperte Uwe Johannsen.

Das „Brutto-Meeres-Produkt“

Eine neue WWF-Studie – „Reviving the Ocean Economy“ (Wiederherstellung der Wirtschaftskraft der Ozeane) – errechnet nun erstmals den wirtschaftlichen Wert unserer Weltmeere und beziffert ihn auf insgesamt mindestens 24 Billionen US-Dollar. Jährlich erwirtschaften die Meere 2,5 Billionen Dollar. Gemessen am Brutto-Inlandsprodukt der größten Wirtschaftsnationen liegen unsere Weltmeere damit auf dem siebten Platz, gleich hinter Frankreich und Großbritannien.

Dabei sind viele wichtige Funktionen noch gar nicht eingerechnet, etwa die Sauerstoffproduktion und die Regulierung des Klimas.

Grafik über die Vermögenswerte der Weltmeere.

Gesunde Meere als wichtigste Voraussetzung

Der WWF-Meeresreport zeigt auch: Zwei Drittel der marinen Wirtschaftskraft sind abhängig von gesunden Meeren. „Die Zerstörung der Meere kommt uns auch wirtschaftlich teuer zu stehen“, sagt Uwe Johannsen vom WWF. „Doch leider handeln noch immer viele Staaten und Unternehmen so, als seien die Ressourcen der Meere unerschöpflich.“

Schon jetzt macht sich die Misswirtschaft bemerkbar: Wichtige Grundlagen wie die Fischbestände gehen durch Übernutzung seit Jahrzehnten zurück. 90 Prozent der weltweiten Fischbestände gelten heute als überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt. Korallenriffe, die Nahrung, Arbeitsplätze und Küstenschutz bereitstellen, könnten bis 2050 komplett zerstört sein.

Grund dafür sind die Erwärmung und Versauerung der Meere. Durch die Vernichtung von Mangrovenwäldern entsteht außerdem jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von bis zu 42 Milliarden US-Dollar. Das sind nur einige Beispiele dafür, wie der Mensch die Meere schädigt – und damit auch sich selbst.

Schützen, was uns teuer ist

Der Ozean ernährt uns, stabilisiert das Klima, schafft Arbeitsplätze und bietet nicht zuletzt unzähligen Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum. „Wir dürfen nicht länger zusehen, wie die Meere vor unseren Augen kollabieren“, warnt WWF-Meeresschutzexperte Johannsen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Einrichtung von Meeresschutzgebieten und der Klimaschutz. „2015 ist ein wichtiges Jahr für die Meere, weil weitreichende Entscheidungen der internationalen Staatengemeinschaft getroffen werden. Die UNO wird die neuen weltweiten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung beschließen und beim Klimagipfel in Paris muss endlich der Durchbruch gelingen“, so Johannsen.

Die Rettung der Meere ist möglich

Der WWF-Report hat einen Aktionsplan für eine naturverträgliche, nachhaltige Nutzung der Meere vorgelegt. Neben den internationalen politischen Weichenstellungen fordert der WWF, dass bis 2020 mindestens zehn Prozent der Küsten- und Meeresgewässer als Schutzgebiete ausgewiesen werden und die Fischbestände sich wieder erholen können. Öffentliche und private Investitionen müssen besser koordiniert werden und vor allem nachhaltig sein.

 
Quelle: UD/pm

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