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Naturreservat: Indigenes Volk soll gehen, aber Uran-Suche genehmigt zoom
Eine Chenchu-Frau aus dem Dorf Pecheru. Die DorfbewohnerInnen wurden in den 1980er Jahren vertrieben, als ihr Land zu einem Tiger-Reservat erklärt wurde. Die Chenchu berichten, dass von den 750 Familien, die einst in dem Dorf lebten, nach der Vertreibung nur 160 Familien überlebten.

20.06.2017

Naturreservat: Indigenes Volk soll gehen, aber Uran-Suche genehmigt

Indische Behörden drohen einem indigenen Volk damit, es aus einem Tiger-Reservat zu vertreiben – im Namen des Naturschutzes. Zugleich aber wurde in dem Schutzgebiet nun die Erkundung von Uran-Vorkommen genehmigt. Der Schritt hat Aktivist von Survival International entsetzt, die den Behörden „Heuchelei“ vorwerfen.

Angehörige der Chenchu aus dem Tiger-Reservat Amrabad hoffen darauf, auf dem Land bleiben zu dürfen, von dem sie leben, und das sie seit Jahrtausenden bewirtschaften.

Die Indigenen erklärten: „Die Forstbehörde will uns von hier vertreiben. Wir wollen aber nirgendwo anders leben. Wir schützen unseren Wald. Wenn wir ihn verlassen, ist es, wie einen Fisch aus dem Wasser zu nehmen: Er wird sterben (…) Doch für ihren Profit trennt die Regierung die Chenchu von ihrem Wald. Das ist, wie Kinder von ihren Müttern zu trennen.“

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„Die Regierung verkauft den Wald an Bergbau-Unternehmen. Wenn wir aufs Flachland umziehen müssten, würden wir alkoholsüchtig. Wir würden trinken und sterben. Die Chenchu wird es dann nur noch auf Fotos und in Videos zu sehen geben.“

Indiens Behörden rechtfertigen die Zwangsvertreibung der Indigenen, die sowohl gegen indisches als auch gegen internationales Recht verstößt. Sie behaupten, die Anwesenheit von Menschen in dem Reservat sei für die Tiger schädlich. Gleichzeitig dürfen in Indien zahlende Reisende viele der Tiger-Reservate besuchen. Auch wurden bereits Straßenbau, Rohstofferkundung und sogar Bergbau zugelassen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagt: „Das ist die ultimative Heuchelei. Die Behörden wollen die Indigenen vertreiben, die ihre Natur seit Jahrtausenden verwalten, weil der Tiger angeblich darunter leidet, dass dort Menschen leben. Aber dann erlauben sie Uran-Erkundungen. Es ist ein Lügenmärchen. Und es schadet dem Naturschutz. Urlauber, die das Tiger-Reservat in Amrabad besuchen wollen, sollten wissen, dass sie ein System unterstützen, bei dem indigene Völker illegal von ihrem angestammten Land vertrieben werden könnten. Und das eines Tages ein Uranbergwerk an ihre Stelle tritt.“

 
Quelle: UD/pm

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