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20.03.2015

Druck auf die Ressource Wasser wächst

Mit dem Weltwassertag am 22. März endet offiziell die UN-Dekade „Water for Life“. Sie hatte zum Ziel, weltweit die Wasserversorgung zu verbessern. Doch der Zugang zu sauberem Trink- und ausreichendem Nutzwasser bleibt trotz aller Anstrengungen eine große Herausforderung – nicht nur in den trockenen ländlichen Regionen, sondern auch in den Städten. Insbesondere in den Megacities mit jährlich bis zu 300.000 neuen Einwohnern wächst der Druck auf die Ressource. Wasserexperten des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung zeigen, wie Städte mit Wasserknappheit umgehen und Nutzungskonflikte reduzieren können.

Der weltweite Wasserbedarf schnellt weiter in die Höhe. Die Folgen sind bekannt: Viele Grundwasserreserven sind bereits übernutzt, immer mehr Gebiete leiden unter Wassermangel, und die Verschmutzung natürlicher Wasserressourcen verursacht erhebliche Risiken für Gesundheit und Umwelt. Auch soziale Konflikte um das knappe Gut deuten sich an. Von der Wasserknappheit könnten im Jahr 2025 nach Schätzungen der UNESCO zwei Drittel der Weltbevölkerung betroffen sein.

Trotz steigender Bevölkerungszahlen: Pro-Kopf-Verbrauch senken

Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser gilt laut UN als Menschenrecht. Aber wie setzt man dieses Recht mit Blick auf eine ständig wachsende Bevölkerung und knapper werdende Ressourcen nachhaltig um? „Wenn wir es weiterhin so umsetzen wie bisher – steigt die Nachfrage, erhöhen wir das Angebot – dann erhöhen wir den Druck auf die jetzt schon überlasteten Wasserressourcen“, sagt Stefan Liehr, Leiter des ISOE-Forschungsschwerpunkts Wasserressourcen und Landnutzung. Das Angebot könne nicht immer weiter erhöht werden, weil die Wasserreserven der Erde nicht unendlich seien. „Anstatt immer neue Wasserressourcen mit fatalen Folgen für Mensch und Umwelt zu erschließen, müssen sichere und nachhaltige Strategien entwickelt werden, die den Pro-Kopf-Verbrauch senken.“

Wasserbedarfsprognosen können Einsparpotenziale ermitteln

Um den Pro-Kopf-Verbrauch zu senken, müsste aber zunächst bekannt sein, wo die besonders relevanten Einsparpotenziale liegen. „Dafür gibt es bereits ein aussagekräftiges Instrument, das bisher noch kaum angewendet wird“, sagt Liehr. „Mit Wasserbedarfsprognosen können wir ein differenziertes Bild der Wassernutzungen erstellen und sehr genau abschätzen, mit welchem Bedarf wir rechnen müssen und welche Einsparpotenziale wir erwarten dürfen. Auch mögliche Konflikte um die Wassernutzung zeichnen sich frühzeitig ab.“ Die Prognosen beruhen auf Annahmen über plausible soziale, wirtschaftliche und technische Entwicklungen auf den künftigen Bedarf. Sie bilden die Grundlage für Zukunftsszenarien, aus denen sich dann Prioritäten für konkrete Maßnahmen für Haushalte, Wirtschaft und den Städtebau ableiten.

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Empfehlungen für wirkungsvolle Maßnahmen in der Wasserversorgung

„Wir verfügen inzwischen über sehr gute wassersparende Technologien, und wir wissen heute sehr genau, wie wir sparsam mit Trink- und Nutzwasser umgehen können – insbesondere durch Aufbereitung und Wiederverwendung“, sagt Wasserforscher Liehr. Was fehle, seien Kenntnisse über den tatsächlichen Wasserbedarf und -verbrauch in den Städten: Wie viel Wasser wird von wem zu welchem Zweck benötigt? Wie hoch ist zum Beispiel der Anteil an notwendigem Trinkwasser für die Haushalte im Vergleich zum Wasserbedarf im Kleingewerbe? Welche Rolle spielt die spezifische Struktur der Wirtschaftszweige für den Gesamtbedarf? Und in welchen Bereichen lässt sich auf Trinkwasserqualität verzichten und stattdessen aufbereitetes Nutzwasser verwenden?

Zwei- bis dreimal kann dasselbe Wasser verwendet werden. Aufbereitet ist es dann sowohl in Haushalten – etwa für die Toilettenspülung – als auch in der Industrie einsetzbar. Außerdem bietet sich eine Wiederverwendung zur Bewässerung von Grünflächen an oder zur Sanierung von Flüssen. Auf der Grundlage von Wasserbedarfsprognosen können Empfehlungen für solche differenzierten Verwendungsmöglichkeiten ermittelt werden. „Die Wassersparpotenziale sind gewaltig, würden sie im Einwohnermaßstab der Megacities gerechnet“, sagt Liehr. Aber natürlich seien Wasserbedarfsprognosen nur der erste Schritt. Die politischen Entscheidungsträger müssten die Ergebnisse und Empfehlungen dann auch für die Strategieentwicklung einer nachhaltigen und sicheren Wasserversorgung nutzen, betont der ISOE-Forscher.

 
Quelle: UD/pm

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