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Mittwoch, 13.Dezember 2017
Neue Empfehlungen zur Abfallvermeidung erschienen

28.11.2017

Neue Empfehlungen zur Abfallvermeidung erschienen

Jeder Deutsche verursachte 2015 durchschnittlich 454 Kilogramm Haushaltsabfälle. Damit liegt Deutschland – insbesondere bei Verpackungsabfällen – deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Selbst wenn der Großteil des Abfalls recycelt wird, genügt das allein nicht. Doch wie lässt sich Abfall am besten vermeiden? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts geben vor diesem Hintergrund im neuen in brief Empfehlungen für politische Rahmenbedingungen.

Lange gehörte Deutschland zu den Vorreitern bei Umweltschutz und Abfallentsorgung. Die abfallwirtschaftliche Infrastruktur war gut und die Umweltbelastungen dank Recycling und besserer Filtertechnologien in Müllverbrennungsanlagen minimiert. „Damals dachten viele, das Abfallproblem ist technisch gelöst, weil der Müll gesammelt und einer Verwertung zugeführt wird. Doch das Problem hat sich dramatisch geändert“, bemängelt Dr. Henning Wilts, Leiter des Geschäftsfelds Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut. Im vergangenen Jahrhundert hat sich der globale Ressourcenverbrauch mehr als verzehnfacht. Bis 2050 wird eine Verdopplung auf jährlich 183 Milliarden Tonnen erwartet.

Wann ist Abfallvermeidung ökologisch sinnvoll?

Um Ressourcen einzusparen und langfristig zu einer effektiven Strategie zur Abfallvermeidung zu gelangen, muss zunächst klar sein, welche Ressourceneffekte mit einzelnen Maßnahmen verbunden sind. „Beim Recycling ist das deutlich einfacher als bei der Abfallvermeidung, denn am Ende entscheidet das Verbraucherverhalten“, erklärt Wilts. Das Wuppertal Institut analysiert seit Jahren die Umsetzung nationaler Abfallvermeidungsprogramme in Europa. Bereits 2004 brachte Irland auf Initiative der nationalen Umweltbehörde ein Abfallvermeidungsprogramm auf den Weg, das die erzielten Erfolge umfangreich dokumentiert. Konkrete Abfallvermeidungsmaßnahmen wie „Green Healthcare“ und „Smart Farming“ helfen dabei, Ressourceneinsparungen und Kostenreduzierungen zu realisieren – jeder für diese Maßnahmen investierte Euro führte zu Einsparungen von 35 beziehungsweise 44 Euro.

Politischer Rahmen für Abfallvermeidung

„Bisher fehlen in Deutschland noch Leitplanken für die Abfallvermeidung, weil die für das Thema Zuständigen – von der Kommune bis zum Bund – auch tatsächlich an den Entscheidungen beteiligt werden müssten, die Einfluss auf das Abfallaufkommen haben“, sagt Dr. Henning Wilts. Deshalb empfehlen die Autorinnen und Autoren Bettina Bahn-Wahlkowiak, Susanne Fischer, Jana Nicolas und Dr. Henning Wilts im in brief „Abfall vermeiden mit einer transformativen Innovationsagenda“ Folgendes:

  • Wirksame Impulse für die Vermeidung von Abfällen setzen, indem Bund und Länder langfristige, klar definierte und quantifizierbare Indikatoren und Ziele setzen
  • Kommunen bei der tatsächlichen Vermeidung von Abfällen eine Schlüsselrolle zukommen lassen
  • Maßnahmen sollten sich nicht nur auf die öffentliche Hand beschränken, sondern deutlich stärker auch die Industrie einbinden
  • Abfallvermeidungspolitik in Zukunft deutlich stärker priorisieren und Maßnahmen identifizieren, mit denen das das Abfallaufkommen reduziert und gleichzeitig Kosten eingespart werden können sowie Maßnahmen, die sich nicht rechnen, aber angesichts ihrer ökologischen Vorteile trotzdem sinnvoll sind
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Das Wuppertal Institut wird vor diesem Hintergrund an einer Datenbank arbeiten, die Maßnahmen transparent miteinander vergleichen kann, um so strategische Abfallvermeidungsansätze zu unterstützen. Das komplette in brief steht als Download bereit.

 
Quelle: UD/fo

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