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RWE AG veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2014

Klare Ansage: „Eine nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens ist unverzichtbar.“ Das hat Peter Terium, Vorstandsvorsitzender des Essener Strom- und Gaskonzerns RWE AG, gesagt. Zuletzt hatte das Unternehmen arg zu kämpfen. An seinen Klimaschutzzielen hält es dennoch fest. Was die Essener sonst noch in Sachen Nachhaltigkeit vorhaben, erläutern sie in ihrem neuen Nachhaltigkeitsbericht. Umweltdialog hat ihn sich angeschaut.

21.04.2015

RWE AG veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2014 zoom

Kraftwerke, die sich kaum noch wirtschaftlich betreiben lassen. Begrenzte finanzielle Ressourcen. Und Bürger, die die Energieerzeugung immer öfter selbst in die Hand nehmen. Die vergangenen Jahre waren für die RWE AG keine leichten. Und eine schnelle Linderung scheint nicht in Sicht. „Die Krise in der konventionellen Stromerzeugung setzt sich fort“, sagte Terium Mitte März bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Das Tal der Tränen sei noch nicht durchschritten.

„Für gesundes Wachstum ist Geld da“

Am Horizont auszumachen sind jetzt aber erste Silberstreifen. Der Konzernchef sieht die RWE AG auf dem Weg der Besserung. Schulden habe man in den vergangen Jahren schon reduzieren können. Die Arbeitsabläufe seien effizienter geworden. Und auch wenn man nicht mehr die Investitionsmittel wie noch vor zehn Jahren habe – „für gesundes Wachstum ist dennoch immer Geld verfügbar“, lässt sich Terium im Anfang April veröffentlichen Nachhaltigkeitsbericht zitieren.

Rund 3,4 Milliarden Euro standen den Essener im vergangenen Jahr für Investitionen zur Verfügung. Ein knappes Drittel diente der Fertigstellung von konventionellen Kraftwerksneubauten. Gleichzeitig trieb RWE den Ausbau der erneuerbaren Energien voran. Rund 750 Millionen Euro brachte der Konzern dafür auf. Für die Jahre 2015 bis 2017 ist eine weitere Milliarde Euro eingeplant. „Um mit diesem Budget weiter große Projekte zu stemmen, brauchen wir Partner“, sagt Terium.

Wie eine solche Partnerschaft aussehen kann, zeigt sich zum Beispiel im niedersächsischen Heidekreis. Dort hat RWE im Frühjahr 2014 zusammen mit 29 Stadtwerken den Windpark Düshorner Heide in Betrieb genommen. Die 26-Megawatt-Anlage kann im Jahr bis zu 53.500 Megawattstunden Strom erzeugen. Das reicht dem Konzern zufolge, um rund 16.000 Haushalte mit „grüner“ Energie zu versorgen und den Ausstoß von 40.000 Tonnen CO2 im Jahr zu vermeiden.

Windstrom für 300.000 Haushalte

In deutlich größere Dimensionen stößt RWE mit dem Offshore-Windpark „Nordsee Ost“ vor, der derzeit rund 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland entsteht. In Wassertiefen von bis zu 25 Metern sollen dort 48 Windturbinen errichtet werden, die eine Gesamtleistung von 295 Megawatt ins Netz einspeisen können. Die Windräder der Megawattklasse sollen 300.000 Haushalte mit Strom versorgen, den Ausstoß von 750.000 Tonnen CO2 vermeiden. 2014 konnte RWE seine CO2-Emissionen konzernweit um 8,7 Millionen Tonnen senken.

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Beim Ausbau erneuerbarer Energien waren die Essener im vergangen Jahr zudem im Ausland aktiv. In Großbritannien, dem zweitwichtigsten Markt des Unternehmens, produziert RWE mit mittlerweile 1.194 Megawatt fast genau so viel „Grünstrom“ wie in Deutschland (1.263 Megawatt), vor allem durch Windkraft. In den Niederlanden und Belgien war das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt sogar einer der Hauptinvestoren in Windparks.

Die Ausbau-Offensive ist eine Antwort des Konzerns auf den sich wandelnden europäischen Energiemarkt. Durch die politisch forcierte Förderung der Erneuerbaren sinken für RWE die Erlöse aus konventionellen Kraftwerken. Viele Anlagen, insbesondere Gaskraftwerke, rentieren sich nicht mehr. Gleichzeitig erzeugen immer mehr Bürger, Unternehmen oder Genossenschaften über dezentrale Anlagen eigenen Strom, den sie ins öffentliche Netz einspeisen. Das senkt die Strommenge, die RWE absetzen kann.

Neue Geschäftsfelder

Der Konzern hatte darauf schon 2012 mit dem Programm „RWE 2015“ reagiert, in dessen Zuge er massiv Kosten eingespart und nach neuen Geschäftsfeldern Ausschau gehalten hat. Als vielversprechend erachtet Terium unter anderem die Entwicklung smarter Technologien. RWE arbeitet dazu mit dem Thermostat-Entwickler Nest zusammen. In Großbritannien und den Niederlanden vertreibt der Konzern dessen „intelligente“ Heizungsregler exklusiv. Außerdem kooperiert RWE in Sachen smarter Haussteuerung mit dem Technologiekonzern Samsung.

Solche Partnerschaften, sagt Terium, „eröffnen uns neue Märkte und erhöhen die Akzeptanz für unsere Rolle in der neuen Energiewelt“. Ihr Wert zeige sich auch in angestammten Geschäftsfeldern wie dem Einkauf von Steinkohle aus dem Ausland. RWE hat sich der Brancheninitiative „Bettercoal“ angeschlossen, die sich dafür stark macht, dass die Menschenrechts- und Ökostandards durch die Produzenten eingehalten werden. „Als Einzelunternehmen finden wir da kaum Gehör“, sagt Terium.

Über den Bericht

Wie schon für das Jahr 2013 hat die Global Reporting Initiative (GRI) den Bericht geprüft. Er ist ausschließlich online verfügbar und mit weiteren Informationsquellen wie einem Kennzahlentool verknüpft. Mit diesem lassen sich nach Konzernangaben über 1.900 Daten zur Entwicklung von RWE in den Bereichen Erzeugung, Umwelt recherchieren, außerdem die Finanzkennzahlen für die Jahre 2006 bis 2014.

Quelle: UmweltDialog
 

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