14.08.2018

09.08.2018

Reporting

MAN Gruppe setzt Stadtbusse und LKW unter Strom

Der Nutzfahrzeugproduzent MAN SE bereitet die Serienfertigung von Elektro-Lastern und E-Bussen vor und will Verkehrsbetrieben und Flottenbetreibern künftig stärker in Sachen „grüner“ Mobilität unter die Arme greifen. Auch an anderen Stellen machen sich die Münchener für mehr Nachhaltigkeit stark. Was sie zuletzt erreicht haben, zeigt ihr neuer Corporate Responsibility Bericht.

MAN Gruppe setzt Stadtbusse und LKW unter Strom

Einfach mit Bussen oder LKW Geld verdienen? Die Zeiten sind wohl vorbei. Und das weiß auch Konzernchef Joachim Drees. „Der Geschäftserfolg von MAN“, so Drees im Vorwort des Berichts, sei „eng verknüpft mit globalen Megatrends“ wie dem Klimawandel oder der Digitalisierung. Deswegen sei „Agilität gefragt“. Sie sei nötig, um die sich „fundamental wandelnde Mobilität von morgen zu gestalten“. Das Fundament, auf das Drees baut, sind elektrische Antriebe. Denen gehöre, zumindest im Stadtverkehr und auf kürzeren Strecken, die Zukunft.

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IAA 2018: E-Modelle für den LKW-Verteilverkehr

Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen steht bei MAN deswegen schon länger ganz oben auf der Agenda. Ein eMobility-Konzept für den LKW-Verteilerverkehr hat das Unternehmen bereits bei der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) 2016 präsentiert. Für die diesjährige IAA im September hat MAN die Vorstellung zwei neue Verteiler-LKW mit E-Antrieb angekündigt – womit der Konzern nach eigenen Angaben „als einer der ersten Hersteller vollelektrische Lösungen für den gesamten Bereich der City-Logistik zwischen drei und 26 Tonnen“ anbiete.

Vorab präsentiert wurden die eTrucks bereits diesen Juli auf der diesjährigen IAA-Vorpressekonferenz von MAN. Konzernchef Drees hob dort ihre Stärken im urbanen Umfeld hervor: „Sie sind lokal emissionsfrei und tragen damit zur Verbesserung der Stadtluft bei“. Außerdem seien sie sehr leise, womit sie neue Möglichkeiten für die innerstädtische Logistik eröffneten. So könnte zukünftig die Belieferung von Supermärkten nachts erfolgen – was den Verkehr tagsüber entzerren könne.

Stadtbus „Lion’s City E“: Prototyp kurz vor Weltpremiere 

Auch bei den MAN-Stadtbussen geht die Reise klar in Richtung Elektroantrieb. Eine Demoflotte gibt es schon. Die Münchener testen derzeit in Metropolen wie Hamburg, München und Paris ihre Alltagstauglichkeit. Anschließend soll die Serienfertigung starten. Ab 2020 könnten sie dann regulär durch die Städte stromern. Einen Prototyp des von MAN „Lion’s City E“ getauften elektrischen Stadtbusses sollen Besucher der diesjährigen IAA schon bestaunen können.

Der Lions City E
Der Lions City E

Bevor E-Busse oder E-Trucks ihre Vorteile ausspielen können, sind indes noch Hürden zu nehmen, die nicht nur mit den Fahrzeugen zu tun haben. Stichwort: Ladeinfrastruktur. Verkehrsbetriebe und Speditionen müssen sie zunächst aufbauen, wollen sie elektrisch vorankommen. Um ihnen dabei unter die Arme zu greifen, hat MAN im Berichtsjahr ein neues Beratungsteam aufgestellt. Es unterstützt Kunden bei Fragen zur Infrastruktur, Energiebedarf oder Wartung der Flotte. Vorstandschef Drees sagt, MAN untermauere damit seine „Wandlung von einem Nutzfahrzeughersteller zu einem Anbieter intelligenter und nachhaltiger Transportlösungen“.

Klimaschutz durch Windschattenfahrten

Darauf zahlt auch das sogenannte „Platooning“ ein, ein Fahrzeugsystem für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei Truck-Trailer-Kombinationen virtuell aneinandergekoppelt werden, mithilfe von technischen Fahrerassistenz- und Steuersystemen sowie einer Car-to-Car-Kommunikation. Das ermöglicht Windschattenfahrten, durch die laut MAN Kraftstoffeinsparung von bis zu zehn Prozent für die gesamte LKW-Gruppe drin sind, bei gleichzeitig sinkenden CO2-, Stickstoff- und Partikelemissionen. MAN testet die Koppeltechnik derzeit im realen Straßenverkehr auf der A9 zwischen München und Nürnberg.

MAN will außerdem mehr Klimaschutz auf die Weltmeere bringen. Gelingen soll das unter anderem Dual-Fuel-Motoren – das sind Motoren, die sowohl mit gasförmigen als auch mit flüssigen Kraftstoffen betrieben werden können. Ein weiterer Vorteil: Sie eignen sich sehr gut für die Nachrüstung konventioneller Schiffsmotoren. Die weltweit erste Umstellung eines Containerschiffes auf Dual-Fuel-Betrieb haben die Bayern vergangenes Jahr erfolgreich abgeschlossen. Zehn weitere sollen folgen. Um den Reedern einen Anreiz zu geben, hat sich MAN 2017 zu Preisnachlässen in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro verpflichtet.

Eigene Klimaziele fast erreicht

Seinen eigenen Klimaschutzverpflichtungen ist der Konzern im Berichtszeitraum nähergekommen. Bis 2020 soll in der Produktion ein Minus von 25 Prozent gegenüber 2008 stehen. Ende 2017 lag der Wert bei 23,7 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat nach Unternehmensangaben ein neu errichtetes Blockheizkraftwerk am Standort München geleistet: 9.500 Tonnen CO2 werden dadurch jährlich vermieden. Die beiden 2,5-Megawatt-Erdgas-Aggregate des Kraftwerks decken zudem 20 Prozent des Strombedarfs vor Ort.

Ein besonderes Augenmerk legt die MAN Gruppe in ihrem aktuellen CR-Bericht auf eine verantwortungsvolle Beschaffungspolitik. „Die Berichterstattung wurde um einen wesentlichen Aspekt, der Verantwortung in der Lieferkette, erweitert“, sagt Peter Attin, Senior Vice President Corporate Responsibility bei der MAN SE. „Wir kommunizieren klare Anforderungen an unsere Lieferanten und arbeiten gemeinsam daran, ökologische und soziale Risiken in der Lieferkette zu reduzieren.“ Laut CR-Bericht gründen diese Anforderungen unter anderem auf den Prinzipien des UN Global Compact und den einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Über den Bericht

Die MAN Gruppe hat ihren Corporate Responsibility-Bericht für das Jahr 2017 Mitte Juli 2018 veröffentlicht. Er wurde gemäß den G4-Vorgaben der Global Reporting Initiative erstellt und stellt dar, wie MAN die zehn Prinzipien verantwortungsbewussten Handelns des UN Global Compact umsetzt. Eine Online-Kurzfassung des CR-Berichts bietet zusätzlich eine kompakte Übersicht über die wesentlichen Kennzahlen sowie CR-relevante Aktivitäten 2017. Über Fortschritte bei der Umsetzung der Corporate-Responsibility-Strategie berichtet der Konzern seit 2011 jährlich.

Quelle: UmweltDialog
 

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