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02.05.2012

Neue Nachhaltigkeitskriterien für Biokunststoffe

Biokunststoffe werden jetzt auch aus Pflanzen von Äckern mit festgelegten Nachhaltigkeitsstandards hergestellt. Das garantieren die beiden neuen Zertifizierungssysteme ISCC PLUS und das amerikanische Working Landscapes Certificate. Sie fordern die Einhaltung von Kriterien wie die Förderung der Biodiversität etwa durch das Anlegen von Wild Life Korridoren, keine künstliche Bewässerung in Dürregebieten, strenge Anforderungen an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder keine Gentechnik.

Bild: A. Dreher/Pixelio
Bild: A. Dreher/Pixelio
Martina Fleckenstein, Agrarexpertin beim WWF sagt: "Auch bei der Herstellung von Biokunststoffen müssen Nachhaltigkeitskriterien verpflichtend sein, das heißt, die Rohstoffe müssen unter Beachtung von ökologischen und sozialen Belangen angebaut werden." Dies ist umso wichtiger, weil für Kunststoffe pflanzliche Rohstoffe in Zukunft die einzige Alternative zu Erdöl sein werden. Erneuerbare Energie für Verkehr und Strom kann neben Biomasse direkt aus Sonne, Wind oder Wasserkraft gewonnen werden. Das geht bei festen Werkstoffen nicht. Eine sinnvolle nachhaltige Nutzung der Böden ist deshalb eine grundlegende Voraussetzung für diese neue Technologie.

Produkte aus dem Biokunststoff Ingeo PLA von NatureWorks, dem weltweit größten Hersteller von Biokunststoffen, wurden jetzt als erste von ISCC PLUS und Working Landscapes zertifiziert und werden in Deutschland vertrieben. Ingeo besteht zu 100 Prozent aus Pflanzen und wird zurzeit aus Mais gewonnen, der in den USA angebaut wird. "Ein möglichst nachhaltiger Pflanzenanbau ist die Voraussetzung dafür, dass unsere neuen Polymere ihre großen ökologischen Vorteile ausspielen können: Verringerung der Klimabelastung und Einsparung fossiler Ressourcen wie Erdöl. Die neuen Zertifizierungen sind hierfür ein wichtiger Schritt", sagt Mark Vergauwen, Commercial Director Europe von NatureWorks.

Neue pflanzliche Rohstoffquelle: Recyclinganlage anstatt Acker Die Landwirtschaft ist bei Biokunststoffen in dem Moment kein Thema mehr, wenn die daraus gefertigten Produkte nach Gebrauch sortenrein erfasst und stofflich recycelt werden. In Deutschland macht die RE|PLA Cycle GmbH genau das seit Anfang des Jahres mit dem Kunststoff PLA: Vor allem Produktionsabfälle aber auch zunehmend PLA-Verkaufsverpackungen werden erfasst und zu neuem PLA verarbeitet. Damit kann mittel- und langfristig die Klimabilanz von Biokunststoffen deutlich verbessert und der Druck auf die Flächennutzung vermindert werden. Sollte das PLA aus dem Recyclingkreislauf rausfallen, kann der Biokunststoff dann in Form von Biomasse und "erneuerbarer Energie" zur Stromerzeugung eingesetzt werden.
 
Quelle: UD / na

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