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Investoren verlangen nichtfinanzielle Unternehmens-Informationen

12.01.2016

Investoren verlangen nichtfinanzielle Unternehmens-Informationen

Zum zweiten Mal in Folge ließ das Nachhaltigkeitsteam von EY Global in einer unabhängigen Umfrage institutionelle Investoren zu ihrem Interesse an nichtfinanziellen Unternehmensinformationen und zu deren Verwendung befragen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Relevanz internationaler Berichterstattungsstandards, insbesondere der integrierten Berichterstattung, bewertet.

Darüber hinaus wurden erstmals Fragen zu „Stranded Assets“ sowie zu Risiken für das Geschäftsmodell aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung gestellt, um der immer höheren Aufmerksamkeit gerecht zu werden, die diesen Themen zuteilwird. Von den über 200 Befragten aus Nordamerika, Europa, Asien, Lateinamerika und Australien waren über 60 Prozent als Portfoliomanager und Aktienanalysten tätig; fast drei Viertel von ihnen arbeiten für Institutionen, deren Portfolios zehn Milliarden US-Dollar überschreiten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen einen deutlichen Anstieg der Erwartungshaltung von Investoren an die nichtfinanzielle Berichterstattung von Unternehmen: So sehen 80 Prozent die Verantwortlichkeit für diese mittlerweile beim Unternehmensvorstand (2014 waren es noch 64 Prozent). Etwa zwei Drittel halten nichtfinanzielle Informationen außerdem für alle Sektoren für relevant. Auch fordern 40 Prozent, dass Unternehmen Risiken zu Themen der Umwelt, des Sozialen und der Unternehmensführung vollständiger offenlegen. Zudem wünschen sich viele Investoren, dass die Berichterstattung mehr auf sie als Zielgruppe ausgerichtet wird.

Nichtfinanzielle Informationen beeinflussen Investitionsentscheidungen

Die Studie zeigt außerdem auf, wie Investoren mit den vorhandenen Informationen umgehen. Schon heute bezieht fast ein Viertel von ihnen nichtfinanzielle Informationen regelmäßig in ihre Investitionsentscheidungen ein. Der Anteil derer, die sie strukturiert und methodisch bewerten, hat sich im Vergleich zur Studie im letzten Jahr auf fast 40 Prozent verdoppelt, während nur noch 20 Prozent (2014: 35 Prozent) sie nicht nutzen.

Stranded Assets

Als „Stranded Assets“ – zu Deutsch in etwa „verlorene Investitionen“ – werden Investitionen bezeichnet, die zum Beispiel aufgrund von stark ansteigenden politischen Anforderungen oder öffentlichem Druck dauerhaft an Wert verlieren und somit außerplanmäßige Abschreibungen bedingen. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte Carbon Bubble: Um katastrophalen Klimawandel zu vermeiden, dürfen laut aktuellen autoritativen Studien 60 bis 80 Prozent der vorhandenen fossilen Energiereserven nicht mehr genutzt werden. Würde dies über die Klimapolitik verbindlich werden, wäre insbesondere die Industrie rund um fossile Energieträger – und in Folge auch die Portfolios der meisten Investoren – massiv überbewertet und die Unternehmen sowie die Portfolios müssten außerplanmäßig im Wert berichtigt werden.

Insbesondere die Thematik der Stranded Assets hat deutlich an Bedeutung gewonnen und beeinflusst Investitionsentscheidungen konkret: Mehr als ein Drittel der Befragten geben an, im letzten Jahr Investitionen aufgrund dieses Risikos abgezogen zu haben; ein weiteres Drittel plant, es in Zukunft genauer zu beobachten. In Anbetracht der für effektiven Klimaschutz erforderlichen deutlich regulierenden Klimapolitik ist zu erwarten, dass das Thema weiter an Relevanz gewinnen wird.

Wesentlichkeit, Qualität und Konsistenz wichtig

Integrierte Berichte werden von 70 Prozent der Befragten als zentrale Informationsquelle genannt. Damit liegen sie knapp hinter Jahresberichten (80 Prozent) und leicht vor separaten Nachhaltigkeitsberichten (60 Prozent).

Wenn Investoren nichtfinanzielle Informationen nicht in ihre Entscheidungen einbeziehen, nennen drei Viertel von ihnen als Hauptgründe dafür fehlende, inkonsistente oder nicht klar mit der finanziellen Leistung des Unternehmens verknüpfte Informationen. Hier können internationale Normen und Rahmenwerke Unterstützung leisten. So bewerten Investoren integrierte Berichte, die dem <IR>-Rahmenwerk des IIRC (International Integrated Reporting Council) folgen, fünfmal mehr als „sehr nützlich“ als solche, die keinen anerkannten Leitlinien folgen. Weitere international anerkannte Rahmenwerke sind zum Beispiel die G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und die Sustainability Accounting Standards des Sustainability Accounting Standards Board (SASB).

Es ist also klar zu beobachten, dass qualitativ hochwertige, konsistente und finanziell relevante – kurz: wesentliche – nichtfinanzielle Informationen für Investoren weiter an Bedeutung gewinnen.

Der Weg hin zu einer ganzheitlich integrierten Berichterstattung kann allerdings durchaus länger dauern. Erste Impulse zur Veröffentlichung von nichtfinanziellen Informationen gibt auch die sogenannte CSR-Richtlinie. Im Rahmen der CSR-Richtlinie sollen Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public Interest Entities – PIEs) mit mehr als 500 Mitarbeitern ab 2017 verstärkt über nichtfinanzielle Aspekte (Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialthemen sowie die Themen Menschenrechte, Bestechung und Korruption) berichten. In der EY-Studie „Die CSR-Richtlinie setzt neue Maßstäbe. Starten Sie jetzt mit der Umsetzung!“ wurde daher die nichtfinanzielle Berichterstattung von Unternehmen der vier DAX-Segmente vor allem im Hinblick auf die neuen Anforderungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Gerade im MDAX, SDAX und TecDAX gibt es noch Handlungsbedarf.

 
Quelle: UD/cp

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