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Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 2015

04.12.2015

Joachim Gauck verleiht Deutschen Zukunftspreis 2015

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 2. Dezember in Berlin das Team des Projektes „Entspannung für Herz und Lunge – vom Sprengstoff zu innovativen Therapien“ mit dem Deutschen Zukunftspreis 2015, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, ausgezeichnet. Der Bundespräsident ehrt mit der Auszeichnung Forscher, die marktfähige Produkte in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik entwickelt haben und damit Arbeitsplätze schaffen.

Am Abend des 2. Dezembers übergab Bundespräsident Joachim Gauck bei der Preisverleihung in der Station Berlin den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2015, der in diesem Jahr zum 19. Mal vergeben wurde. Das Gewinnerteam um Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani von der Justus-Liebig-Universität Gießen, Dr. Reiner Frey und Prof Dr. habil. Johannes-Peter Stasch, beide Bayer Pharma AG Wuppertal, hat eine Therapie für zwei Formen des Lungenhochdrucks entdeckt und entwickelt. Die Erforschung des neuartigen Wirkmechanismus von Riociguat beruht auf den Erkenntnissen der 130 Jahre alten Therapie mit Nitroglycerin bei Angina pectoris. Das innovative Medikament kann den von der schweren Erkrankung Betroffenen erhebliche Besserung verschaffen - für einige ist das Arzneimittel aus Deutschland die erste verfügbare medikamentöse Therapie.

"Ich freue mich sehr über diese herausragende Anerkennung für unser Team. Nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Zukunftspreis für unser Thrombosemittel im Jahr 2009 wird einmal mehr der hohe Stellenwert von Forschung und Innovationen bei Bayer belohnt", sagte Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. "Der Deutsche Zukunftspreis rückt als höchste deutsche Innovations-Auszeichnung die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft in den Fokus. Das verdeutlicht den Beitrag, den Naturwissenschaften und Medizin - sowohl aus Industrie als auch von Universitäten - für unsere Zukunft haben", so Dekkers weiter.

Über Lungenhochdruck

Die pulmonale Hypertonie (PH), auch Lungenhochdruck genannt, ist eine schwere, fortschreitende und lebensbedrohliche Krankheit der Lunge und des Herzens. Der Druck in den Lungenarterien ist deutlich erhöht, was zu Herzversagen und zum Tod führen kann. Patienten mit PH leiden unter einer stark eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit und einer entsprechend verminderten Lebensqualität. Die häufigsten Symptome der PH sind Atemnot, Erschöpfung (Fatigue), Schwindelgefühl und Ohnmachtsanfälle und werden durch Anstrengung verstärkt. Da die Symptome einer PH nicht spezifisch sind, können bis zur richtigen Diagnose bis zu zwei Jahre vergehen. Eine frühzeitige Diagnose und eindeutige Bestimmung der PH-Form ist essentiell, da eine Verzögerung des Behandlungsbeginns die Lebenserwartung der Patienten verkürzen kann. Außerdem ist es wichtig, die Therapie engmaschig zu überwachen, um sicherzugehen, dass die Patienten für ihren individuellen Krankheitstyp und das Stadium, in dem sie sich befinden, die optimale Therapie erhalten.

Es gibt fünf verschiedene Formen von PH. Jede der fünf Formen kann sich bei Patienten unterschiedlich auswirken, auch die Ursache und klinische Manifestation der PH unterscheiden sich oft. Für die besten Erfolgsaussichten sollten Patienten in einer Spezialklinik für PH behandelt werden.

Die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist eine Form des Lungenhochdrucks, die durch wiederholt eingeschwemmte Blutgerinnsel (sog. Lungenembolien) aus entfernten Körpervenen ausgelöst wird. Anstatt wie üblich durch körpereigene Mechanismen abgebaut zu werden, vernarben diese Gerinnsel und verschließen einen Teil der Lungenarterien dauerhaft. Damit muss Blut aus der rechten Herzkammer zur Sauerstoffaufnahme in der Lunge durch deutlich weniger Blutgefäße gepumpt werden. Die Folge ist ein erhöhter Druck, der letztlich zu Herzversagen und Tod führen kann. Für viele Patienten bedeutet ein operativer Eingriff, bei dem die verschlossenen Lungenarterienäste chirurgisch wieder eröffnet werden, eine potenzielle Heilung. Allerdings kann diese Operation bei 20-40 Prozent der CTEPH-Patienten nicht durchgeführt werden, und bei bis zu 35 Prozent der Patienten besteht die Krankheit auch nach dem Eingriff noch weiter oder tritt erneut auf. Diese Patienten benötigen eine wirksame medikamentöse Behandlung. Mit dem innovativen Wirkstoff steht erstmals ein zugelassenes Medikament zur Verfügung.

Bei der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) kommt es ebenfalls zu einer Druckerhöhung im Lungenkreislauf, jedoch ist hier neben einer Verengung der Arterien eine unkontrollierte Zellwucherung die Ursache der Erkrankung. PAH kann erblich bedingt sein, daneben können Infektionen, bestimmte Giftstoffe sowie einige Medikamente diese ebenfalls tödliche Form des Lungenhochdrucks auslösen. Obwohl es mehrere zugelassene Medikamente für die Behandlung der PAH gibt, bleibt die Prognose für die Patienten ungünstig und neue Behandlungsoptionen werden benötigt.

Über den Wirkstoff

Der neu entwickelte Wirkstoff ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die deutsche Industrie und die akademischen Institutionen in enger Zusammenarbeit eine wichtige und innovative Behandlung entwickelt haben, die schwer kranken Patienten weltweit helfen kann. Das spezifische Wirkprinzip der sGC-Stimulation und seine medizinische Bedeutung wurden von Bayer-Wissenschaftlern in Wuppertal entdeckt. Die klinische Erforschung und Entwicklung von Riociguat zur Behandlung des Lungenhochdrucks hat Bayer mit führenden Experten des "Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System" (ECCPS) an der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Diese Zusammenarbeit war der entscheidende Erfolgsfaktor für das Projekt.

Ausgehend von dieser Kooperation wurden klinische Studien an Expertenzentren in ganz Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigten die hohen Erwartungen aus der frühen Forschung, mit klaren Hinweisen für eine Wirksamkeit bei Patienten mit PAH und CTEPH. Daraufhin wurden unter der Leitung von Professor Ghofrani aus Gießen größere weltweite Studien begonnen. Diese belegten die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs und führten im März 2014 zur Zulassung durch die europäische Kommission. Inzwischen ist das Präparat in mehr als 50 Ländern zugelassen, darunter die USA und Japan.

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Weitere Nominierungen

Ebenfalls für den Deutschen Zukunftspreis nominiert und in den „Kreis der Besten“ von der Jury aufgenommen wurden erstens Dipl.-Ing. Ralf Bornefeld, Dr.-Ing. Walter Hartner und 
Dr. rer. nat. Rudolf Lachner Infineon Technologies AG, München und Regensburg mit dem Projekt „Radartechnologie für Autos – ein Lebensretter geht in Serie“.

Des Weiteren waren 
Dipl.-Ing. (FH) Peter Sander, Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann Dipl.-Ing. (FH) Frank Herzog, Airbus Operations GmbH, Hamburg, LZN Laser Zentrum Nord GmbH, Hamburg, Concept Laser GmbH, Lichtenfels nominiert mit ihrer gemeinsamen Entwicklung zu „3-D-Druck im zivilen Flugzeugbau – eine Fertigungsrevolution hebt ab“. Sie wurden von Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Urkunde geehrt.

Grenzen überschreiten - darüber sprach Bundespräsident Joachim Gauck in der festlichen Veranstaltung mit Daniel Hope, weltbekannter Musiker, Autor und Multimedia-Künstler, kürzlich mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet. Er bewegt sich nicht nur in seiner originären Profession, der Musik, sondern er sucht auch intensiv nach den Bedingungen und den Kontexten, die Kreativität und Exzellenz ermöglichen. So ist er derzeit auf der Suche nach dem „Mythos Geige“, dem Ursprung seines Werkzeuges und somit seiner Kunst. Ein spannender Exkurs auch über die Veränderungen, die Globalisierung und Digitalisierung in der Gesellschaft und damit im Verhältnis von Wissenschaft und Kunst generieren.

 
Quelle: UD/fo

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