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Schadet Onlineshopping der Umwelt?

11.03.2016

Schadet Onlineshopping der Umwelt?

Zeit und Geld sind kostbar. Beim Einkaufen wollen wir möglichst beides sparen. Als umweltbewusste Verbraucher wägen wir aber auch immer häufiger die Menge an Treibhausgasen ab, die wir beim Kauf von Schuhen, Büchern oder Haushaltsgeräten produzieren. Doch was belastet die Umwelt tatsächlich mehr – Onlineshopping oder Einkaufen vor Ort?

Von Sabine Müller

Öffnungszeiten rund um die Uhr, sichere Zahlungssysteme sowie verbraucherfreundliche Lieferzeiten und Umtauschrechte: Onlineshopping macht es Kunden mit Internetanschluss leicht, fast alle erdenklichen Produkte, angefangen bei Tickets und Musik-CDs bis hin zu Kleidung und Möbeln, bequem per Mausklick von zu Hause aus zu bestellen. In Deutschland kauften 2013 fast zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger im Internet ein. Auch wenn es europaweit nur 45 Prozent Online-Käufer gab, ist klar, dass Onlineshopping in den vergangenen Jahren zunehmend beliebter geworden ist. Online-Händler preisen das Shoppen im Netz zudem als umweltfreundlicher an als das Einkaufen im Laden.

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Der ökologische Fußabdruck im Warenkorb

Die Argumente dafür, dass Onlineshopping umweltschonender ist, sind auf den ersten Blick einleuchtend: Während zum Beispiel ein Bekleidungsgeschäft das ganze Jahr über klimatisiert und mit Strom versorgt werden muss, kann der Kunde beim Onlineshopping die neue Jacke von zu Hause bestellen. Die Ware wird anschließend mit vielen anderen Postsendungen an die gewünschte Adresse geliefert, sodass der Kunde selbst keinen Weg, womöglich mit dem Auto, zurücklegen muss. Zudem kann er Verpackungsmaterial recyceln. Im Geschäft aber wird die Ware, wenn sie nicht verkauft wird, erneut verpackt und gelagert.

Sparen wir beim Einkaufen Geld oder Zeit, dann macht sich das gleich beim Blick ins Portemonnaie oder auf die Uhr bemerkbar. Der CO2-Ausstoß ist hingegen nicht unmittelbar spürbar. Sicher ist, dass die Höhe der Emissionen stark von unserem eigenen Kaufverhalten abhängt. Bestellen wir etwa drei Paar Schuhe, von denen wir nach der Anprobe zu Hause nur eins auswählen und die zwei anderen zurücksenden, so haben wir den Schadstoffausstoß für das eine gekaufte Paar um das Dreifache erhöht. Alleine in Deutschland wird im Durchschnitt jede dritte Online-Bestellung zurückgeschickt. Das macht mehr als 250 Millionen Retourpakete im Jahr – oder anders gesagt: jede Menge Extralieferungen mit entsprechend hohem Energieverbrauch, um sie ans Ziel zu bringen.

Nicht auf dem Einkaufszettel beim Onlineshopping: der „Rückkopplungseffekt“

Beim Beispiel der drei Paar Schuhe überragen die negativen Effekte des Kaufverhaltens eindeutig die positiven. Heraus kommt eine ungünstige Ökobilanz. Wissenschaftler vom Institut für Ingenieurwissenschaften und Technologie der Universität Newcastle sprechen in ihrer Studie zum Thema „Online-Shopping und Heimarbeit“ (2010) von sogenannten „Rückkopplungseffekten“ des veränderten Kaufverhaltens: Ein eigentlicher positiver Anreiz zur CO2-Ersparnis – Onlineshopping statt Autofahrt zum Geschäft – wird durch die negativen Umwelteffekte der Rücksendungen von Paketen aufgehoben.

Beim Vergleich „Onlineshopping versus Einkaufen vor Ort“ würden diese Rückkopplungen häufig nicht berücksichtigt. Denn auch durch den Paketversand entstehen CO2-Emissionen. Eine Einsparung der Treibhausgase würde daher nur dann erreicht, wenn die Online-Bestellung etwa dreieinhalb reale Einkaufsfahrten mit dem Auto ersetzt, 25 Produkte zur gleichen Zeit ausgeliefert würden oder der Kunde durch den Online-Kauf einen Weg von 50 Kilometern sparen würde.

Tipps fürs umweltbewusste Online-Shopping

Wer umweltbewusster einkaufen möchte, sollte sein eigenes Kaufverhalten kritisch unter die Lupe nehmen. Wie viel und was bestelle ich online? Ein paar Tipps erleichtern die Entscheidung.

  • Fragen Sie sich, ob Sie das Produkt nicht auch in einem Geschäft in Ihrer Nähe – vielleicht sogar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar– bekommen können.
  • Kaufen Sie bei möglichst wenigen Händlern und bündeln Sie die Bestellungen.
  • Verteilen Sie Einkäufe nicht wegen minimaler Preisvorteile auf mehrere Anbieter.
  • Kaufen Sie Waren mit hoher Rücksendequote, wie zum Beispiel Schuhe, nur im Laden.
  • Vermeiden Sie vergebliche Lieferversuche durch Terminabsprache oder Angabe eines Nachbarn, der das Paket annehmen kann.
  • Bevorzugen Sie Lieferdienste mit Pfandkisten oder Recyclingkartons.
  • Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften für Sammelbestellungen.
  • Bestellen Sie mittels Standardzustellung und keine Expresslieferungen, damit das Paket in einem optimal ausgelasteten Lkw transportiert werden kann.

Faktoren, die zu einem umweltschonenden Onlineshopping beitragen, sind unter anderem die Art der Verpackung der bestellten Produkte oder die Ladekapazität der Lieferungen. Daher ist nicht nur der Kunde, sondern auch der Händler und der Zulieferer gefragt.

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Quelle: UD

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1  Kommentar

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    Christoph, 
    16.03.2016 - 14:34 Uhr

    Grundsätzlich spannendes Thema. Ich glaube aber nicht, dass Online-Shopping per se von der Ökobilanz schlechter oder besser ist als ein Einkauf im stationären Einzelhandel. Da wird man sehr stark differenzieren müssen was die Produktkategorien angeht, was das Produkt, den Transport (oder An- und Abfahrt), die Verpackung, die Retoure etc. Spannend wäre es, wenn es Zahlen dazu gebe, ab wann es ökologisch vorteilhafter ist online oder "offline" zu kaufen, z. B. ab 1,2 Retouren.

    Reboundeffekte gibt es auch, wenn ich meinen XXL-Fernseher vor Ort im Geschäft kaufe, den ich dann aufgrund seiner Größe noch in den SUV hieven muss, mit dem ich dann 2 km nach Hause fahre.

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