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Neuer Trend Switching Economy?

24.02.2016

Neuer Trend Switching Economy?

Schneller, schlanker und mit noch mehr Funktionen - in immer kürzeren Abständen kommen neue Technikinnovationen auf den Markt. Bei den Konsumenten wird durch das immer weiter wachsende Angebot an Produkten, auch das stetige Verlangen nach dem Neusten in Sachen Technik geschürt. Als Alternative dazu hielte der Wirtschaftstrend "Switching Economy" an. Dank diesem müssen Konsumgüter nicht mehr gekauft (und wieder verkauft) werden, sondern können ganz flexibel genutzt und beliebig wieder gegen neue Produkte eingetauscht werden.

Jedes Jahr das neueste Smartphone, eine GoPro für den Skiurlaub und ein Macbook zum mobilen Arbeiten - das wünschen sich viele. Doch all diese Anschaffungen reißen nicht nur ein großes Loch in unseren Geldbeutel, sondern lohnen sich aufgrund der kürzer werdenden Produktlebenszyklen immer weniger. Nach dem Skiurlaub liegt die GoPro-Kamera ungenutzt herum, so ganz zurecht kam man mit ihr vielleicht ohnehin nicht. Das noch optimal funktionsfähige alte Smartphone wird unter Wert weiterverkauft und gegen ein Neues eingetauscht. Die Tendenzen unserer Konsumgesellschaft haben nicht nur unnötigen Technikmüll zur Folge, sondern werfen auch die Frage auf, ob unser exorbitant steigender Konsum überhaupt noch Sinn ergibt.

Schnelllebige Trends - kurzlebige Produkte

Die unerschöpfliche Auswahl an Marken, Produkten und Dienstleistungen und der zunehmend einfache Zugriff auf die verschiedensten Produkte kurbeln den Konsum in allen Gesellschaftsschichten ordentlich an. Seitdem wir fast alle Shoppingmöglichkeiten griffbereit in der Hosentasche mit uns herumtragen, geben wir deutlich mehr Geld aus und haben auch ein stetig steigendes Verlangen nach neuen Produkten. Zwischen dem ersten Gedanken an ein Bedürfnis und dem letztendlichen Kauf lagen noch vor einigen Jahren Barrieren: Es musste Zeit für die Besorgung gefunden werden, man musste sich auf den Weg zu einem Geschäft machen und das Geld im Regelfall auch direkt dabeihaben und umgehend bezahlen. Heute reichen fünf Minuten aus, um zwischen zwei Terminen eine neue Digitalkamera zu bestellen. Die kurzen Wege zum Produkt lassen keinen Platz für eine kurze Bedenkzeit und verleiten uns oftmals dazu, unüberlegt zu bestellen. 

Problematisch ist dies vor allem bei teuren Artikeln wie Technikprodukten. Diese gehören laut statistichen Zahlen neben Textilien und Medien zu den am häufigsten online gekauften Artikel. Oft kommt es vor, dass wir nach der Nutzung von wenigen Wochen merken, dass das Produkt eigentlich überhaupt nicht optimal zu uns passt. Hinzu kommt, dass neue Innovationen auch die Ansprüche, die wir an ein Gerät stellen, verändern. Wer noch gestern beim Kauf eines Notebooks vor allen Dingen Wert auf ein besonders geringes Gewicht gelegt hat und andere Aspekte untergeordnet betrachtet hat, kann schon morgen ein besonders leistungsfähiges Gerät mit Retinadisplay wollen. Hinzu kommen das schlechte Gewissen und der Technikschrott, die uns gerne beim Neukauf von Technik quälen. Die erst vor zwei Jahren gekaufte Konsole ist mit den neuesten Spielen und der besten Auflösung nicht kompatibel, das nicht einmal abbezahlte Smartphone hat bereits einen Nachfolger mit tollen neuen Funktionen und der eigentlich noch gut funktionierende LCD-Fernseher verfügt nicht über die neuesten Technologien.

Konsumgewohnheiten im Wandel

Aufgrund der daraus resultierenden Vielzahl an Neuanschaffungen, setzten sich in einigen Märkten längst alternative Konsummodelle durch. Statt DVDs zu kaufen, die nach dem Anschauen als Staubfänger im Schrank stehen, streamen 62 Millionen User ihre Filme und Serien mittlerweile über Netflix. Auch Musik wird am liebsten über Anbieter wie Spotify oder Deezer gestreamt und immer seltener gekauft. Um das neueste Smartphone nutzen zu können, gehen die meisten von uns Verträge mit einer Ratenzahlung ein, die uns im Schnitt für zwei Jahre an das Produkt binden. Kompatibel ist die Vertragsbindung mit unserem sich wandelnden Konsumverhalten nicht. Trotzdem ist das Verlangen nach der neuesten und angesagtesten Technik so groß, dass die Effizienz eines jeden Kaufs an zweiter Stelle steht und viele unüberlegte Käufe die Folge sind.

Auch Unternehmen beginnen im Hinblick auf das sich wandelnde Konsumverhalten umzudenken: Telekommunikationsdienstleister wie Vodafone oder Congstar bieten eine Handytauschoption, für die mit einem jährlichen Handywechsel geworben wird. Das genutzte Gerät bleibt in dem Fall im Besitz des Dienstleisters und wird nach einem Jahr zurückgeschickt. Produkte zu nutzen, ohne sie zu besitzen, verbreitet sich in allen Branchen und Gesellschaftsschichten zunehmend. Immer mehr Menschen bedienen sich in verschiedensten Bereichen zum Beispiel an den Vorzügen der Sharing Economy. Diese beruht auf dem Prinzip, Produkte gegen eine Gebühr für mehrere Nutzer bereitzustellen. Carsharing macht es möglich mobil zu sein, ohne den hohen Anschaffungspreis für ein eigenes Auto zahlen zu müssen; Ferienhäuser werden je nach Bedarf über Airbnb gemietet und von vielen verschiedenen Nutzern bewohnt, die die eigentlichen Mietkosten so gemeinsam tragen. Eine neuere Strömung ist die Switching Economy. Sie wendet sich vom klassischen Besitz im herkömmlichen Sinne ab: Produkte werden ebenso wie Musik und Filme "gestreamt" und von den Verbrauchern je nach Bedarf frei genutzt und wieder zurückgeschickt, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Gerade bei Geräten, die nur selten genutzt werden, wie etwa die bereits genannte GoPro für den Winterurlaub, ist das Geschäftsmodell der Switching Economy für die Verbraucher weitaus effizienter.

Switching Economy setzt sich gegen die Wirtschaft des Teilens durch

Das Konsummodell des Teilens ist für Viele keine zufriedenstellende Option: Die Autos der Carsharing-Flotte könnten im Notfall alle vergeben sein, die Nutzung von geteilten Produkten muss zeitlich planbar sein und ist abhängig von den anderen Teilhabenden. Der US-Markt schätzt, dass in Zukunft deshalb vor allen Dingen die Switching Economy an Zulauf gewinnt. Laut aktuellen Schätzungen liegt das Marktpotenzial bei 1,6 Billionen US- Dollar. Sie ist auf die Tendenzen der Konsumgesellschaft besser abgestimmt. Fest steht, dass Konsumenten Innovationen in puncto Kaufabwicklungen grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen. Es wird gründlich überlegt: Macht die Neuheit meinen Einkauf einfacher, sicherer oder effizienter? Vertragslaufzeiten und eine feste Bindung sind dabei die größten Hindernisse bei einer Kaufentscheidung, weshalb der Trend dahin geht, dass sich viele Händler von dieser lösen. Bis 2020 können wir aus diesem Grund mit einem hohen Zuwachs des flexiblen "Mieten-statt-kaufen"-Modells rechnen, und können davon ausgehen, dass bis dahin mehr Anbieter wie BYEBUY auf den Markt kommen und die freie Nutzung von technischen Geräten ohne Vertragsbindung ermöglichen. 

Durch die immer schnellere Entwicklung von Technikneuheiten und den zunehmend einfachen Zugriff auf Produkte, wird die traditionelle Kaufabwicklung unserem Konsumbedarf gerade im Bereich Technik schon in absehbarer Zeit nicht mehr gerecht werden können und vermutlich in allen Bereichen immer mehr von der Pay-as-you-go-Basis abgelöst werden. Denn diese passt auch viel besser zu unseren Lebensumständen - kurzzeitige Arbeitsverhältnisse und gleichzeitig erhöhte Flexibilität, die heute von Arbeitnehmern gefordert wird, führt dazu, dass wir nicht mehr in der Lage sind, Aussagen über unsere finanzielle Zukunft zu treffen und daher auch in unseren Konsumgewohnheiten flexibel bleiben müssen.

 
Quelle: UD

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