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Kohlenstoff braucht einen Preis! zoom

15.04.2015

Kohlenstoff braucht einen Preis!

Einen Preis für Kohlenstoff festzulegen, der die Belastung fossiler Brennstoffe für den Planeten und seiner Bewohner widerspiegelt, ist wohl der markanteste Schritt, den wir ergreifen können, um die Treibhausgas-Emissionen zu begrenzen und dem Klimawandel entgegenzutreten. Ein Preis würde ein Signal an Unternehmen und Investoren senden, dass erneuerbare Energien und kohlendioxidarme Projekte in der Tat sehr profitabel seien können. Zudem würde dieser Schritt gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und die Akteure, die sich schon frühzeitig engagiert haben, nicht bestrafen.

Regierungen in aller Welt beginnen, ihre Verantwortung zu übernehmen. Nationale und regionale Märkte, die einen fairen Preis auf CO2 ausschreiben, werden immer zahlreicher. Im Jahr 2015 werden nach Ansicht von Experten Länder mit CO2-Märkten mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung vertreten. China plant für 2016 den Roll-out eines nationalen Marktes, der die Aktivitäten des aktuellen Marktführers Europäische Union in den Schatten stellen könnte. Kohlendioxidsteuern – ein alternatives Mittel zur Festlegung der CO2-Preise – sind ebenfalls auf dem Vormarsch.

Unternehmen spielen seit Langem eine zentrale Rolle beim Klimawandel, sowohl als Verursacher als auch als Lösungsanbieter. Sie arbeiten gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern auf nationaler und internationaler Ebene an Lösungen, und eine wachsende Zahl von ihnen legt ihre CO2-Bilanzen offen und investiert in kohlenstoffarme Anlagen. Leider ist die Reduzierung der Emissionen im Vergleich zu ihrem gesamten CO2-Fußabdruck eher klein.

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Wer die Zeichen der Zeit zu deuten vermag und den Blick auf die wachsende staatliche Regulierung der Kohlenstoff-Nutzung und den großen Schaden lenkt, den ungehinderter Klimawandel auf Produktionsanlagen und die finanziellen Planungen verursacht, sieht Handlungsbedarf. Daher sind Großunternehmen schon heute interessiert daran zu bestimmen, was in Zukunft ein fairer Preis für Kohlenstoff sein könnte, und diesen in die interne Kostenplanung einzubeziehen. Eine CDP-Studie im Jahr 2013 ergab, dass mehr als 100 Unternehmen – die meisten von ihnen große Energieerzeuger und / oder -nutzer – bereits solche Schätzungen einbeziehen, um Risiken und Chancen zu erkennen oder aber als Anreiz für die Steigerung der eigenen Energieeffizienz.

Eine große Anzahl von multinationalen Unternehmen bereitet sich darauf vor, Maßnahmen zur CO2-Preisgestaltung zu ergreifen. Insbesondere erfolgt dies durch die Unterzeichnung der „Business Leadership Criteria on Carbon-Pricing“, die von der Caring for Climate-Initiative zusammengestellt wurde. Das Versprechen beinhaltet drei Dimensionen: die Integration von Kohlenstoff-Kosten in die langfristigen Unternehmensstrategien und Investitionsentscheidungen, verantwortliche politische Lobbyarbeit für die Bedeutung der Kohlenstoff-Einpreisung und die öffentliche Kommunikation ihrer Fortschritte.

Die beiden zuletzt genannten Kriterien sind wesentlich. Die traurige Wahrheit ist nämlich, dass einige Unternehmen sich hinter den Kulissen dafür stark machen, jegliche regulatorischen Änderungen – einschließlich derjenigen, die einen Preis für Kohlenstoff lancieren würden – zu verhindern. Zu viele reden immer noch mit zwei Zungen: Einerseits unterstützen sie saubere Techniken in ihren Nachhaltigkeitsreden, andererseits betreiben ihre Bevollmächtigten Lobbyarbeit für die Freiheit zum ungezügelten Verschmutzen.

Der Beitrag ist im Jahrbuch "Global Compact Deutschland 2014" erschienen und ist ein Auszug aus dem „Action Statement“ von Georg Kell während der UN Climate Week 2014.

 
Quelle: UD

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