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Gemeinwohl geht uns alle an zoom

24.12.2015

Gemeinwohl geht uns alle an

Der erste GemeinwohlAtlas für Deutschland stellt den Gemeinwohlbeitrag von 127 deutschen und internationalen Organisationen dar und bringt sie in eine Rangliste. Auf den Plätzen 1 bis 3 sind die Feuerwehr, das Technisches Hilfswerk und der Weiße Ring. Auf den hintersten Rängen sind die Deutsche Bank und die Bild-Zeitung.

Prof. Timo Meynhardt, Managing Director des Center for Leadership and Values in Society der Universität St.Gallen (CLVS-HSG) und Inhaber des Dr. Arend Oetker Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der HHL Leipzig Graduate School of Management, leitete die Studie, deren Ergebnisse hier zusammengefasst sind:

  • Gemeinwohl wird an menschlichen Grundbedürfnissen gemessen.
  • Das Wohl des Einzelnen hängt auch vom Gemeinwohl ab. 
  • In einer funktionierenden Gesellschaft ist Gemeinwohl das Band, welches das Gemeinwesen zusammenhält und Richtschnur bei der Lösung von Konflikten und Ressourcen für den Einzelnen ist. 
  • Gemeinwohl liegt im Auge des Betrachters. 
  • Gemeinwohl wird dann geschaffen, wenn ein Individuum das soziale Kollektiv positiv erlebt. 
  • Gemeinwohl wird erst dann geschaffen, wenn es in den Köpfen und Herzen der Menschen ankommt.
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Wie deutsche Unternehmen zum Gemeinwohl beitragen

Gemeinwohlbelange werden auch für Unternehmen zunehmend immer wichtiger. Der eigene Gemeinwohlbeitrag und seine Kommunikation sind wesentliche Argument im Marketing, Vertrieb und der Arbeitgeberattraktivität. Denn niemand arbeitet gern für ein Unternehmen, dessen man sich schämt.

Regina und Werner Neumüller (Neumüller Gruppe) leiten jeweils mehrere Unternehmen im Umfeld der Personal- und Ingenieurdienstleistung mit insgesamt mehr als 350 Mitarbeiterinnen.

Sie sind spezialisiert auf das Research und die Rekrutierung von anspruchsvollen Qualifikationen über den Weg der Personaldienstleistung - auch in Premiumsegmenten, die von hoher Nachfrage geprägt sind (Ingenieure, Betriebswirte, Naturwissenschaftler).

„Gerne nehmen wir unsere Verantwortung an, dem System, in dem wir Erträge erwirtschaften, wieder etwas von diesen Erträgen ‚sinnvoll(er)' zurückzugeben", sagen die Unternehmer, die gute Geschäfte machen und dann teilen wollen. Das ist für sie in einzigartiger Weise mit ausgewählten Attributen wie Ehrlichkeit, Fleiß und Nachhaltigkeit (DNA des Unternehmens) verbunden, aber auch mit dem Gefühl der wirksamen Teilhabe an einer sozialen Bewegung.

Die Kulturförderung ist für sie als Mittelständler ebenso selbstverständlich wie soziales Engagement. Unterstützt werden Ärzte ohne Grenzen, Kinderpatenschaften bei World Vision und SOS Kinderdorf, aber auch regionale Organisationen wie "Tröster Teddys", die Aktion Schutzbengel der Rummelsberger Diakonie, die Consilatio Stiftung, die Stiftung Kinder in Not, die Reiner Meutsch Stiftung, die Emanuel Wöhrl Stiftung sowie Kindergärten und Krankenhäuser im Raum Nürnberg.

Die in mehrere Bereiche aufgeteilten Spenden unterliegen keinem Gießkannenprinzip, sondern sind in dieser unterschiedlichen regelmäßigen Verteilung beabsichtigt. Es geht um die Notwendigkeit der Unterstützung im Ganzen - nicht um persönliche Betroffenheit im Kleinen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die aktuelle Diskussion einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Moralphilosophen Peter Singer (Princeton University) und William MacAskill (Universität Oxford). Aus ihrer Sicht sei es zwar nachvollziehbar, dass wir beeinflussen wollen, was uns berührt, aber ökonomisch sei dies aus ihrer Sicht nicht richtig.

Die WirtschaftsWoche brachte dazu kürzlich ein Beispiel: Wenn jemand Leben retten will, liegt es zwar zunächst nahe, Arzt zu werden - doch MacAskill empfiehlt einen radikaleren Weg, den auch der Amerikaner Jason Trigg ging: Er wurde nicht Entwicklungshelfer, sondern Programmierer, der bei einem Hedgefonds weit mehr verdiente, um möglichst viel zu spenden. Er verfolgt die Strategie des Verdienens-um-zu-spenden (earning to give), die auch MacAskill selbst umsetzt. Er spendet 60 Prozent seines Jahreseinkommens.

Der rein ökonomische Ansatz hat durchaus etwas Kaltes, weil es ausschließlich um eine „optimierte Art von Altruismus" (WiWo 42/9.10.2015) geht, die kaum Gefühle zulässt und auch nicht das nachhaltige Wirtschaften des Unternehmens hinterfragt, aus dem das zu spendende Geld kommt. Doch die Auseinandersetzung mit einem solchen Ansatz kann dazu anregen, das persönliche und unternehmerische Engagement zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten, um überlegter und mit Langfristwirkung zu spenden. Am Beispiel der Neumüller Unternehmungen zeigt sich besonders deutlich, dass das Geschäftsmodell und persönliche Engagement eine Einheit sein muss, wenn die Wirkung des eigenen Tuns nachhaltig sein soll.

 
Quelle: UD

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